Lexikon Baufinanzierung
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Auflassungsvormerkung

Die Auflassungsvormerkung sichert nach § 883 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) den schuldrechtlichen Anspruch auf die Übertragung des Eigentums an einer Immobilie. Das bedeutet, dass die Auflassungsvormerkung die Eigentumsansprüche des Immobilienkäufers schützt, bis dieser als Eigentümer in das Grundbuch des Grundstückes eingetragen ist.

Trotz unterzeichnetem Kaufvertrag ist eine Eintragung in das Grundbuch notwendig, um wirksam das Eigentum an einem Grundstück von dem Verkäufer auf den Käufer zu übertragen. Der Erwerber wird erst mit Eintragung in das Grundbuch auch zum Eigentümer des Grundstückes. Jedoch kann die Eintragung der neuen Eigentumsverhältnisse nach Auslastung des jeweils zuständigen Grundbuchamtes einen längeren Zeitraum beanspruchen. Aus diesem Grund gibt es die Auflassungsvormerkung. Sie wird bis zur endgültigen Grundbucheintragung des Käufers in Abteilung II des Grundbuches vermerkt. Somit besteht eine direkte Verbindung zur sogenannten Auflassung. 

Auflassungsvormerkung für Immobilienkäufer vorteilhaft

Ist eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen, kann das Grundstück nicht noch einmal an einen anderen Interessenten verkauft werden. Ohne die Eintragung der Auflassungsvormerkung in das Grundbuch des Grundstückes wäre ein Zweitverkauf möglich, da Verkäufer bis zur Änderung der Eigentumsverhältnisse im Grundbuch anderen gegenüber als der Eigentümer des Grundstückes gilt. Experten raten deswegen zum Eintrag einer Auflassungsvormerkung. Diese schütze die Käuferrechte und bewahrt in Folge dessen auch vor Streitigkeiten um das betreffende Grundstück.  

Die rechtliche Wirkung der Auflassungsvormerkung

Gesetzlich geregelt ist die Auflassungsvormerkung in den §§ 883 ff. des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Dabei hat sie im deutschen Recht verschiedene Wirkungen: Beispielsweise werden Verfügungen beziehungsweise Rechte des jeweiligen Schuldners über ein bestimmtes Grundstück unwirksam, sobald die Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen ist. Dieser Sachverhalt wird als relative Unwirksamkeit bezeichnet. Darüber hinaus regelt die Auflassungsvormerkung die Haftung für Verwendungen, Nutzungen und Schäden auf das jeweilige Grundstück nach §§ 987 ff. BGB.

Haftung für das jeweilige Grundstück

Insbesondere die Haftung für ein jeweiliges Grundstück kann in Verbindung mit einer Auflassungsvormerkung interessant für den jeweiligen Verbraucher sein. Schließlich regelt die Vormerkung die Haftung für sowohl Schäden, Nutzungen und Verwendungen des jeweiligen Grundstücks. Die entsprechende Regelung findet sich nicht nur in §§ 987 ff. BGB, sondern auch im § 836 des BGB. Hier gilt beispielsweise im Allgemeinen: Stirbt oder verletzt sich ein Mensch durch den Einsturz eines Gebäudes beziehungsweise Teile dieses Gebäudes, so ist der Besitzer des Grundstückes zum Schadenersatz verpflichtet. Natürlich insofern der Vorfall auf eine fehlerhafte Errichtung oder mangelnde Unterhaltung zurückzuführen ist. Gleiches gilt für den Fall der Sachbeschädigung. Diese Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Besitzer seiner Sorgfalt nachkam und der Vorfall trotzdem geschieht. Darüber hinaus regelt dieser Paragraph auch die Verantwortlichkeit eines früheren Besitzers, insofern die Ablösung beziehungsweise der Einsturz innerhalb eines Jahres nach seinem Besitz eintritt. 

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