Mietpreise und Kaufpreise in Bielefeld

Aktuelle Immobilienpreise auf dem Wohnungsmarkt

Nichts hat den Namen der Stadt Bielefeld so bekannt gemacht, wie die Behauptung, diese Stadt gäbe es gar nicht. Dass an der seit Mitte der 1990er-Jahre kursierenden „Bielefeldverschwörung“ nichts dran ist, wissen die meisten ja längst. Die Großstadt im Herzen des Teutoburger Waldes bietet rund 330.000 Menschen ein Zuhause. Obwohl die Preisentwicklung der Mieten in Bielefeld noch vergleichsweise moderat ausfällt, gilt ab 1. Juli 2015 die Mietpreisbremse in der gesamten Stadt. Die Preise für Neuvermietungen dürfen die ortsübliche Vergleichsmiete des Mietspiegels maximal um zehn Prozent überschreiten.

Kaufpreise ziehen seit 2010 an, Mietpreise entwickeln sich linear


Im ostwestfälischen Vergleich fallen die Mietpreise in Bielefeld moderat aus.

Der Bielefelder Wohnungsmarkt entwickelt sich in einem raschen Tempo. Im „Bielefelder Wohnungsmarktbericht 2014“ beklagen die Verfasser allerdings, dass die Diskrepanz zwischen genehmigten und tatsächlich gebauten Wohnungen sehr groß sei: 2013 standen 1.164 genehmigten Wohneinheiten nur 620 fertiggestellte Wohneinheiten gegenüber. Die Mietpreisentwicklung verlief seit 2007 weitgehend linear: Im ersten Quartal 2007 betrug der Mietpreis für die Referenzwohnung* 5,29 Euro pro Quadratmeter, im 4. Quartal 2015 waren es 6,43 Euro. Auch wenn die Steigerung bei 21,7 Prozent liegt, sind die durchschnittlichen Mietpreise für das ostwestfälische Oberzentrum noch moderat. Die Mietpreisentwicklung im vergangenen Jahr (Q4/2014 auf Q4/2015) betrug 3,4 Prozent.

Die Nachfrage nach Wohneigentum hat – bedingt durch die günstigen Zinsen – seit 2010 stark angezogen. Zwischen 2007 und 2010 waren die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sogar rückläufig, entwickelten sich dann aber rasch – von 1.116 Euro pro Quadratmeter (Q3/2010) bis zu 1.419 Euro (Q4/2015), was einer durchschnittlichen Steigerung von 23,6 Prozent entspricht. Im vergangenen Jahr lag der Auftrieb der Immobilienpreise von Eigentumswohnungen bei 4,8 Prozent. Die Kaufpreisentwicklung für das ImmobilienScout24-Referenzhaus* war so gut wie nie rückläufig, hat sich aber auch ab 2010 deutlich beschleunigt: Im 4. Quartal 2015 wurden dafür 283.900 Euro aufgerufen, Anfang 2007 waren es noch 235.815 (+ 20,4 Prozent).

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Mietpreisbremse seit 1. Juli 2015 auf Basis des qualifizierten Mietspiegels

Viele Immobilienexperten sind verwundert: Trotz moderater Quadratmeterpreise und einer linearen Mietpreisentwicklung gilt die Mietpreisbremse seit 1. Juli 2015 auch in Bielefeld. Die Stadt gehört damit zu den 22 Städten in Nordrhein-Westfalen, die von der Landesregierung in Düsseldorf zu den Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt gezählt wird. Für Neuvermietungen bestehender Wohnungen dürfen Vermieter maximal 10 Prozent mehr Miete verlangen, als es der Mietspiegel vorsieht.

Der aktuelle Bielefelder Mietspiegel wurde nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt, von verschiedenen Interessenverbänden der Wohnungswirtschaft anerkannt und ist daher ein „qualifizierter Mietspiegel“. Die aktuelle Auflage gilt seit Februar 2014 und ist für zwei Jahre gültig. Der Mietspiegel gibt die durchschnittlichen Nettokaltmieten ohne Betriebskosten an. Die Mietpreise werden nach Baualter gestaffelt. Neben einem Median werden auch obere und untere Spannenwerte (Minimum und Maximum) für die Quadratmeterpreise aufgeführt. Grundsätzlich geht der Mietspiegel von einer „normalen Wohnlage“ aus, kennt aber auch eine „einfache“ und „gute“ Wohnlage, für die jeweils Ab- oder Zuschläge aufgeführt sind. Weitere Aufschläge sind für kleine Wohnungen unter 40 Quadratmetern, Barrierefreiheit und eine energetische Vollmodernisierung von bestimmten Gebäudealtersklassen möglich, Abschläge für große Wohnungen über 120 Quadratmetern Wohnfläche.

Der Mietspiegel kann online eingesehen oder als Download heruntergeladen werden.

Die Mietpreise in Gadderbaum sind am höchsten, bei den Kaufpreisen ist Hoberge-Uerentrup der Gewinner


Im Stadtteil Gadderbaum unweit der Sparrenburg sind die Mieten am höchsten.

Die Mietpreise in Gadderbaum sind mit 7,15 Euro pro Quadratmeter in ganz Bielefeld die höchsten: Hier wohnt man im südlichen Teil des Stadtviertels sozusagen im Schatten der Sparrenburg, dem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt. Und im nördlichen Teil genießt man die Lage im Johannistal, am Fuße des namensgebenden Johannisberges mit attraktiver Umgebung, botanischem Garten und Tierpark. Der Stadtteil ist grün und doch zentrumsnah, vis-à-vis von Puddingkönig Dr. Oetker und dank Cityautobahn Ostwestfalendamm – von den Bielefeldern zärtlich „Ossi“ genannt – perfekt an die Außenbezirke und ländlicheren Vororte angeschlossen. Auf Platz zwei bei den Mieten liegt erwartungsgemäß die Innenstadt (6,98 Euro pro Quadratmeter). Die größte Mietpreisentwicklung gibt es allerdings im Bielefelder Osten: In Sieker stiegen die Mieten seit 2007 um 27,7 Prozent, nebenan in Oldentrup sogar um 31,1 Prozent.

mietpreise angebotsmiete bielefeld Zum Vergrößern auf die Karte klicken.

 

Bei der Kaufpreisentwicklung für Eigentumswohnungen* hat der Stadtteil Ummeln, weit an der südwestlichen Peripherie gelegen, am meisten zugelegt: Allein von 2014 auf 2015 sind es 7,4 Prozent, und seit 2007 gab es hier Kaufpreissteigerungen von 53,4 Prozent. Die teuersten Eigentumswohnungen findet man in Bielefeld in Hoberge-Uerentrup (2.022 Euro pro Quadratmeter im Q4/2015), die teuersten Häuser in Großdornberg (367.444 Euro für das Referenzhaus* im Q3/2015).

Sie wollen wissen, wie hoch die Mietpreise und Kaufpreise in Ihrem Kiez oder Bezirk sind? Geben Sie einfach den Ort ein und sehen Sie sich die aktuellen Preise an.

*Referenzobjekte:

  • Wohnung (3 Zimmer, Baualter: 35 Jahre, 80 m2, mittlerer Objektzustand)
  • Haus (Einfamilienhaus, 600 m2 Grundstücksfläche, 140 m2 Wohnfläche, Baualter: 35 Jahre, gepflegter Objektzustand)