Lexikon Baufinanzierung
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Bauzeitzinsen

Bauzeitzinsen sind Zinsen, die während der Bauphase einer Immobilie anfallen. Der zur Verfügung stehende Kredit wird in dieser Phase noch nicht vollständig, sondern in Teilen je nach Baufortschritt ausgezahlt. Für den bereits ausgezahlten Teilbetrag fallen Zinsen an. Für den noch nicht ausgezahlten Betrag werden Bereitstellungszinsen berechnet.

Bauzeitzinsen werden ab der ersten Darlehensauszahlung eines Baukredites bis zur Fertigstellung des Bauprojektes berechnet. Die Höhe des Zinssatzes richtet sich in der Regel nach den Finanzierungskonditionen der Gesamtfinanzierung. Es kann jedoch aufgrund der Teilauszahlungen und dem damit erhöhten Arbeitsaufwand zu einem Zinsaufschlag kommen. Für den noch nicht ausgezahlten Darlehensteil wird mit der Bank eine bereitstellungszinsfreie Zeitspanne vereinbart, die bis zu zwölf Monate betragen kann. Nach dieser Zeit, verlangt der Kreditgeber für die Bereithaltung des Darlehens Bereitstellungszinsen. Die Bereitstellungszinsen berechnen sich aus dem noch nicht ausgezahlten Darlehensanteil und betragen ca. 0,25 Prozent pro Monat. Da ein bis zwei Monate Verzögerung bei Bauprojekten immer einkalkuliert werden müssen, sollten Darlehensnehmer für diesen Fall einen ausreichenden Puffer in die Finanzierung einrechnen lassen. Je nach Kreditinstitut besteht die Möglichkeit die Zinsen monatlich oder aber als Aufschlag auf das Darlehen nach Beendigung der Bauphase zu zahlen. Darlehensnehmer müssen letztere Option jedoch bei der Berechnung ihres Finanzierungsbedarfs berücksichtigen.

Wenn es sich bei der Immobilie um eine Kapitalanlage handelt, können die Bauzeitzinsen als Werbungskosten beim Finanzamt geltend gemacht werden.