Preis vor Perfektion: Wo Menschen beim Wohnen Kompromisse machen und wo nicht
Wie viel Perfektion braucht das neue Zuhause? Eine aktuelle Wohnstudie von Appinio im Auftrag von ImmoScout24 zeigt: Für deutlich niedrigere Wohnkosten sind viele Menschen bereit, bei Gebäudealter, Wohnfläche oder Arbeitsweg Abstriche zu machen. Bei Lage, Ruhe und Energieeffizienz fällt die Kompromissbereitschaft dagegen deutlich geringer aus. Und sowohl bei der Miet- als auch bei der Kaufsuche bleibt der Preis das häufigste Ausschlusskriterium.
- 27 Prozent würden für ein Drittel niedrigere Wohnkosten ein älteres Gebäude akzeptieren.
- 21 Prozent würden sich mit weniger Wohnfläche arrangieren, 20 Prozent mit einem längeren Arbeitsweg.
- Nur 9 Prozent würden dafür eine schlechtere Lage, jeweils 7 Prozent eine lautere Umgebung oder schlechtere Energieeffizienz akzeptieren.
- Bei Miet- und Kaufimmobilien ist ein zu hoher Preis das häufigste Ausschlusskriterium.
Alter und Größe sind am ehesten verhandelbar
Für ein Drittel niedrigere Wohnkosten würden 27 Prozent der Befragten ein älteres Gebäude akzeptieren. 21 Prozent könnten sich eine kleinere Wohnfläche vorstellen und 20 Prozent einen längeren Arbeitsweg. Auch auf einen eigenen Parkplatz könnten 19 Prozent verzichten, 18 Prozent würden eine schlechtere ÖPNV-Anbindung in Kauf nehmen.
Deutlich geringer ist die Bereitschaft, bei grundlegenderen Eigenschaften des Wohnumfelds Abstriche zu machen. Nur 9 Prozent würden eine schlechtere Lage akzeptieren, jeweils 7 Prozent eine lautere Umgebung oder eine schlechtere Energieeffizienz. 23 Prozent würden trotz der deutlich niedrigeren Wohnkosten bei keinem der abgefragten Merkmale Kompromisse eingehen.
“Unsere Studie zeigt, wo bei der Wohnungssuche die Grenzen der Kompromissbereitschaft liegen: Bei Ausstattung, Fläche oder Gebäudealter sind viele Menschen flexibel. Preis und grundlegende Wohnqualität wie Lage oder Ruhe wiegen dagegen deutlich schwerer”, sagt Nicolas Cheron, Geschäftsführer von ImmoScout24.
Für Mieter:innen setzt der Preis die klare Grenze
Bei einer ansonsten passenden Mietwohnung zeigen sich die Befragten vor allem bei einzelnen Ausstattungsmerkmalen flexibel. 33 Prozent würden am ehesten auf ein Gäste-WC verzichten. Jeweils 18 Prozent könnten auf ein modernes Bad, eine modernisierte Wohnung oder Balkon beziehungsweise Terrasse verzichten.
Anders sieht es beim Preis aus: Für 38 Prozent ist eine zu hohe Miete ein absolutes Ausschlusskriterium und damit der am häufigsten genannter Grund, eine ansonsten infrage kommende Mietwohnung nicht weiterzuverfolgen.
Kaufinteressierte verzichten eher auf Ausstattung als auf Budget
Bei einer ansonsten passenden Kaufimmobilie würden 25 Prozent auf eine moderne Ausstattung verzichten. 24 Prozent könnten sich auch eine Immobilie außerhalb des gewünschten Stadtgebiets vorstellen, 21 Prozent auf ein zusätzliches Zimmer verzichten. Jeweils 20 Prozent wären bei Wohnfläche oder modernem Badezimmer kompromissbereit.
Auch beim Immobilienkauf setzt der Preis häufig die Grenze: 25 Prozent nennen einen zu hohen Kaufpreis als Ausschlusskriterium, 19 Prozent einen hohen Sanierungsbedarf.
Methodik
Die Umfrage wurde vom 7. bis 8. Juli 2026 vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Appinio im Auftrag von ImmoScout24 durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren, die hinsichtlich Alter und Geschlecht repräsentativ für die deutsche Bevölkerung sind.
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2026-10-12T08:00:00+02:00
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