Baulexikon

Bauhauptgewerbe

Welche Wirtschaftszweige gehören dazu?

Unternehmen, die dem Bauhauptgewerbe zugeschrieben werden, beschäftigen sich in erster Linie mit Rohbebauungen im Hoch- und Tiefbau sowie Straßen- und Landschaftsbauarbeiten. Hinzu kommen verschiedenartige Bautätigkeiten, die in der Regel spezialisiert sind, wie beispielsweise die Zimmerei oder Gipserei.

Das Bauhauptgewerbe ist ein großer Bereich der Bauwirtschaft

Bis noch vor zehn Jahren gab es eine altbewährte Einteilung in Bauhaupt-, Bauneben- und Bauhilfsgewerbe. Obwohl diese Einteilung auch heute noch in den Köpfen verankert ist, ist das Statistische Bundesamt bereits seit 1993 dazu übergegangen, die Bauwirtschaft in drei verschiedene Wirtschaftszweige zu unterteilen und in diesen Gruppen weiter zu klassifizieren. Folgende Obergruppen werden in der Bauwirtschaft unterschieden:

  • Bauhauptgewerbe
  • Ausbaugewerbe
  • Bauträger

Zum Ausbaugewerbe zählen die Wirtschaftsgebiete, die überwiegend im Bereich der Installation tätig sind. Die wirtschaftlichen Bereiche, die mit der Erschließung von Grundstücken einhergehen, werden unter die Kategorie Bauträger gefasst.

Die speziellen Unterteilungen des Bauhauptgewerbes

Das Bauhauptgewerbe wurde im Speziellen in folgende Wirtschaftszweige klassifiziert:

  • Bau von Gebäuden: Dazu gehören zum Beispiel die Errichtung von Häusern und Gebäuden, Umbauten und Renovierungen sowie der Aufbau von Fertigteilbauten.
  • Bau von Straßen und Bahnverkehrsstrecken: In diesen Unternehmensbereich fallen unter anderem der Bau von Autobahnen und Bahnstrecken sowie der Tunnel- und Brückenbau. Auch das Anbringen von Leitplanken und Verkehrszeichen wird in dieser Kategorie erfasst.
  • Leitungstiefbau und Kläranlagenbau: Hierzu gehören beispielsweise der Bau von Rohrleitungen, Wasserleitungen und Kanälen und außerdem der Bau von Leitungen zur Verteilung von Strom.
  • Sonstiger Tiefbau: In diesen Bereich des Bauhauptgewerbes fallen Arbeiten wie der Bau von Wasserstraßen, Häfen, Schleusen und Deichen. In der Regel fasst dieser Wirtschaftszweig auch Arbeiten an Industrieanlagen wie beispielsweise Chemiewerken.
  • Abbrucharbeiten und vorbereitende Baustellenarbeiten: In dieses Wirtschaftsgebiet werden diverse Vorarbeiten wie die Enttrümmerung von Bauplätzen oder die Ausschachtung und Erdauffüllung gezählt. Auch Test- und Suchbohrungen zum baulichen oder geologischen Zweck fallen in diese Kategorie.
  • Sonstige spezialisierte Bautätigkeiten: Zu diesem Zweig werden beispielsweise Dachdeckarbeiten und Zimmereiarbeiten im Außenbereich gezählt, zusätzlich Ingenieurholzbau, Gerüstbau, Schornstein-, Feuerungs- und Industrieofenbau. Hinzu kommen des Weiteren noch andere Bautätigkeiten, wie der Bau von Fundamenten, die Gebäudeabdichtung oder Beton- und Stahlarbeiten. Auch die Fassadenreinigung und andere Dienstleistungsarbeiten wie die Baugerätevermietung gehören in diese Kategorie des Bauhauptgewerbes.
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Wie bedeutend ist das Bauhauptgewerbe?

Im Bauhauptgewerbe sind unter anderem Betriebe vereint, die Gebäude, Straßen oder Tunnel bauen. Zusätzlich werden gleichermaßen spezialisierte Bautätigkeiten dem Bauhauptgewerbe zugerechnet. Dazu zählen Zimmereiarbeiten oder die Tätigkeiten der Dachdecker. Dementsprechend ist das Bauhauptgewerbe für die Bauwirtschaft ein wichtiger Sektor. Durchschnittlich sind mehr als 700.000 Personen im Bauhauptgewerbe tätig und leisten jährlich mehr als 800 Millionen Arbeitsstunden. Die Anzahl der Betriebe im Bauhauptgewerbe lässt sich mit etwa 75.000 angeben. Diese Zahlen und die konstant hohen Bautätigkeiten in Deutschland machen das Bauhauptgewerbe zu einem wichtigen Wirtschaftszweig des Landes.

Gibt es Gesetze für das Bauhauptgewerbe?

Für das Bauhauptgewerbe sind eine Vielzahl unterschiedlicher Gesetze und Verordnungen relevant. Dazu zählen beispielsweise die Neunte Bauarbeitsbedingungenverordnung (9. BauArbbV) oder die Baubetriebe-Verordnung. Zukünftige Bauherren können die umfassenden Bestimmungen und Vorgaben der einzelnen Gewerke und Beteiligten nicht immer überblicken. Wichtig ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass Sie sich von den Hausanbietern und Bauunternehmen umfassend beraten lassen. Fragen Sie ruhig nach der Erfahrung und der Qualität der beteiligten Unternehmen und Handwerker. Seriöse und etablierte Hausanbieter und Firmen im Handwerk legen großen Wert auf Qualität und professionelle Arbeit. Daher werden diese Unternehmen sich gern die Zeit nehmen, Bauherren über die wichtigen Verordnungen und Gesetze zu informieren.

Was ist Hochbau genau?

Stark vereinfacht umfasst der Hochbau sämtliche Projekte, bei denen Häuser geplant und realisiert werden. Dieser Sektor ist ein wichtiger Bereich des Bauhauptgewerbes. Das Tätigkeitsfeld umfasst einzelne Wohnhäuser und Bauwerke sowie die Erstellung ganzer Immobilienanlagen bis hin zu kompletten Siedlungen. Dieser Bereich des Bauhauptgewerbes baut komplexe Projekte wie Krankenhäuser, Hotels oder Industrieanlagen. Oftmals spezialisieren sich die Betriebe des Bauhauptgewerbes. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die beteiligten Unternehmen bei Einfamilienhäusern, Doppelhäusern oder Villen langjährige Erfahrungen aufweisen. Zusätzlich hat sich die Zusammenarbeit von Hausanbietern mit den Baufirmen bewährt, sodass zuverlässige Betriebe des Bauhauptgewerbes mit dem Bau beauftragt werden.

Welche Techniken und Materialien setzt das Bauhauptgewerbe ein?

Wenn die ausführenden Handwerker Ihr Haus auf der Baustelle errichten – ganz gleich ob in massiver Bauweise oder als Fertighaus – sind die Materialien und Techniken bereits im Vorfeld genau geplant worden. Denn jeder Neubau muss beispielweise die aktuell geltenden Vorgaben bezüglich der Energieeffizienz erfüllen. Die Wärmedämmung setzt sich aus unterschiedlichen Elementen zusammen wie beispielsweise Baumaterialien aus Beton und der zusätzlichen Wärmedämmung. Daher werden die Materialien und deren Stärke genau berechnet. Darüber hinaus bestimmt der von den Bauherren gewählte Stil des Hauses maßgeblich die Materialien. Ein Blockhaus benötigt andere Materialien und Techniken als ein gängiges Massivhaus aus Betonsteinen oder klassischen Ziegeln. Auf die professionelle und sachgerechte Errichtung von Gebäuden sind viele Betriebe des Bauhauptgewerbes spezialisiert. Wenn Sie sich für ein Öko-Haus oder ein Energiesparhaus entscheiden, dann sollten die ausführenden Handwerker über die notwendige Erfahrung verfügen, damit Ihr neues Heim Ihren Wünschen und den anerkannten Regeln der Technik entspricht.

Gibt es im Bauhauptgewerbe den Mindestlohn?

Die Betriebe des Bauhauptgewerbes und dementsprechend die Angestellten können an den Tarifvertrag zur Regelung der Mindestlöhne (TV Mindestlohn) gebunden sein. Ist dies der Fall, dann gelten die aktuellen Bestimmungen des Mindestlohns. Dieser Mindestlohn wird für zwei Lohngruppen aufgeführt. Die jeweils gültigen Bestimmungen für das Bauhauptgewerbe gelten für unterschiedliche Regionen – das Land Berlin hat einen separaten Mindestlohn. Auch die sogenannten neuen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden mit einem separaten Mindestlohn aufgelistet gegenüber den restlichen Bundesländern.

Wie viele Frauen arbeiten im Bauhauptgewerbe?

Das Bauhauptgewerbe ist immer noch eine von Männern dominierte Branche. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt der Anteil von Frauen im Bauhauptgewerbe bei etwa neun bis zehn Prozent. Diese Angabe bezieht sich auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im deutschen Bauhauptgewerbe. Im Baugewerbe generell liegt der Anteil der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen bei etwa 13 Prozent.

Bildet das Bauhauptgewerbe aus?

Traditionell ist die Bauwirtschaft eine Branche, die viele junge Menschen in den vielfältigsten Berufen ausbildet. Das Baugewerbe insgesamt zählt jedes Jahr eine Gesamtzahl von mehr als 30.000 Auszubildenden. Nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie verteilt sich die Gesamtzahl der Auszubildenden in etwa ausgeglichen auf die Lehrjahre 1, 2 sowie 3 und 4. Somit lässt sich erkennen, dass im Bauhauptgewerbe im Durchschnitt jedes Jahr etwa 10.000 junge Menschen eine Ausbildung beginnen und ebenfalls 10.000 Personen die Ausbildung abschließen.

Wie hoch ist der Umsatz im Bauhauptgewerbe?

Das Bauhauptgewerbe verzeichnet in Deutschland monatlich einen baugewerblichen Umsatz von mehreren Milliarden Euro. Dabei ist die Branche durch die Jahreszeiten und Witterungsbedingungen beeinflusst. Daher fallen die Umsätze im Januar und Februar eines jeden Jahres mit etwa zwei bis vier Milliarden Euro Umsatz oft am geringsten aus. Für die verbleibenden Monate liegt die Umsatzspanne meist zwischen etwa 5 und 6,5 Milliarden Euro pro Monat. Insgesamt zeigt sich das Bauhauptgewerbe in einer starken wirtschaftlichen Situation. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes konnte seit dem Jahr 2010 das gesamte Auftragsvolumen in jedem Jahr gesteigert werden.

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