Mietwohnungen in Erfurt

In Erfurt werden derzeit 346 Mietwohnungen angeboten. Die durchschnittliche Kaltmiete in Erfurt beträgt 6,30 Euro/m², was einer Mietpreisentwicklung von +3% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Wohnungsmarkt in Erfurt hält derzeit vergleichsweise 75 Eigentumswohnungen bereit, was bedeutet, dass der Anteil an Mietwohnungen in Erfurt 82% vom Gesamtbestand der angebotenen Wohnungen ausmacht.

Tipps zur Suche in Erfurt

Mietwohnungen machen regelmäßig etwa 2/3 des Immobilienmarktes in Erfurt aus. Die Nachfrage nach Mietwohnungen ist seit etwa 2000 ungebrochen und wächst stetig. Allerdings deutet die hohe Leerstandsquote auf ein noch etwas unzureichendes Angebot hin. Können die vielen Neubauprojekte den Bedarf überhaupt decken? Was bedeutet das für Mieter in den gefragten Stadtteilen und Vierteln?

Die Grundstimmung auf dem Erfurter Wohnungsmarkt ist gut

Mietwohnungen in Erfurt

Henry Czauderna - Dollar Photo Club

Vielfach konnte Erfurt in den letzten Jahren namhafte Unternehmen der Logistik- und Dienstleistungsbranche anziehen. Dadurch gewinnt die Stadt an Profil, die Nachfrage nach passendem Wohnraum steigt. Allerdings liegt der Bedarf an mittleren und gehobenen Wohnraum regelmäßig über dem tatsächlichen Angebot. Das hat zur Folge, dass einzelne Stadtteile teilweise Leerstandsquoten von über 15 Prozent aufweisen. Aus Mietersicht bedeutet das vor allem ein starkes Preisgefälle von zentralen bis nördlichen Stadtteilen. Gleichzeitig investieren Stadt und private Investoren aber in diesem Bereich, der bis jetzt weitläufig mit Plattenbauten versehen ist. Immer mehr junge Familien und Studenten weichen auf diese äußeren Gebiete aus, die größtenteils solide über den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden sind. Zusätzlichen Schub dürfte die ab 2017 in Betrieb genommene Fernverkehrsachse des Erfurter Hauptbahnhofs bieten. Spätestens dann sind nämlich auch große Teile der geplanten Neubaugebiete entlang der Gera fertiggestellt. Mit großen, weiträumigen Garten- und Parkanlagen wird der Teil besser an die Kernstadt angebunden. Gleichzeitig steigt der Anteil höherwertigen Mietwohnungen in Erfurt, was für verjüngte und attraktivere Viertel sorgen soll. Aus diesem Grund gelten die Angebotsmieten der ersten fertiggestellten Wohnquartiere als günstig, da allgemein von weiter steigenden Immobilienpreisen ausgegangen wird. Die ersten Mieter könnten sich dabei auf Sicht mehrerer Jahre durchaus größere Einsparungen sichern.

Gruppe Bevorzugte Wohnlagen Charakteristika
Singles Musikerviertel hochwertige Mietwohnungen in attraktiven Gründerzeitbauten, solides Wohnumfeld mit Nähe zu Behörden, Naherholung im leicht erreichbaren Steigerwald
Paare Ringelberg wachsendes, junges Viertel, tendenziell größere Mietwohnungen, Alles für den täglichen Bedarf im Ort
Familien Süd Trendviertel mit vielen alternativen Szenelokalen, gemischte Nachbarschaftsstruktur, stark nachgefragte Gegend
Studenten Kämpfervorstadt urtümliches, preiswertes Wohnumfeld, viele attraktive Mietwohnungen in Altbauten, Nahversorgung und Verkehrsanbindung gut
Senioren Johannesvorstadt günstiges Preisniveau, gute Auswahl seniorengerechter Wohnungen, Kulturangebote in nächster Nähe
Erfurt Mietwohnungen

Wie entwickelt sich das Mietpreisniveau in Erfurt?

Da das Angebot an Mietwohnungen in Erfurt kontinuierlich wächst, werden größere Preissprünge bis jetzt abgedämpft. Allerdings ist ein Teil der verfügbaren Mietwohnungen unsaniert und dementsprechend schwierig zu vermarkten. So überwiegen mittlerweile Wohnungen in mittlerer Lage, wohingegen Wohnungen der gehobenen Kategorie seltener auf den freien Markt kommen. Bis 2018 dürfte sich das aber ändern, denn bis dahin sind einige wegweisende Neubauprojekte fertiggestellt. Typische 85-Quadratmeter-Wohnungen mit Balkon werden dann für etwa 800 bis 900 EUR Warmmiete angeboten. Bei den Bestandswohnungen sieht das Bild anders aus. Vergleichbare Wohnungen im sanierten Altbau gehen zwischen 600 und 680 EUR Warmmiete weg, unsanierte Objekte teilweise unter 500 EUR. Grundsätzlich bieten die mittleren Wohnlagen der östlichen Stadtteile ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Mit 120 Quadratmeter recht große Mietwohnungen werden in Niedernissa oder Dittelstedt häufig für etwa 900 EUR Warmmiete angeboten. Mit Abstand die günstigsten Mietwohnungen in Erfurt finden sich in den nördlichen Stadtteilen. Auf dem Roten Berg oder in Gispersleben misst die Standardwohnung 65 Quadratmeter plus Balkon. Sie wird zwischen 350 und 450 EUR Warmmiete vermietet. Die ausschließlich in der Altstadt realisierten Loft- und Etagenwohnungen, häufig in Nähe der Alten Universität, gibt es jedoch kaum unter 1.300 EUR Warmmiete. Besonderheiten wie ein Aufzug oder die Tiefgarage kosten entsprechend extra.

Durchschnittspreise für Wohnungen in ausgewählten Stadtteilen in günstiger, mittlerer und teurer Wohnlage

Stadtteil oder Stadtbezirk Zimmeranzahl Wohnungsgröße
Durchschnittspreis warm  
Ilversgehofen 3 ½ Zimmer 70 m² 520 EUR
Langer Graben 3 ½ Zimmer 75 m² 680 EUR
Andreasviertel 4 Zimmer 90 m² 930 EUR

Hier lohnt sich in Erfurt der Vergleich

So unterschiedlich das Angebot an Mietwohnungen in Erfurt auch sein mag, so offensichtlich sind häufig auch die Unterschiede. Viele der zentrumsnahen Stadtteile ermöglichen Erledigungen alltäglicher Dinge zu Fuß. Das liegt nicht zuletzt an den vielen fließenden Übergängen im Stadtgebiet. Die Grenzen verschwimmen dann, sodass selbst in der Altstadt nahezu alle Geschäfte des täglichen Bedarfs zu finden sind. Geht es jedoch weiter Richtung Norden, dann besteht der Dorf- oder Stadtteilkern häufig aus größeren Einkaufszentren und Ladenpassagen. Die Durchmischung mit Gewerbe- und Industrieflächen ist hier viel geringer, dementsprechend ruhig sind die Wohngegenden allerdings auch. So etwas wie ein kommendes In- oder Szeneviertel gibt es in Erfurt nicht wirklich. Allenfalls die Krämpfervorstadt, nordöstlich der Altstadt gelegen, könnte so bezeichnet werden. Der Anteil junger Menschen ist hier mit Abstand am höchsten, auch die Sanierungs- und Modernisierungsquoten der Mehrfamilienhäuser unterscheiden sich stark. Neubaumaßnahmen sind derzeit noch Fehlanzeige, allerdings sollen auf dem Gelände der ehemaligen Lampenfabrik Stübgen in absehbarer Zeit 39 Wohneinheiten entstehen. Zumindest das Angebot an Bars und Kneipen zieht viele Studenten und junge Paare in das Viertel. Letztlich liegen auch die Gebäude der Fachhochschule in diesem Stadtteil, die Wege sind dadurch kurz. Gleichzeitig ist die Innenstadt mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß mit Leichtigkeit erreichbar. Die südlichen und Teile der nördlichen Stadtteilbereiche bieten solide Einheitsbebauung im Stile der 1950er bis 1970er. Die früheren Mietpreissteigerungen der Stadt führten hier nur zu kleinen Anpassungen, da Neuvermietungen selten sind. Viele studentische WGs sind hier, aber auch Berufsanfänger und Kreative schätzen das eher einfache und umgängliche Milieu.

Im Folgenden ausgewählte Stadtteile und ihre Eigenschaften

Stadtteil Eigenschaften Attraktiv für
Brühlervorstadt viele kleingliedrige, niedriggeschossige Mehrfamilienhäuser, preisliche Alternative zur Altstadt, überwiegend Zwischenkriegsbebauung Paare, Senioren
Daberstedt einfaches Wohnquartier, viele Betreuungsangebote, hohe Kultur- und Freizeitdichte Familien, Paare
Dichterviertel eher unwegsames, hügeliges Gelände, beliebtes Naherholungsgebiet, viele Objekte in individuellem Stil Singles, Studenten
Erfurts Stadtbezirke

Mietwohnungen in Erfurt für jeden Typ

So etwas wie eine flächendeckend einheitliche Wohnbebauung gibt es in Erfurt selten. Dafür ist die Geschichte der thüringischen Hauptstadt zu wechselhaft verlaufen. Allerdings befinden sich heute nahezu alle Gründerzeit- und Jugendstilhäuser in saniertem und modernisiertem Zustand. Mietwohnungen in diesen beliebten Vierteln von Erfurt sind gegenüber einfachen und mittleren Wohneinheiten nicht über Maßen teuer. Denn die vielen Neubauprojekte gleichen die Nachfrage etwas aus, was den Preisanstieg hemmt. Besonders im Ostteil der Stadt überwiegen solide zwei- bis dreigeschossige Mehrfamilienhäuser von Beginn der 1960er an. Bezahlbarer Wohnraum findet sich weiterhin in vielen der stadteigenen oder genossenschaftlichen Häusern im Norden und Teilen des Südostens der Stadt. Da viele private Eigentümer staatliche Zuschüsse bei der Modernisierung erhalten, wird das allgemeine Wohnniveau weiter steigen.