Kündigung: höhere Hürden für Vermieter

In Deutschland wird ein Mietvertrag üblicherweise auf unbestimmte Zeit geschlossen. Mieter und Vermieter sollten den Vertrag in beiderseitigem Interesse unbedingt schriftlich abschließen. Der Mieter kann den unbefristeten Mietvertrag jederzeit kündigen, sofern er sich an die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten hält.
Der Vermieter muss höhere Hürden überwinden, wenn er seinerseits den Vertrag kündigen will. Auch für ihn gilt zunächst eine Kündigungsfrist von drei Monaten, die sich aber mit der Dauer des Mietverhältnisses verlängert.
Wohnt der Mieter schon länger als fünf Jahre in der Wohnung, beträgt die Kündigungsfrist sechs Monate. Ab acht Jahren Wohndauer gelten für den Vermieter acht Monate Kündigungsfrist. Außerdem muss der Vermieter einen gesetzlich anerkannten Kündigungsgrund anführen. Er darf das Mietverhältnis beispielsweise beenden, wenn er Eigenbedarf anmeldet oder wenn der Mieter mit seinen Mietzahlungen im Rückstand ist.

Dreimonatsfrist und Schriftform beachten

Ein Mieter, der aus seinem unbefristeten Mietvertrag aussteigen will, braucht keinen Grund dafür anzugeben, er muss lediglich die gesetzliche Kündigungsfrist einhalten. Für die Kündigung von unbefristeten Mietverträgen verlangt der Gesetzgeber die Schriftform. Mieter sollten das Kündigungsschreiben mit Ort und Datum versehen und es persönlich unterschreiben. Sind mehrere Mieter im Mietvertrag eingetragen, müssen alle die Kündigung unterschreiben. Sicherheitshalber sollten Mieter ihre Kündigung per Einschreiben verschicken oder persönlich beim Vermieter abgeben. Kündigungen per Fax oder E-Mail sind unwirksam.