Lexikon Baufinanzierung
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Hypothek

Eine Hypothek ist ein im Grundbuch eingetragenes Recht an einem Grundstück. Dieses Recht erlaubt einem Gläubiger sich an diesem Grundstück durch die Verwertung des selben zu bedienen. Das aus dem Griechischen stammende Wort bedeutet so viel wie Unterpfand oder Grundpfandrecht.

Grundlage für die Hypothek ist eine bestehende Forderung

Die Hypothek wird bei langfristigen Finanzierungen als Sicherungsmittel eingesetzt. Für eine Hypothek ist das Vorhandensein einer persönlichen, auf die Zahlung von Geld gerichteten Forderung unabdingbare gesetzliche Voraussetzung. Diese Forderung ist im Allgemeinen ein Darlehen. Es kann aber auch beispielsweise eine Verpflichtung aus anderen Verträgen oder ein Schadensersatzanspruch sein. Mit der Hypothek überschreibt der Eigentümer die Rechte an einer Immobilie an denjenigen, von dem er eine Gegenleistung erhalten möchte. In der Regel ist dies eine Bank, die im Gegenzug einen Kredit gewährt. Wie hoch die Hypothek ausfallen kann, hängt vor allem vom Wert des Objekts ab, auf das die Hypothek aufgenommen werden soll. Die Hypothek entspricht einem Grundpfandrecht. Kann der Schuldner die Geldzahlungen nicht begleichen, kann der Gläubiger seine Forderungen durch eine Zwangsversteigerung befriedigen. Um dies zu sichern, wird eine Hypothek immer im Grundbuch eingetragen. Die rechtlichen Bestimmungen zu Hypotheken sind im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt. 

Bei Zahlungsausfall droht Zwangsversteigerung

Kommt der Schuldner seinen finanziellen Verpflichtungen regelmäßig nach, reduziert sich die Hypothek kontinuierlich. Ist die Hypothek vollständig beglichen, erlischt die Eintragung im Grundbuch jedoch nicht automatisch. Die Bank muss hierfür eine sogenannte „löschfähige Quittung“ ausstellen. Erst mit dieser kann die Eintragung im Grundbuch gelöscht werden und die Hypothek fällt zurück an den Eigentümer. Sie wandelt sich in eine offene Eigentümerschuld. Es ist möglich, ein Objekt mit mehreren Hypotheken zu belegen. Kommt es zu einem Zahlungsausfall und der daraus resultierenden Zwangsversteigerung, gibt es eine feste Rangfolge, nach der die Gläubiger befriedigt werden. Die Zwangsversteigerung kann durch die Begleichung der ausstehenden Zahlungen verhindert werden. Bei niedrigen Kreditbeträgen muss keine Hypothek aufgenommen werden. Stehen ein Bürge oder ausreichend Eigenkapital zur Verfügung, akzeptieren Banken auch andere Sicherheiten als Hypotheken. 

Vor- und Nachteile von Hypothekendarlehen

Man unterscheidet mehrere Arten von Hypotheken, die vor allem von den finanziellen Möglichkeiten, der individuellen Risikobereitschaft und der persönlichen Lage abhängen. Die gängigste Form der Hypothek für die Immobilienfinanzierung ist die Tilgungshypothek, bei der vorab sowohl die Zinsen als auch die jährlichen Tilgungsraten vereinbart werden. Daneben existieren aber auch variable Hypotheken und Festhypotheken mit abweichenden Bedingungen.

Immobilienbesitzer müssen berücksichtigen, dass bei einem Hypothekendarlehen nicht der volle Kaufpreis eines Hauses als Hypothek eingesetzt werden kann. In der Regel beläuft sich die Hypothekenhöhe auf 60 bis 70 Prozent des ermittelten Verkehrswerts. Wird mehr Geld benötigt, muss eine zweite Hypothek aufgenommen werden. Da bei einer Hypothek die Immobilie bereits als Sicherheit dient, sind die Zinsen günstiger als bei einem herkömmlichen Ratenkredit. Allerdings fallen beim Hypothekendarlehen Gebühren an, die beispielweise bei einem Bausparkredit entfallen. Die Kosten, aus denen sich der Hypothekenkredit zusammensetzt sind das Disagio, Zinsen, Bereitstellungszinsen, Bearbeitungsgebühren, Gebühren für Gutachten zur Gebäudewertermittlung, Notarkosten für die Beurkundung und Beglaubigung des Vertrags sowie ein Entgelt für die Eintragung ins Grundbuch.

Trotz der höheren Nebenkosten haben Hypotheken mehrere Vorteile. Neben den niedrigen Zinsen, da mit der Eintragung ins Grundbuch bereits eine Sicherheit verankert ist, machen auch variable Zinsen und die Möglichkeit zur vorzeitigen Rückzahlung diese Kreditform sehr attraktiv. Als Nachteile sind die höheren Kosten durch die Grundbucheintragung zu nennen. Außerdem kann die Immobilie nicht veräußert werden, solange eine Hypothek auf ihr lastet. Eine Vermietung ist jedoch jederzeit möglich, da die Immobilie von den Eigentümern frei genutzt werden kann. Dies umfasst auch die Vermietung des Objekts. 

Genügend Eigenkapital ansparen

Vor dem Erwerb einer Immobilie sollte immer genau durchgerechnet werden, ob man sich das Wunschobjekt wirklich leisten kann. Allgemein wird geraten, über mindestens 20 Prozent Eigenkapital zu verfügen. Besser sind bis zu 40 Prozent. Ein Immobilienkauf ohne Eigenkapital ist nur dann ratsam, wenn sehr hohe Einkünfte erzielt werden. Auch die aktuellen Zinsen spielen eine Rolle, da diese Einfluss auf die Höhe der Kredite nehmen. Um die vereinbarte Hypothekenrate begleichen zu können, sollten nicht mehr als 40 Prozent des Haushaltseinkommens dafür eingeplant werden. Hat man eine lange Zinsbindung vereinbart, bleiben die Raten über einen langen Zeitraum konstant und können somit besser kalkuliert werden. Um zu vermeiden, dass die Forderungen aus dem Hypothekendarlehen nicht mit der Immobilie bedient werden können, sollte ein eventueller Wertverlust des Hauses bei der Höhe der Hypothek einkalkuliert werden. Auch sollte die anfängliche Tilgung nicht zu niedrig gewählt sein, um die Finanzierungsdauer möglichst kurz zu halten. 

Hypothek wird durch Grundschuld abgelöst

Die Bedeutung der Hypothek tritt in der Praxis zu Gunsten der Grundschuld immer weiter zurück. Geschätzt wird, dass lediglich 20 Prozent aller Grundpfandrechte noch Hypotheken sind. Die Hypothek steht im Gegensatz zur Grundschuld und zeichnet sich durch die enge Verknüpftheit der Geldforderung des Gläubigers mit dem Grundstück aus. Bei der Grundschuld handelt es sich um ein abstraktes Recht, die bestehende Immobilie zu beleihen. Um die Grundschuld eintragen zu lassen, muss keine konkrete Geldforderung bestehen. Vielmehr dient die Immobilie dauerhaft als Sicherheit für verschiedene Forderungen, auch wenn diese zum Zeitpunkt der Eintragung noch nicht bestanden haben. Wird ein Gebäude als Sicherheit eingesetzt, wird dies im Grundbuch vermerkt.