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So lebt es sich in Engelschoff

Engelschoff: Wo die Engel an die Himmelspforten klopfen

Wenn Namen sprechen könnten: Engelschoff in der Samtgemeinde Himmelpforten ist eines der kleinsten Dörfer im Landkreis Stade. Hier leben gerade einmal 760 Menschen auf einer Fläche von knapp 20 Quadratkilometern. Das macht 38 Einwohner pro Quadratkilometer - hier lebt man beieinander, doch geht sich niemals auf den Geist.

Engelschoff ist eine wahre Idylle im Landkreis Stade mitten im Marschgebiet. Und so etwas wie ein Geheimtipp. Die Oste lädt zu Wasserskifahrten und Bootstouren ein, aber vor allem zu ausgedehnten Fahrradtouren. Wenn man Glück hat, sieht man hier Eisvögel und Fischotter im Oberlauf und Seehundbänke in der Mündung der Oste. Am Angelnhaken hängen Schnäpel, Aal, Hecht, Finte oder Zander.

Traditionelles Dorf

Der Charakter des Dorfes entwickelte sich in den Jahren vor allem durch die unterschiedlichen Aktivitäten und Bräuche der Bewohner. So findet seit über 100 Jahren in Engelschoff das "Neijohrskloppen" statt: Schon die Ur-Ur-Großväter der heutigen Bewohner gingen an Neujahr von Haustür zu Haustür, um ein frohes neues Jahr zu wünschen und mit den Besuchten einen Kööm mit einem Stück Zucker zu trinken. Nach dem 2. Weltkrieg wurde dieser Brauch kurzzeitig eingestellt, heute haben die jungen Leute im Dorf den Bracuh wieder aufleben lassen: Beim "Neujahrswünschen" gibt es allerdings kein Stück Zucker mehr. Die leicht abgewandelte Wiederbelebung des Brauches zeigt dennoch die Traditionsverbundenheit im Dorf.

Auch ein langjährig beliebter Brauch ist das Fasslom-Gehen, das im Volksmund "Eierschnorren" heißt. Hier gehen die Männer durch das Dorf und schnorren Eier und Schnaps, die dann abends festlich verzehrt werden.

Leben und Wohnen in Engelschoff

Doch es gibt für die Bewohner auch die Möglichkeit, ihre Freizeit auf eine modernere Art und Weise zu verbringen. Die zahlreichen Vereine sind immer froh über Zuwachs - egal ob Jung oder Alt. Bereits seit 1902 gibt es eine freiwillige Feuerwehr im Dorf, die vor allem für ihre gut organisierten Feste bekannt ist. Seit den 1950er Jahren finden sich Tanzbeinschwinger im Tanzkreis Engelschoff wieder. So gibt es auf die Initiative des Tanzkreises auch das beliebte Danz- un Klönhus. Neben dem obligatorischen dörflichen Schützenverein findet sich in Engelschoff auch einen Reitverein mit Hindernissen. Die Reitanlage besteht eigentlich seit 1924, wurde aber im Laufe der Jahre immer wieder verlegt oder umgebaut, seit 1979 - damals kaufte man in Sittensen eine Reithalle - steht sie beim Gasthof Drewes und ist eine der charmantesten im Landkreis Stade.

Die Bewohner in Engelschoff leben zumeist in großzügigen alten Bauern- und Reetdachhäusern, vielerorts mit mehr als 200 Quadratmetern Wohnfläche und zehn Zimmern. Teilweise haben die Häuser sogar eigene Bootsanleger und eine Grundstücksgröße von über 2000 Quadratmetern. Problematisch wird allerdings der schnelle Einkauf in der großen Stadt für all die, die kein Auto haben. Zwar ist man über die Bundesstraße B 73 innerhalb von 20 Minuten in Stade, doch die Gemeinde hat keinen eigenen Bahnhof, so dass man erst nach Himmelpforten radeln muss, um mit der Niederelbbahn in die nächste größere Stadt zu kommen. Allerdings gibt es kleinere Shops und Lädchen auch im Ort selbst.

Für naturverbundene Menschen, die fern jeden Trubels leben möchten, ist Engelschoff der richtige Ort. Für jene, die im Dorfleben aber eine urban angehauchte Infrastruktur nicht missen möchten, dürfte die Gemeinde doch etwas zu lütt sein, wie der gemeine Engelschoffer zu sagen pflegt.

Andreas Bock

Dieser Insider-Tipp spiegelt nur die Meinung des Autors wider.

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