Baulexikon

Gemarkung

Flächenmaß für die Bezeichnung eines Gebiets im Katasteramt

Die Gemarkung ist ein Flächenmaß, das im Kataster, also im Grundbuch, verwendet wird, um Grundstücke und Flurstücke zusammenzufassen und zu bezeichnen. Die gesamte Fläche Deutschlands ist in Flurstücke unterteilt. Diese werden wiederum zu Gemarkungen zusammengefasst.

Zustandekommen einer Gemarkung

Flurstücke werden nummeriert und zu einem Nummerierungsbezirk kombiniert. So werden sie auch im Katasteramt eingetragen. Der Nummerierungsbezirk entspricht der Gemarkung. Gemarkungen können unterschiedlich groß sein und nur eine Gemeinde, Teile davon oder sogar mehrere Gemeinden umfassen. In den 1930er-Jahren löste die Gemarkung den Steuerbezirk ab. Noch früher bezeichnete der Begriff „Markung“ schlichtweg eine Grenze, die sowohl ein Gemeindegebiet kennzeichnen konnte als auch einen Gerichts- oder Steuerbezirk.

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Benennung von Gemarkungen

Im Regelfall wird die Gemarkung so bezeichnet wie die Gemeinde, die sich auf ihrem Gebiet befindet. Bei sehr großen Städten trägt eine Gemarkung oft nur den Namen des jeweiligen Stadtteils, der sich auf der Gemarkung befindet. Handelt es sich um sehr große Gemarkungen, auf denen mehrere Gemeinden liegen, stellt die Bezeichnung meist eine Kombination aus allen Namen dar. Zusätzlich werden gemeindefreie Areale unterschieden. Auch sie werden in Flurstücke aufgeteilt und zu Gemarkungen zusammengefasst. Ihre Bezeichnung wird analog zur Region vorgenommen, in der die Gemarkung liegt. Nicht immer ist die Benennung der Gemarkungen in Deutschland korrekt. Wenn früher im Rahmen von Gemeindegebietsreformen oder der Auflösung einer Gemeinde Eingliederungen in andere Gemeinden erfolgten, wurden die Gemarkungsgrenzen häufig nicht verändert. So kommt es, dass Gemarkungen zu mehreren Orten gehören können bzw. nicht so benannt wurden wie die Gemeinde, die sich auf dem Gebiet befindet.

Verlauf einer Gemarkung

Die Grenzen einer Gemarkung sind zwar aus Plänen ersichtlich, die im Katasteramt hinterlegt sind, jedoch in der Natur nicht direkt sichtbar. Deshalb wurden sogenannte Marksteine gesetzt, die diese Grenzen markieren. Lange Zeit gehörte es in vielen Gemeinden zu einem festen Bestandteil der Tradition, die Gemarkungsgrenze einmal pro Jahr komplett abzuschreiten und sie zu kontrollieren. Man sprach in diesem Zusammenhang vom Untergang. Die Marksteine wurden mit den Initialen des oder der Orte versehen, die sich auf dem Gebiet befinden. Alternativ wurden auch erdachte geometrische Figuren verwendet, um eine Gemarkung zu kennzeichnen. Vielerorts findet man diese Figuren heute noch in den Gemeindewappen der jeweiligen Gemeinden wieder.

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