Lexikon Baufinanzierung
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Hausratversicherung

Eine Hausratversicherung sichert alle Gegenstände, die dem Versicherungsnehmer zur privaten Nutzung im Haushalt dienen gegen Schäden durch Feuer, Blitzschlag, Explosion, Leitungswasser, Sturm, Hagel, Einbruchdiebstahl sowie Raub und Vandalismus ab.

Somit versichert eine Hausratversicherung alle Einrichtungsgegenstände sowie Gebrauchs- und Verbrauchsgegenstände. Hierzu zählen sowohl Möbel, Kleidung und Haushaltselektronik als auch Nahrung und alle anderen beweglichen Sachen im Haushalt des Versicherungsnehmers.

Neben dem Eigentum des Versicherungsnehmers ist auch das Eigentum der ständig im Haushalt lebenden Personen mitversichert, also auch die beweglichen Gegenstände des Ehepartners oder der Kinder. Als Versicherungsort wird die jeweilige Wohnung der Versicherungsnehmer in der Police vermerkt. Neben der Wohnung gehören auch Terrassen, Balkone, Loggien und Gemeinschaftsräume in Mehrfamilienhäusern wie Hausflure, Waschkeller oder Fahrrad-Stellplätze zum Versicherungsort. Je nach Versicherung und individueller Vereinbarung fallen auch Nebengebäude in unmittelbarer Nähe der Wohnung unter den Versicherungsschutz. Dies können Garagen, Carports oder Gartenhäuser sein.

Die Versicherungssumme richtet sich nach der Wohnfläche und den Zusatzleistungen. Die übliche Versicherungssumme je Quadratmeter liegt bei 600 bis 800 Euro. Diese Summe kann jedoch in Abhängigkeit des Gegenwertes der Einrichtung höher oder niedriger angesetzt werden.

Die Hausratversicherung als Neuwertversicherung

Erstmals in Erscheinung trat die Hausratversicherung im Jahr 1942. Damals präsentierte man sie als eigenständigen Versicherungszweig auf Grundlage des sogenannten Tarifs VHB 42. Überarbeitungen der Allgemeinen Hausratversicherungsbedingungen wurden jeweils in den Jahren 1966, 1974, 1984, 1992, 2000 sowie 2004 und 2008 vorgenommen.

Die heutige Hausratversicherung ist eine Neuwertversicherung. Den Versicherungsnehmern werden hierbei diejenigen Kosten erstattet, die bei einer gleichwertigen Neuanschaffung des beschädigten oder zerstörten Gegenstandes anfallen würden. Neben diesen Sachschäden erstattet die Versicherungsgesellschaft in der Regel auch Aufräumkosten, Schutzkosten oder Hotelkosten. Insbesondere die Hausratversicherung kann individuell auf die Bedürfnisse der Versicherungsnehmer zugeschnitten werden. Bei Abschluss einer Hausratversicherung sollte man sich unbedingt informieren, welche Gegenstände eine gesonderte Absicherung benötigen, zu diesen zählen zum Beispiel Cerankochfelder oder Aquarien.

Wichtige Hinweise in puncto Hausratversicherung

Wie in beinahe jeder Versicherungssparte ist auch bei der Allgemeinen Hausratversicherung die korrekte Festlegung der betreffenden Summe wichtig. Ist der reale Wert des gesamten Hausrates höher als die zuvor vereinbarte Versicherungssumme, so sprechen Experten von einer sogenannten Unterversicherung. Diese wirkt sich im Fall eines Schadens nachteilig aus, da die finanzielle Entschädigung des Versicherungsunternehmens im Schadensfall lediglich anteilig berechnet wird.

Ein Beispiel: Ein Hausrat im Wert von rund 80.000 Euro sowie einer Versicherungsdeckung von 50.000 Euro bezahlt stets nur fünf Achtel eines Schadens, maximal also 50.000 Euro. Die Entschädigung entspricht hier dem Schaden multipliziert mit der Versicherungssumme durch den Versicherungswert. In diesem Fall können Versicherte einen sogenannten Unterversicherungsverzicht eingehen. Dieser garantiert einen tatsächlichen Schadensersatz bis hin zur Höhe der jeweiligen Versicherungssumme. Hat der Versicherte eine sehr große Immobilie, so kann dies jedoch auch zu einer nicht gewünschten Überversicherung führen. In diesem Fall ist die vereinbarte Versicherungssumme höher als der eigentliche Versicherungswert.