Immobilienindex - Expertenkommentar

"Viele Eigentümer überschätzen den Immobilienwert“

Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei ImmobilienScout24, erläutert die jüngsten Marktentwicklungen und gibt eine Prognose für die Zukunft ab.

Immobilienpreise steigen auch im ersten Quartal 2017


Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei ImmobilienScout24.

Auch im ersten Quartal 2017 sind die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen in Deutschland gestiegen. Seit März 2016 verteuerten sich im bundesweiten Durchschnitt insbesondere Eigentumswohnungen im Bestand (ohne Neubauten). In diesem Segment sind die Preise innerhalb eines Jahres um rund 13 Prozent gestiegen.

Die Kaufpreise für Häuser im Bestand (ohne Neubauten) wurden im Bundesdurchschnitt um knapp 7,5 Prozent teurer. Da sich dieser Preisanstieg nun schon seit fünf Jahren fortsetzt, stellt sich die Frage, ob es zeitnah zum Platzen einer Immobilienblase kommen könnte.



Immobilienblasen sind nur schwer vorhersagbar

Der Zentrale Immobilienausschuss hat diese Frage in seinem jüngst veröffentlichten Frühjahrsgutachten mit einem klaren „Ja“ beantwortet. Vor allem in den Metropolen sei in der nahen Zukunft mit deutlichen Preiskorrekturen zu rechnen. Aus den in Deutschland vorliegenden Immobilienmarktdaten sind derartige Rückschlüsse allerdings gar nicht möglich. Herkömmliche Prognosen beziehen die Entwicklung der Vergangenheit mit ein und diese weist in den vergangenen fünf Jahren ein kontinuierliches Preiswachstum aus. Daraus lässt sich nicht ableiten, wann die Preise nicht mehr steigen. Angebotsdaten haben den Vorteil, dass sie früh auf sich abzeichnende Veränderungen am Markt reagieren. Darum sollte in einer Phase der Preissteigerung der Markt genau beobachtet und vor allem räumlich differenziert betrachtet werden. Denn es gibt nicht den einen Immobilienmarkt, sondern sehr viele räumlich voneinander unabhängige Teilmärkte. 


Kurzporträt von Jan Hebecker

Jan Hebecker leitet seit nunmehr über vier Jahren den Bereich Daten & Märkte bei ImmobilienScout24. Gemeinsam mit seinem Team kümmert er sich um die Aufbereitung und Analyse des täglich anfallenden Datenmeers. Mit Hilfe modernster statistischer Methoden und innovativen Technologien werden dank seiner Arbeit aus einfachen Klicks auf dem Portal wertvolle Marktinformationen. Als Marktplatz, der Angebot und Nachfrage nach Immobilien zusammen führt, dokumentiert ImmobilienScout24 Wechselwirkungen zwischen beiden in Echtzeit. Diese Daten stellt das Portal in verschiedenster Form der Öffentlichkeit zur Verfügung und leistet somit einen wertvollen Beitrag zur Transparenz im deutschen Immobilienmarkt.

Jan Hebecker studierte Geographie an der Humboldt-Universität Berlin sowie an der Johannes Guttenberg Universität zu Mainz. Erste praktische Erfahrungen konnte er als Projekt-Manager bei Daimler Real Estate sammeln. Danach arbeitete er am Lehrstuhl für kommunale und regionale Planung der Universität Giessen bevor er 2010 als wissenschaftlicher Mitarbeiter zum IfS Institut für Stadtforschung & Strukturpolitik nach Berlin wechselte. Seit 2012 hilft er bei ImmobilienScout24 dabei, den wertvollen Datenschatz des Unternehmens zu heben und die darin enthaltenen Informationen nutzbar zu machen.

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