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Strabag Interview: PropTechs bieten unzählige Möglichkeiten „Wege kurz zu machen“

Laut einer Studie von Roland Berger gehen über 90 Prozent der Baufirmen in Deutschland davon aus, dass die Digitalisierung die Gesamtheit ihrer Prozesse beeinflussen wird.  Der noch junge Boomsektor der PropTech-Szene steht für diese modernen technologischen Entwicklungen im Bereich der Immobilienbranche. Property Technology beinhaltet die Optimierung von Abläufen, Prozessen oder kompletten Geschäftsideen mithilfe der Anwendung von neuester Informations- und Kommunikationstechnologie.

Auch große Wohnungsverwaltungen wie die STRABAG bereiten sich auf disruptive Technologien vor. „Zu den Gewinnern der Digitalisierung werden die Unternehmen gehören, die frühzeitig eine eigene Digitalisierungsstrategie entwickelt und umgesetzt haben,“ sagt Marion Henschel, Geschäftsführerin der STRABAG Property & Facility Services. STRABAG agiert laut Henschel in einem extrem dynamischen Markt mit dem Anspruch der Vorreiterrolle – schon allein aufgrund eigener Marktgröße. Prozessvereinfachungen, Einsparpotenziale und ganzheitliche Plattformlösungen werden bei STRABAG unter der Marke „Immobilienservices 4.0“ implementiert. In unserem exklusiven Interview reden wir mit Dr. Marion Henschel, Geschäftsführerin und stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung STRABAG Property & Facility Services, über Chancen durch Digitalisierung, die Kooperation mit PropTechs und konkrete Fallbeispiele.

Die Digitalisierung mit ihren Umbrüchen bietet zugleich enorme Chancen für Unternehmen?

Dr. Marion Henschel: Für das technische, infrastrukturelle und kaufmännische Facility Management sowie für Industrieservices sind bei uns zurzeit allein rund 14.100 Menschen beschäftigt. Unsere Branche steckt mitten in der digitalen Disruption. Digitale Plattformen, virtuelle Datenräume und mobile Endgeräte sind nur einige Beispiele für diese spannende Entwicklung.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten daran für unterschiedliche Branchen und für alle führenden Immobilienunternehmen, für sämtliche Immobilien- und Objekttypen, von der Büroimmobilie über Industrie- und Werkstandorte, Technikgebäude und Rechenzentren bis hin zur Wohnimmobilie.

Mehr Kundennutzen durch digitale Prozessoptimierung. Was bedeutet das?

Henschel: Unsere Vision ist, der innovative Immobiliendienstleister in Deutschland zu werden. Dabei wollen wir uns nicht vom Thema Digitalisierung treiben lassen, sondern selber treiben, um die riesigen Chancen gezielt zu nutzen. Gerade im Kundenmanagement werden die Möglichkeiten zur Verbesserung der Services z. B. zwischen den Mietern und dem Property Manager oder Hausverwalter noch unterschätzt. Mit „BIM.5D“ als STRABAG-Marke, unserer neuen digitalen Arbeitsmethode für das Bauwesen, sind wir vor allem im Hochbau bereits etabliert. Das Building Information Modeling (BIM) hilft als Planungs- und Steuerungsverfahren, den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes digital abzubilden. „5D“ steht dabei – vereinfacht gesagt – für 3D-Modell + Zeit (4D) + Prozessdaten (5D) und fügt damit dem produktorientierten Bauwerksinformationsmodell alle relevanten Prozessdaten hinzu.  Aber auch in der Verkehrsinfrastruktur arbeiten wir mit Hochdruck an der Digitalisierung und Automatisierung sämtlicher Prozesse.

Sie sprechen von Integrated Order Management. Was ist damit gemeint?

Henschel: Unser „Integrated Order Management“ ist eine Auftragssteuerungs-Plattform. Wir kennen das alle von Amazon oder booking.com. Unsere Plattform fasst alle Fakten zu jedem Auftrag zusammen. Vom Mieter über den Mitarbeiter im CallCenter – bei uns heißt er Case Manager – bis hin zum Property Manager, Hausmeister oder Servicetechniker: Alle Beteiligten arbeiten bei uns auf einer Plattform; voll automatisiert und papierlos. Tickets können bei uns von allen Beteiligten in Echtzeit verfolgt werden; zu jeder Zeit sind alle Informationen abrufbar. Jeder Status (z. B. Schaden gemeldet oder Handwerker unterwegs), jede Verfügbarkeit (welcher Servicetechniker ist am schnellsten vor Ort). Jedes Ergebnis ist transparent. Für uns und auch für unsere Kunden. Kurzum: Unser IOM ist eine schnelle und von unnötigen Schnittstellen befreite Auftragssteuerungsplattform.

Für die Umsetzung unserer Ideen haben wir starke und renommierte Kooperationspartner mit ausgeprägter Digitalkompetenz wie zum Beispiel Microsoft gewinnen können. Aber auch mit aufstrebenden Startups wie NavVis und bereits mehrfach prämierten PropTechs wie Leverton kooperieren wir, um im Big Data-Zeitalter mit einem ‚360-Grad-Blick’ auf die Immobilie bestens aufgestellt zu sein.

Wie profitiert der Sektor Wohnungswirtschaft noch?

Henschel: Unsere Digitalisierungsstrategie für die Wohnungswirtschaft fokussiert stark das Thema der Integration. Digitale Lösungen bieten unzählige Möglichkeiten, „Wege kurz zu machen“. Durch moderne Plattformen ist es möglich, unseren Kunden bzw. den Mietern jederzeit Einblick in den aktuellen Bearbeitungsstand ihrer Anliegen zu geben.

„Eine Tür klemmt? Ein Wasserhahn läuft? Der Mieter nimmt sein Smartphone auf der unsere Mieter-App installiert ist und nimmt den Vorgang auf.“ Der Vorgang wird automatisch klassifiziert (hierbei ist auch künstliche Intelligenz im Einsatz) und gleichzeitig auf das Tablet eines verfügbaren Technikers gesendet. Der administrative Zeitverlust, den wir noch von früher kennen, wird minimiert. Zugleich kann der Mieter jederzeit sehen, wo sein Vorgang gerade liegt und wann er abgearbeitet ist. Wesentlich für all diese Vorteile ist das Vorhandensein einer integrierten Plattform. Das System ist dabei immer das Gleiche.

Wo sehen Sie aktuell das größte Potenzial zum Serviceausbau?

Henschel: Es gibt diverse Möglichkeiten, die neu entstehenden Daten als neue Produkte zu platzieren. Einerseits bietet die Automatisierung die Chance, Service-Level zu erreichen, die mit tradierten Verfahren unerreichbar wären. Insbesondere in Sachen Transparenz und Geschwindigkeit können hier absolute Premiumstandards definiert werden. Digitalisierung schafft aber auch Freiräume für die Betreuung der Kunden. Services können so individueller, wirtschaftlicher, hochwertiger werden.

Ein gutes Beispiel für die digitale Transformation im Facility Management ist der Einsatz von Sensorik: Sensoren können erfassen, wann Menschen ein Gebäude betreten, welche Aufzüge sie wann besonders frequentieren und wann sie welche Räume nutzen. Diese Daten lassen sich zum Beispiel im Energiemanagement und bei der Reinigung nutzen. Wir schätzen, dass die Digitalisierung Energie-Einsparpotenziale von zehn Prozent bietet. Zeigt ein Sensor an, dass ein Raum nicht benutzt wurde, muss er auch nicht gereinigt werden. Auch hier schlummern Einsparpotenziale von bis zu 15 Prozent. Gerade in Zeiten gesteigerter Mobilität. Im Bürosektor erproben wir flexible Bestellsysteme für die Reinigung bei der der Nutzer selber entscheiden kann, wann und wie zum Beispiel sein Arbeitsraum gereinigt wird. Bestellt er Reinigungsleistungen ab, weil er z. B. mobil arbeitet, krank oder im Urlaub ist, arbeiten wir mit Refund-Mechanismen oder es gibt auch einmal einen Gutschein für Starbucks.

Sensoren, die heute noch 35 Euro/Stück kosten, werden in ca. zwei Jahren wahrscheinlich für nur noch 5-10 Euro im Einkauf liegen.

Woran arbeiten sie mit Blick auf die Zukunft?

Henschel: Innovationen brauchen eine Präsentations- und Erprobungsfläche. Welche Rolle die Mixed-Reality-Brille HoloLens, der M3-Trolley NavVis oder der humanoide Roboter BAGSTAR (alias Pepper) im Facility Management von morgen spielen, zeigen wir schon heute in unserem Frankfurter Showroom. Außerdem sind wir Mitglied im Real Estate Innovation Network, einem wichtigen Impulsgeber für digitale Trends und Entwicklungen in der Immobilienbranche. Unser Fazit: Bei STRABAG PFS leben und zeigen wir Digitalisierung bereits heute.

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2018-03-27
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