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Außergewöhnliche Häuser: Hausbootbesitzerin Sarah Masur

Wie lebt es sich auf dem Wasser? Hausbootbesitzerin Frau Masur verrät uns, wie es dazu kam, dass sie ihre Stadtwohnung gegen ein Hausboot tauschte und was sie an ihrem außergewöhnlich Wohnsitz am meisten liebt.

Frau Masur, man trifft jetzt nicht jeden Tag eine Familie, die auf einem Hausboot lebt. Warum haben Sie sich dazu entschieden, aus der Stadt wegzuziehen und auf einem Hausboot zu leben?

Frau Masur: Mein Mann Patrick hat sich ein neues Hobby gesucht und den Bootsführerschein gemacht. Daraufhin schaute er nach Booten und wir fanden ein superschönes Boot, doch der Preis war hoch und wir waren uns unsicher darüber. Wir beschlossen noch ein bisschen zu warten, schauten aber trotzdem immer wieder nach Booten und lernten fleißig dazu. Dann entdeckten wir irgendwann die Hestholm, hatten ein langes Telefonat mit dem Eigentümer und haben es uns dann direkt angeschaut, verliebt und gekauft.

Da es finanziell nicht ging, Wohnung und Hausboot gleichzeitig zu besitzen, haben wir uns für Boot und gegen Wohnung entschieden. Das Leben ist wesentlich schöner und nicht so beengt wie man glaubt. Und wenn man es genau nimmt …sind wir ja in der Stadt nur nicht auf Festland :)

Wohnen Sie das gesamte Jahr über auf dem Hausboot? Welche Jahreszeiten verbringen Sie am liebsten auf dem Hausboot und warum?

Frau Masur: Wir wohnen 365 Tage im Jahr hier und lieben sowohl den Sommer als auch den Winter. Im Sommer ist man froh wieder draußen sein zu können und die komplette Außenfläche und die sozialen Kontakte zu genießen. Wenn der Winter beginnt, freuen wir uns, den Kamin anmachen zu können und uns auch mal wieder einzuigeln und für uns zu sein.

Was sind die wichtigsten Dinge, die man bei einem Leben auf einem Hausboot beachten muss?

Frau Masur: Patrick sagt immer so schön, „man darf nicht zu romantisch an die Sache ran gehen“. Anders gesagt: Es ist Arbeit wie bei einem Haus auch. Man muss sich einfach auskennen und Dinge auch mal selber machen können. Elektrizität, Wasser und Strom sind ein ständiges Thema.

Haben Sie schon gefährliche Situationen erlebt und wie haben Sie diese gemeistert?

Frau Masur: Ich kann mich noch sehr gut an ein Ankermanöver erinnern mit einem anderen schweren Stahlboot in Kombination mit starkem aufkommendem Gewitter. Die Anker reichten nicht, lösten sich und trieben das Bootspäcken an das Ufer und einen kleinen Segler. Die Motorkraft beider Boote hat irgendwann gereicht, um wieder einen sicheren Ankerplatz zu finden. Parallel dazu regnete es stark, die Fenster waren geöffnet und unser 1,5-jähriges Kind war mittendrin. Patrick zog den Anker raus und war voller Schlamm (selbst in den Augen!) und sprang einfach ins Wasser, als alle wieder in Sicherheit waren.

Gibt es Herausforderungen, mit denen Sie nicht gerechnet haben?

Frau Masur: Der Strom fällt manchmal weg, wenn zu viele Geräte an sind. Man muss also immer genau berechnen, welche elektrischen Geräte man sich anschafft und wie man diese betreiben will. Man hat die Herausforderungen aus einem „normalen“ Haus und die eines Bootes vereint. Am Anfang hatten wir auch keine Waschmaschine, weil es schon eine im Hafen gab. Jedoch mussten wir den Hafen wechseln und folglich dann mit Kind in Waschsalon, bis wir uns entschieden haben, eine Waschmaschine an Bord zu betreiben.

Um zukünftigen Hausbootbesitzer:innen mal einen Einblick zu geben, gibt es bei den Behörden gewisse Herausforderungen, oder Dinge, die zu beachten sind?

Frau Masur: In Berlin darf man sich auf dem Boot nicht melden und Hausboote sind auch nicht sonderlich gern in den meisten Häfen gesehen. Einen Liegeplatz zu bekommen ist schon ein wichtiges Thema. Ein Boot ist schnell gekauft, der Liegeplatz die Nadel im Heuhaufen und die Behörden machen es nicht leichter. Mit einem Boot bis 15m hat man in den meisten Sportboothäfen noch eine Chance; bei längeren Booten wird es da dünn.

Wenn Sie zurückdenken, was ist Ihre liebste Erinnerung im Zusammenhang mit Ihrem Hausboot?

Frau Masur: Es ist definitiv der Ausbau des Babyzimmers. Wir haben das Zimmer mit Bedacht minimalistisch eingerichtet und uns nicht mit Geschenken zubomben lassen. Wir haben nur die wichtigen Dinge besorgt. Parallel dazu haben wir noch ein neues Schlafzimmer gebaut und alles selbst gemacht.

Was lieben Sie am meisten an einem Leben auf dem Hausboot?

Frau Masur: Das viele Draußensein, Baden vor der Tür, nach Hause kommen, Baden gehen und erst rein gehen, wenn man müde ist. Außerdem ist es herrlich, sein eigenes Heim zu haben, um das man sich kümmern kann und muss.

Was empfehlen Sie jedem, der sich für ein Hausboot interessiert?

Frau Masur:  Man sollte so viel wie möglich vorab informieren und nicht zu blauäugig an die Sache rangehen. Und man muss es wirklich wollen und nicht gleich bei der ersten Schwierigkeit das Handtuch werfen. Es lohnt sich durchzukämpfen.

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2021-07-29T15:19:00+02:00
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