Wohin mit dem Elektroschrott?

Elektrogeräte entsorgen, wenn der Umzug ansteht

Smartphone, Fön, Mixer: Ausgediente Elektrogeräte landen meist in irgendeiner Schublade – bis der nächste Umzug bevorsteht und es ans Ausmisten geht. Gerade dann fehlt es an der Zeit, sich über die richtige Entsorgung zu informieren. Wir übernehmen das und verraten, wie man Elektroschrott unkompliziert loswird, ohne der Umwelt zu schaden.


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Was ist eigentlich Elektroschrott?

WAS IST
EIGENTLICH
ELEKTROSCHROTT?


✔ Jedes Gerät, das über Stromkabel, Batterie oder Akku verfügt
✔ Unterscheidung in Klein- und Großgeräte
✔ Kleingeräte haben eine maximale Kantenlänge von 25 Zentimetern

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Vorschriften für die Entsorgung

VORSCHRIFTEN
FÜR DIE
ENTSORGUNG


✔ Geregelt im Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)
✔ Elektroschrott darf nicht in den Hausmüll
✔ Je nach Gerät Entsorgung in Sammelstellen, Geschäften oder per Post

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Elektromüll unkompliziert loswerden

ELEKTROMÜLL
UNKOMPLIZIERT
LOSWERDEN


✔ Geschäfte und Online-Shops müssen Elektroaltgeräte teilweise zurücknehmen
✔ Elektroschrott an Sammelstellen oder Recyclinghöfen abgeben
✔ Sammelboxen in Unternehmen, Drogerien und Einkaufszentren erleichtern die Entsorgung

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1. Was ist eigentlich Elektroschrott?

  • Generell gilt die Faustregel: Alles, was ein Kabel, Batterien oder Akkus hat, ist ein Elektrogerät. Neuere Geräte sind mit einer durchgestrichenen Mülltonne gekennzeichnet.
  • Es wird zwischen Elektroklein- und Elektrogroßgeräten unterschieden. Für beide Varianten gibt es unterschiedliche gesetzliche Vorgaben zur Entsorgung. Große Altgeräte sollen getrennt von kleinen gesammelt werden, damit Kleingeräte nicht zerstört werden.
  • Viele elektronische Geräte haben eine zu kurze Lebensdauer, was aus ökologischer und finanzieller Sicht nicht nachhaltig ist. Gleichzeitig werden viele Geräte entsorgt, obwohl sie noch funktionsfähig sind.
  • In Deutschland fallen jährlich etwa 1,7 Millionen Tonnen Elektroschrott an.

2. Vorschriften für die Entsorgung

  • Ausgediente Elektrogeräte gehören nicht in den Hausmüll. Das schreibt schon lange das 2016 erneuerte Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) vor. Die Entsorgung über die Mülltonne ist seit Längerem gesetzlich verboten, um unsortierten Abfall möglichst gering zu halten.
  • Eine sachgerechte Entsorgung ist vor allem bei Geräten mit giften Substanzen wichtig – zum Beispiel Kühlschränke (FCKW), Leuchtstofflampen (Quecksilber), Photovoltaikmodule und Kupfer. Nur so können gefährliche Substanzen aus dem Elektromüll isoliert und aufbereitet werden.
  • Außerdem geht es darum, so viele Ressourcen wie möglich zur Wiederverwendung oder für das Recycling aufzubereiten. Denn die Beschaffung von wertvollen Rohstoffen wie Gold und diverse Metalle aus Primärquellen ist teuer und mit hohen Umweltbelastungen verbunden. Sie sind allerdings Bestandteil der meisten modernen Elektrogeräte.
  • In einer Tonne Handys sind rund 250 Gramm Gold enthalten. Warum dieses nicht für neue Geräte nutzen?

3. Elektromüll unkompliziert loswerden

  • Ob Küchengeräte, Fernseher oder Handy – lokale Sammelstellen und Wertstoffhöfe sind die erste Anlaufstelle, um privaten Elektroschrott zu entsorgen. Derzeit gibt es rund 2.000 Sammelpunkte der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger.
  • Doch auch die Händler sind in der Pflicht. Das neue ElektroG schreibt vor: Onlineshops und Geschäfte mit einer Verkaufs- oder Ladenfläche über 400 Quadratmeter müssen Kleingeräte bedingungslos zurücknehmen. Großgeräte nur bei bei Neukauf.
  • Wie wäre es mit verschenken oder verkaufen? Geräte, die noch funktionieren, sind bei einem neuen Besitzer gut aufgehoben. Oder schon mal ans Reparieren gedacht? In vielen Städten gibt es mittlerweile Repair Cafés oder Leih-Läden.
  • Es gibt auch alternative Sammelstellen, die das Entsorgen erleichtern, zum Beispiel die Sammelboxen des Leipziger Startups binee. In Drogerien, Einkaufszentren und Unternehmen kann man so nicht nur Elektrokleingeräte abgeben, sondern bekommt als Dankeschön sogar noch einen Gutschein.


Hintergrund

Rund 57 Millionen Deutsche besitzen aktuell ein Smartphone – 17 Millionen hatten im Jahr 2017 ein Tablet. Dabei liegen über 100 Millionen unbenutzte Handys in Deutschlands Schubladen. Klar, dass in Zeiten der Digitalisierung auch der Elektroschrott zunimmt. Die Zahl der entsorgten Geräte scheint auf den ersten Blick hoch: Bis zu 22,8 Kilogramm Elektromüll wirft fast jeder Deutsche im Jahr weg. Doch die Sammelraten in Deutschland sind mit unter 50 Prozent niedrig. Da geht noch mehr – vor allem um den illegalen Export von Elektrogeräten einzudämmen.