Was ist die Bonitätsauskunft?

Unter Bonität versteht man die Fähigkeit und Bereitschaft einer natürlichen oder juristischen Person, künftige Zahlungsverpflichtungen vollständig und fristgerecht zu erfüllen.

Grundsätzlich bezeichnet Bonität die Kreditwürdigkeit oder Zahlungsfähigkeit. Eine Bank, ein Versandhaus oder ein Vermieter prüfen vor Aufnahme einer Geschäftsbeziehung oder eines Mietverhältnisses, ob der neue Kunde kreditwürdig ist. In eine Bonitätsabfrage fließen aktuelle Verhältnisse und das Zahlungsverhalten aus der Vergangenheit ein.

 

Wann ist die Auskunft "positiv"?

Ihre Bonitätsauskunft ist als positiv gekennzeichnet, wenn bei der ICD weder Daten zu Eintragungen in das Schuldverzeichnis, noch zu Verbraucherinsolvenzverfahren, noch zu laufenden oder bereits abgeschlossenen Inkassovorgängen gespeichert wurden.

 

Wer ist infoscore Consumer Data GmbH?

Die infoscore Consumer Data GmbH (ICD) gehört als Auskunftei zum Geschäftsbereich Risk Management von Arvato Financial Solutions.

Arvato Financial Solutions steht für professionelle Outsourcing-Dienstleistungen (Finance BPO) rund um den Zahlungsfluss in allen Phasen des Kundenlebenszyklus – vom Risikomanagement über Rechnungsstellung, Debitorenmanagement, Verkauf von Forderungen und bis zum Inkasso. Als Financial Solutions Provider betreuet das Unternehmen fast 10.000 Kunden, u. a. aus den Schwerpunktbranchen Handel/E-Commerce, Telekommunikation, Versicherungen, Kreditwirtschaft und Gesundheit und sind damit Europas Nummer 3 unter den integrierten Finanzdienstleistern.

Die ICD verfügt über Informationen zu vertragswidrigem  Zahlungsverhalten. Basis der Informationsdienstleistungen ist der ICD-Datenpool mit ca. 40 Mio. aktuellen Informationen zum negativen Zahlungsverhalten von über 7,8 Mio. Konsumenten. Die ICD erteilt jährlich rund 100 Mio. Auskünfte.

 

Werden Daten zu negativem Zahlungsverhalten bei der ICD wieder gelöscht?

Entsprechend den gesetzlichen Vorschriften werden Daten zu Schuldnerverzeichniseintragungen nach drei Jahren gelöscht. Daten zu Insolvenzverfahren werden am Ende des dritten Jahres nach Erteilung der Restschuldbefreiung gelöscht. Daten, denen Inkassoverfahren zu Grunde liegen, werden am Ende des dritten Jahres nach Ausgleich der Forderung gelöscht.

 

Welche Informationen fließen in die Bonitätsauskunft für Vermieter ein?

Die Bonitätsauskunft stellt eine beweiskräftige Auskunft für Ihre Geschäftspartner dar, die nicht alle zu Ihrer Person bei der ICD gespeicherten Daten enthält, sondern nur die Informationen, die nötig sind, um Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Geschäftspartner (zum Beispiel einem Vermieter) aufzubauen. Die Bonitätsauskunft ist eine Momentaufnahme der Bonität der entsprechenden Person. Sie besagt, dass bis zum Datum ihrer Erstellung die entsprechend beauskunfteten Informationen vorlagen. Sämtliche Informationen, die nach dem Erstellungsdatum eingehen, können deshalb nicht mehr berücksichtigt werden. Aus diesem Grund verlieren ältere Bonitätsauskünfte an Aussagekraft, sie sollten also möglichst aktuell sein.

Die Prüfung erfolgt in der Regel anhand der Daten, die Sie im Portal angegeben haben. Das sind vor allem Vor- und Zuname, die aktuelle Anschrift sowie das Geburtsdatum bzw. Adressen früherer Wohnsitze. Anhand dieser Angaben überprüft die ICD per Abgleich mit Ihrem Datenbestand die Bonität.

Die Bonitätsauskunft beinhaltet unter anderem Vermerke zu nicht bezahlten Rechnungen. Liegen zu Ihrer Person keine Zahlungsstörungen vor,  enthält die Bonitätsauskunft keine Informationen.

Generell ist es nicht so, dass bei jeder Auskunftei dieselben Informationen zu einer Person vorliegen. Auskunfteien sind selbstständige Wirtschaftsunternehmen und haben jeweils eigene Vertragspartner und Informationsquellen. Diese liefern unter Umständen unterschiedliche Zahlungserfahrungen an die jeweilige Auskunftei.

 

Was ist Scoring?

Scorewerte (Score (englisch) = Punktzahl) stellen eine Prognose über das künftige Verhalten von Personengruppen dar. Scorewerte werden auf Basis wissenschaftlich anerkannter mathematisch-statistischer Verfahren berechnet. Scorewerte beschreiben immer nur ein Zahlungsausfallrisiko einer Personengruppe. Sie stellen keine Bewertung der Bonität einer bestimmten Person dar, sondern prognostizieren lediglich das Zahlungsverhalten einer Personengruppe, der der Betroffene angehört. Sie helfen somit, dessen wahrscheinliches Zahlungsverhalten besser einschätzen zu können.

Bei Scoring-Verfahren schließt man aus Erfahrungswerten der Vergangenheit auf gleichartige Ereignisse in Gegenwart und Zukunft. Ähnliche Methoden nutzt man seit langem in der Markt- und Meinungsforschung, um z.B. Wahlergebnisse zu prognostizieren oder auch in der Tarifierung, wo z.B. das Alter oder die Regionalklasse ausschlaggebend für den Ihnen angebotenen Tarif sind.

Abhängig von der anwendenden Branche führt die Nutzung von branchen- oder unternehmensindividuellen Scoring-Verfahren zu unterschiedlichen Ergebnissen.

 

Beinhaltet die Bonitätsauskunft für Vermieter einen Score?

Die Bonitätsauskunft enthält ausschließlich Informationen zu zahlungsgestörten Vorgängen wie Inkassoverfahren oder gerichtliche Mahnverfahren, wenn diese zu Ihrer Person vorliegen sollten. Ein Score ist in diesem Kontext nicht von Relevanz.

 

Wie gewährleistet die ICD den Datenschutz?

Alle Daten die bei der Bonitätsauskunft erhoben werden, unterliegen den Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG). Dessen Einhaltung stellt die infoscore Consumer Data GmbH durch aufwändige technische und organisatorische Maßnahmen sicher.

So werden beispielsweise die Daten stichprobenhaft auf inhaltliche Richtigkeit überprüft und gegebenenfalls zum Beispiel beim Amtsgericht noch mal verifiziert und dann korrigiert.

 

Erkennen Vermieter meine Bonitätsauskunft der ICD an?

Ja. Die ICD ist ein Auskunfteiunternehmen, das bei der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde gemeldet ist. Die ICD speichert Daten zum Zweck der Erteilung von (Bonitäts-) Auskünften.

 

Was haben die personenbezogenen Daten der ICD zum Inhalt?

Die personenbezogenen Daten enthalten zum Beispiel Angaben über eingeleitete Inkassoverfahren, gerichtliche Mahnverfahren, Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, Eintragungen im Schuldnerverzeichnis (früher: „eidesstattliche Versicherung“) und Insolvenzverfahren.

 

Darf die ICD personenbezogene Daten weitergeben?

Die ICD darf diese Daten gemäß § 29 Absatz 2 BDSG weitergeben, wenn die Einwilligung des Betroffenen vorliegt oder der Vertragspartner der ICD ein berechtigtes Interesse glaubhaft dargelegt hat. Ein solches besteht zum Beispiel bei Rechnungskauf oder Ratenzahlung sowie bei Abschluss eines Kredit-, Miet- oder Handyvertrags.

 

Kann ich auf sofortiger Löschung meiner Daten bestehen?

Ein sofortiger Löschungsanspruch des Betroffenen besteht bei Daten zu vertragswidrigem Zahlungsverhalten grundsätzlich nicht. Ausnahmen dazu regelt § 35 Absatz 2 BDSG.

 

Sind die ICD-Daten immer fehlerfrei?

Nach Erhalt Ihrer Bonitätsauskunft können Sie überprüfen, ob die bei der ICD gespeicherten Daten korrekt sind. Für die ICD hat die Qualität der gespeicherten und beauskunfteten Daten oberste Priorität. Sollte ein Eintrag dennoch fehlerhaft sein, wenden Sie sich mit genauen Angaben an die ICD (Telefon: +49 7221 5040 3344). Sie wird dann die Daten vergleichen und erforderlichenfalls korrigieren oder löschen.