In deutschen Großstädten steigen die Mieten seit Jahren unaufhörlich. In begehrten Städten wie München beträgt die Nettokaltmiete mittlerweile mehr als 13 Euro pro Quadratmeter. Das Ergebnis: In 30 Jahren mehr als 150 Prozent Mieterhöhung. Mietspiegel bieten hier eine objektive und fundierte Informationsquelle. Der Mietspiegel ist eine Übersicht über die ortsüblichen Mietpreise in deutschen Städten und auch Gemeinden und wird alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Verbänden (Mieter- und Vermietervereinen) herausgegeben. Am Beispiel Berlin ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Herausgeber.


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Folgende Parteien sind des Weiteren an der Erstellung des Mietspiegels beteiligt:

 

  • Berliner Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit
  • Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Berlin
  • Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
  • Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Mieten für Grundstücke und Gebäude

Mietspiegel: Grund für Mieterhöhung

Vermieter können auf der Grundlage des aktuellen Mietspiegels die gewünschten Mietkosten für die jeweilige Wohneinheit festlegen oder eine Mieterhöhung mit einer Anpassung an den aktuellen Mietspiegel in ihrer Stadt begründen. Die durch den Mietspiegel begründete Mieterhöhung muss schriftlich beim Mieter eingehen, um Gültigkeit zu gewinnen. Zudem sollte sie an alle Mietparteien adressiert sein, etwa beide Ehepartner oder alle Bewohner einer Wohngemeinschaft. Der Vermieter muss bei einer solchen Mieterhöhung nachweisen, dass die verlangte Miete ortsüblich ist und die Mieterhöhung mit dem qualifizierten Mietspiegel übereinstimmt. Damit die Mieterhöhung rechtswirksam wird, bedarf es der schriftlichen Zustimmung des Mieters. Oftmals erachten Gerichte jedoch bereits die Zahlung der neuen Miete als Zustimmung seitens des Mieters.

Basis und Daten des Mietspiegels

Der amtliche Mietspiegel wird als „qualifizierter Mietspiegel“ gemäß § 558d BGB nach wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt. Dabei besteht die Pflicht, den qualifizierten Mietspiegel spätestens alle vier Jahre neu zu erstellen, während er zuvor nach zwei Jahren auch durch eine Anpassung an den Lebenshaltungskostenindex aktualisiert werden kann. Als Datenbasis werden heute die an einem Stichtag üblicherweise gezahlten Mieten für unterschiedliche Wohnungstypen vergleichbarer Art, Ausstattung, Größe, Beschaffenheit und Lage genutzt. Zu den wichtigsten Eigenschaften einer Wohnung gehören der Wohnbezirk und die genaue Lage inkl. Lärmpegel, öffentliche Verkehrsverbindungen, Bebauungsdichte, Infrastruktur etc. Darüber hinaus ist das Baujahr des Hauses von entscheidender Bedeutung, aber auch die Wohnungsausstattung – darunter Heizungsart, Wärmedämmung, Böden, Fenster – wird nach festgelegten Kriterien bewertet und fließt in die endgültige Berechnung ein. Nach der Erhebung der Daten wird der Mietspiegel von verschiedenen Interessenverbänden wie dem Mieterverein und dem Mieterschutzbund anerkannt und gewinnt dadurch eine noch höhere Gültigkeit.


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