Die Technik in einem Smart Home

Smart Home installieren oder nachrüsten

Wer sich ein Smart Home einrichten will, kann zwischen Systemen über Kabel, Funk und der Stromleitung wählen. Für die Nachrüstungen ist Funk oft die günstigste und einfachste Variante.

Smart Home Installation und Nachrüstung

Ein smartes Haus lässt sich grundsätzlich mit zwei unterschiedlichen Techniken verwirklichen: dem kabelgebundenen und dem funkbasierten System. Vorteil Kabel: Die Vernetzung der Geräte in der Wand ist nicht so störanfällig wie eine Funkverbindung. Auch der Abstand zwischen den einzelnen Geräten spielt dabei keine Rolle, da das Signal über das Kabel zuverlässig transportiert wird. Zudem gewährleistet das Kabelsystem eine gewisse Unabhängigkeit, vor allem wenn Sie einen sogenannten offenen Busstandard wählen, beispielsweise bei einer KNX-Installation. Mit einem solchen Standard sind Sie nicht auf die Geräte eines Herstellers festgelegt und können Erweiterungen mehrerer Produzenten einsetzen.

Kabelsysteme sind weniger flexibel

Der Haken der Kabelsysteme: Der Nutzer ist weniger flexibel. Schließlich bestimmen die festen Anschlüsse in der Wand, wo genau ein Gerät verwendet werden kann. Vorausschauende Bauherren lassen sich für Nachrüstungen Leerrohre in die Wände einsetzen, durch die sie später zusätzliche Kabel ziehen lassen. Oft sind die Verlegungsarbeiten von Leitungen sowie die Geräte für kabelgebundene Systeme recht teuer. Hier müssen mehrere Tausend Euro investiert werden. Bei einem Neubau lässt sich die Verkabelung gleich von vornherein in der Rohbauphase berücksichtigen, bei einer Nachrüstung im Altbau erfordert sie einen hohen handwerklichen und damit finanziellen Aufwand.

Für Nachrüstungen in Altbauten auf Funksysteme setzen

Für die nachträgliche Home Automation in Altbauten bietet sich daher eine Vernetzung per Funk an. Die ist deutlich günstiger und schneller installiert. Vor allem Heizungsregler oder funkgesteuerte Glühlampen eignen sich hierfür besonders, aber auch nachträglich montierbare Aufputz-Rollladengurtwickler. Es gibt dabei mehrere Standards: Während manche WLAN nutzen, verwenden einige Geräte auch andere Frequenzbereiche, zum Beispiel 433 oder 866 MHz. Dadurch sind eine höhere Funkreichweite und ein niedrigerer Energieverbrauch gesichert. Funkbetriebene Geräte sind flexibel einsetzbar und können von überall innerhalb des Netzradius bedient werden. Insgesamt ist die Reichweite beim funkbasierten Smart Home häufig begrenzt, zum Beispiel wenn Sie ein Signal durch dicke Wände und Stahlbetondecken senden möchten. In der Regel geben die Hersteller an, wie groß die Reichweite innerhalb eines Gebäudes und im Freien ist. Wer sichergehen will, sollte die Funkreichweite mit entsprechenden Geräten selbst ausprobieren.

Auf die gleiche Wellenlänge kommt es an

Häufig lassen sich die Smart-Home-Geräte verschiedener Hersteller untereinander nicht kombinieren. Aufgrund der unterschiedlichen Funkfrequenzen müssen Bauherren beim Zukauf immer darauf achten, dass die einzelnen Komponenten auf einer Wellenlänge funken. Diese Abhängigkeit macht die Nachrüstung mit Funksystemen manchmal etwas komplizierter. Verschiedene Hersteller arbeiten jedoch an Lösungen, unterschiedliche Funkstandards miteinander zu verbinden. Ein Beispiel hierfür ist EnOcean.

Nutzung der Stromleitung

Es gibt auch Systeme, die Stromleitungen zur Datenübertragung nutzen: Das geht mithilfe sogenannte Powerline-Adapter, die das Datensignal auf die Stromleitung im Haus aufmodulieren. Die Qualität der Datenübertragung hängt jedoch stark von der Güte der Elektroinstallation ab. Stromleitungen übertragen je nach Alter meist weniger Daten als speziell verlegte Kabel und sind meist störanfälliger. Daher ist dieses System für eine Datenübertragung über weite Distanzen oft nicht ideal geeignet. Es besteht allerdings die Möglichkeit, die Systeme miteinander zu verbinden und so eine kombinierte Kabel-Funk-Installation im Smart Home zu verwirklichen.

Wer sich für eine Technik entschieden hat, steht vor der Frage: Geräte selbst installieren oder lieber installieren lassen? Einige einfache Systeme können Sie mit etwas Geschick und handwerklichem Können selbst in Betrieb zu nehmen. Kabelgebundene Systeme machen jedoch eine Planung und Installation durch Fachhandwerker erforderlich. Auch bei komplexeren Funklösungen empfiehlt es sich, Fachleute hinzuzuziehen. Ist eine Programmierung notwendig, sollte in jedem Fall ein Installateur beziehungsweise Gebäudesystemintegrator die Erstprogrammierung vornehmen. Inzwischen bietet der Markt auch Systeme, die fertig programmiert geliefert werden, dem Nutzer aber trotzdem die Möglichkeit zu Veränderungen bieten.

Architekten und Elektriker helfen

Bei einem Neubau wie auch bei umfangreicheren Maßnahmen im Altbau ist es sinnvoll, sich von einem Architekten beraten zu lassen, der schon Erfahrung mit der Planung von intelligenter Haustechnik hat, oder ein entsprechend erfahrenes Haustechnikbüro einzuschalten. Bei kleineren Maßnahmen hilft das Elektrohandwerk. Dazu sollte der Elektriker eine Schulung für Smart Home absolviert haben. Solche Qualifizierungsmaßnahmen bieten unter anderem Branchenverbände, spezielle Schulungseinrichtungen und die Handwerkskammern an. Zertifizierte Qualitätskennzeichnungen sind zum Beispiel:

  • Fachbetrieb KOMFORT barrierefrei;
  • Fachbetrieb für innovatives Wohnen;
  • Fachberater Wohnkomfort;
  • Fachbetrieb für senioren- und behindertengerechte Elektrotechnik,
  • Gebäudesystemintegrator;
  • Fachbetrieb für vernetzte Gebäudetechnik sowie
  • Fachplaner für barrierefreies & komfortables Wohnen.