Laut Energiesparverordnung (EnEV) darf der Energieverbrauch bei einem Neubau einen bestimmten Standardwert (Effizienzhaus-100-Standard) nicht überschreiten. Dieser bezieht sich auf den Energiebedarf eines Gebäudes pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche. Das Effizienzhaus KfW-70 verbraucht im Vergleich zum Standardwert 30 Prozent weniger Energie. Welche Anforderungen für ein solches Gebäude erfüllt sein müssen und welche Kosten dabei auf Sie zukommen, lesen Sie hier.

Gleich zum Wunschthema:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei einem Effizienzhaus KfW-70 wird im Vergleich zum Standard (KfW-100) der Primärenergieverbrauch 30 Prozent niedriger.
  • Die KfW bietet für Neubauten, den Erwerb von saniertem Wohnraum sowie für die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien Förderkredite und Zuschüsse an.
  • Die Hinzunahme eines Energieexperten für energetische Sanierungsmaßnahmen ist eine Voraussetzung für die Erfüllung der Förderbedingungen der KfW.
  • Mit dem KfW-Programm 431 können jedoch die Kosten eines Energieexperten mit bis zu 4.000 Euro bezuschusst werden. 
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Wodurch zeichnet sich das KfW-Effizienzhaus 70 aus?

KfW 70

Was bedeutet KfW Effizienzhaus 70?

Alle Neubauten entsprechen dem Effizienzhaus-100-Standard der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Das Effizienzhaus KfW-70 steigert die Energieeffizienz durch einen 30 Prozent geringeren Verbrauch. Sowohl Alt- als auch Neubauten können nach diesem Standard saniert beziehungsweise errichtet werden.

Ihre Vorteile: Das Effizienzhaus KfW-70 senkt nicht nur langfristig die Energiekosten – die Immobilie zeichnet sich auch durch Werterhalt aus. Außerdem gewährt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz: KfW) den Besitzern eines nach diesem Standard gebauten Hauses besonders zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse von mehreren tausend Euro.


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KfW-Effizienzhaus 70: Was sind die Anforderungen?

Die Standards des Effizienzhauses KfW-70 können durch verschiedene Sanierungsmaßnahmen erreicht werden. Dabei spielen vor allem die Dämmung sowie die Nutzung neuer Heizanlagen eine tragende Rolle. Um den Standard des Effizienzhauses KfW-70 zu erreichen, können Bauherren folgende baulichen Maßnahmen vornehmen:

  • dickere Dämmung an Außenwänden und Dach

  • Fenster mit Dreifachverglasung und energieeffiziente Spezialrahmen

  • Wärmepumpen

  • Holzpellet- oder Biomasseheizungen

  • Photovoltaikanlage für Warmwasser

  • Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung

Damit die Anforderungen des Effizienzhauses KfW-70 überhaupt erfüllt werden, müssen folgenden Vorgaben eingehalten werden:

  • Der Primärenergiebedarf eines Effizienzhauses KfW-70 darf im Vergleich zum Referenzgebäude (Effizienzhaus KfW-100) nicht höher als 70 Prozent sein.

  • Der Transmissionsverlust (damit ist der Wärmeverlust an Fenstern, Böden und Dächern gemeint) darf nicht höher als 85 Prozent sein.

Energieeffizienzklassen bei Wohngebäuden Zulässiger Energiebedarf je Quadratmeter und zu erwartende Kosten je Quadratmeter
Tipp:

Bauherren und Eigentümer sollten beim Bau beziehungsweise Umbau die Expertise eines Energieberaters in Anspruch nehmen. Dadurch wird einerseits sichergestellt, dass die energetischen Anforderungen erfüllt werden. Andererseits bezuschusst die KfW die Kosten für einen Energieberater mit bis zu 4.000 Euro (KfW-Programm 431).

Worauf Sie bei der Lüftungsanlage im Effizienzhaus KfW-70 achten sollten

Meist werden Frischluft und Abluft mittels zentraler Lüftungsanlage ausgetauscht. So wird die Heizwärme im Inneren des Gebäudes gehalten. Die Anforderungen an die Luftdichtigkeit der Fugen richtet sich auch hier nach der EnEV. Als Obergrenze sind also drei Hausvolumen und bei Häusern mit mechanischer Lüftungsanlage 1,5 Hausvolumen pro Stunde bei 50 Pa Unterdruck erlaubt (Blower-Door-Messung). Ansonsten werden keine konzeptionellen Vorgaben definiert.

Achtung:

Es kommt im Einzelfall sehr darauf an, wie diese Druckunterschiede zustande kommen. Setzen sie sich aus kleinen Leckagen quer durch das ganze Haus zusammen, wird wenig passieren. Wenn jedoch fast der gesamte Druckunterschied an einen oder wenigen Stellen aufgebaut wird, weil es größere Lecks gibt, ist der rechnerische Wert zwar eingehalten, der anschließende Schimmelschaden droht jedoch ganz massiv zu werden – trotz guten Blower-Door-Tests. Hier sollte man sich von unabhängigen Experten beraten lassen.

KfW-Effizienzhaus 70: Welche Förderungen gibt es?

Für ein KfW-Effizienzhaus 70 gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten. In der folgenden Übersicht erhalten Sie einen Überblick über die Förderpakete der KfW für ein Effizienzhaus KfW-70:

KfW-Programm Information
151/152 (Kredit)

Förderkredit mit bis zu 100.000 Euro für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus (151)

Förderkredit mit bis zu 50.000 Euro für Einzelmaßnahmen oder Maßnahmenpakete (152)

  • gilt auch für den Kauf von saniertem Wohnraum
  • bis zu 22.500 Euro Tilgungszuschuss (151)
153 (Kredit)

für den Kauf oder Bau eines neuen KfW-Effizienzhauses

  • Förderkredit mit bis zu 100.000 Euro je Einheit
  • Tilgungszuschuss von bis zu 15.000 Euro
  • gilt auch für den Erwerb einer neuen Eigentumswohnung
270 (Kredit)

Förderkredit für Strom und Wärme

  • Kredit bis zu 50 Mio. Euro pro Vorhaben
  • für strom- und wärmeerzeugende Anlagen, Netze und Speicher
  • für Photovoltaik, Wasser, Wind, Biogas und weitere
431 (Zuschuss)

Für Planung und Baubegleitung durch einen Energieexperten

  • Zuschuss in Höhe von bis zu 4.000 Euro
  • Übernahme von 50 Prozent der Kosten eines Experten
  • kann nur mit den KfW-Programmen 151/152, 153 oder 430 in Anspruch genommen werden
433 (Zuschuss)

Zuschuss für innovative Gewinnung von Energie

  • Je Brennstoffzelle: Zuschuss bis zu 28.200 Euro

Was wird beim Effizienzhaus KfW-70 gefördert?

Nicht alle Objekte mit dem Standard eines KfW-70-Hauses werden mit zinsgünstigen Krediten und Tilgungszuschuss gefördert. Grundsätzlich können wohnwirtschaftlich genutzte Gebäude, die errichtet werden oder im Rahmen des Ersterwerbs, gefördert werden. Hierzu zählen auch Alten- und Pflegeheime sowie Wohnheime. Auch der Ausbau bestehender Gebäude wie beispielsweise der Ausbau eines vorher nicht beheizten Dachgeschosses bei Altbauten zum KfW-70-Standard ist förderfähig.

Gut zu wissen:

Energetische Sanierungen werden bei einem Ferien- oder Wochenendhaus beziehungsweise -wohnung nicht von der KfW gefördert. 

Beispielrechnung einer energetischen Sanierung

Sanierungsmaßnahme Wirkung Kosten*
Außenwanddämmung Wärmeverlust wird verringert 16.000 Euro
Dachdämmung Wärmeverlust wird verringert 12.000 Euro
Belüftungsanlage Raumklima wird verbessert und Schimmelgefahr verringert 7.500 Euro
Photovoltaikanlage Heizkosten sind geringer und die Umwelt wird geschont 12.000 Euro
Kosten (gesamt)   47.500 Euro

*Bei den hier angegebenen Kosten handelt es sich um ungefähre Schätzwerte. Die tatsächlichen Kosten können hiervon abweichen.

Fazit

Wenn ein Eigentümer seine Bestandsimmobilie mit diesen Maßnahmen energetisch sanieren würde, könnte er beispielsweise das KfW-Programm 152 in Anspruch nehmen. Hier kann für energetische Sanierungsmaßnahmen oder Maßnahmenpakete ein Förderkredit mit bis zu 50.000 Euro geltend gemacht werden.


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Ist eine Energieberatung für KfW-Effizienzhaus 70 sinnvoll?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert die Inanspruchnahme einer Energieberatung beim Bau eines Effizienzhauses KfW-70. Die Zuschüsse betragen bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten – unabhängig vom KfW-70-Darlehen als solches.

Bei Einfamilienhäusern sind das in der Regel maximal 800 Euro, die Bauherren geltend machen dürfen. Damit fördert die BAFA Energieberatungen vor Ort, um die bestmöglichen Energieeffizienzmaßnahmen für das konkrete Bauvorhaben oder Haus zu ermitteln.

Um von der Förderung zu profitieren, müssen Bauherren einen bei der BAFA, der Architektenkammer oder bei der Energieagentur angemeldeten Energieberater aussuchen und beauftragen. Dieser Sachverständige für Energieeffizienz ist gleichzeitig ein wichtiger Partner für die Umsetzung aller Energiefragen am Gebäude und kann Bauherren von der Haustechnik bis zur Dämmung zur Seite stehen.

Dabei ist nicht entscheidend, ob das KfW-70 Haus ein Holzhaus oder ein Steinhaus ist, eine Öl- oder Gasheizung aufweist, ein Sattel- oder Flachdach hat. Was zählt, sind einzig die Möglichkeiten zur Energieeinsparung. Denn mit dem Bau eines KfW-Effizienzhauses 70 erleichtern die Bauherren nicht nur ihr Gewissen im Hinblick auf die Umwelt. Durch den hohen Wirkungsgrad der Anlagen spart das KfW 70 Haus auch bares Geld beim Energieverbrauch.

Welche Anlagen und Energieträger am besten passen, ermitteln die Bauherren im Handumdrehen mit dem Energieberater. Dabei gehören folgende Punkte zum Leistungsumfang des Energieberaters:

 

  • Bestandsaufnahme des energetischen IST-Zustandes, falls die Immobilie bereits besteht

  • Schwachstellen identifizieren und Energieeinsparmaßnahmen vorschlagen

  • energetische Fachplanung inkl. Prüfung aller Angebote der verschiedenen Gewerke

  • Baubegleitung, um Bauschäden zu vermeiden und das meiste aus den Einsparmaßnahmen herauszuholen

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Wie hoch ist der KfW-70-Darlehens-Zinssatz?

Kredite der KfW-Bank zeichnen sich allgemein durch günstige und verbraucherfreundliche Konditionen aus. Nimmt der Kreditnehmer das KfW-70-Darlehen aus dem Programm „Energieeffizient Sanieren“ auf, so liegt der KfW-70-Darlehens-Zinssatz bei 0,75 Prozent effektivem Jahreszins.

Das trifft allerdings nur bei einem Darlehen in Höhe von 100.000 Euro bei 30 Jahren Laufzeit zu und kann je nach Laufzeit und Länge variieren. Mit einem Finanzierungspartner vor Ort können Sie Ihren Bedarf und den entsprechenden Zinssatz des KfW-70-Darlehens exakt berechnen.

Hinweis:

Bei einem Beratungsgespräch können Sie in Erfahrung bringen, ob Ihre geplante Maßnahme für Zuschüsse wie den Zuschuss 430 „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ infrage kommt.

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