Corona: Mietstundung wird teuer


Aktualisiert am 01.05.2020 | zurück zur Übersicht

Wenn du aufgrund des Corona-Lockdowns plötzlich kein Geld mehr hast, kannst du die Mieten für April, Mai und Juni diesen Jahres erst später zahlen – dafür gibt es zwei Jahre Aufschub. Aber: Was erstmal nach einer Entlastung klingt, wird langfristig richtig teuer.

Anfang April waren bereits alarmierende Nachrichten im Umlauf, dass einige Eigenheimkaufende Ihre Kredite nicht zahlen können, da sie in finanzielle Schwierigkeiten gekommen sind. Vermeintlich gute Nachrichten hingegen schien es für Mietende zu geben, die sich über einen erweiterten Kündigungsschutz freuen können. Der Bundestag hatte im März beschlossen, dass die Aussetzung von Mietzahlungen der Monate April bis Juni nicht zu einer fristlosen Kündigungen führt, wenn eine Zahlung bis Juni 2022 erfolgt. Für diesen Aufschub muss nachgewiesen sein, dass die Pandemie Grund für die Zahlungsschwierigkeiten sind. Das kann beispielsweise in Form der Offenlegung von Verdienstausfällen geschehen.

Doch die Mietstundung sollte nicht mit einem Mieterlass verwechselt werden, wie Immobilienfachleute in der Tageszeitung Neues Deutschland warnen. Tatsächlich sollte man sich in Anbetracht der Verzugszinsen besser zweimal überlegen, ob man den erweiterten Kündigungsschutz unbedingt ausnutze möchte.


Effektive Mehrkosten von über 10 Prozent möglich

Die Verzugszinsen von derzeit 4,12 Prozent leiten sich aus dem im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegten Basiszinssatz ab. Unsere Beispielsrechnung zeigt den Verzug von drei Monatsmieten mit einer Zahlung im Juni 2022. Hier akkumuliert sich der Zinssatz der einzelnen Mieten. Die Belastung steigt hier auf 9,2 Prozent Zinsen.

Bei Gewerbeimmobilien liegt der Zinssatz bei rund 6 Prozent. Ein Verzug von drei Monaten bedeutet nachträglich eine Mehrbelastung von über 10 Prozent.

Möglicherweise wird das Sonderkündigungsrecht durch die Bundesregierung noch um drei weitere Monate verlängert. Dann besteht die Gefahr, dass sich manche Mietende noch stärker verschulden. Vor einer