Richtwerte

Richtwerte sind allgemein Mess- oder Zahlenwerte, die als nachdrückliche Empfehlung festgelegt werden. Sie sind nicht rechtlich bindend und lassen eine gewisse Toleranzspanne zu.

Im Bereich der Immobilien finden sich viele verschiedene Arten von Richtwerten. Es gibt z.B. den Bodenrichtwert zur Bewertung von Immobilien, Richtwerte bei Emissionen wie Lärm oder Schadstoffen oder Richtwerte beim Energieverbrauch von Geräten oder kompletten Gebäuden.



Immobilienrichtwert

Richtwerte für Immobilien sind die sogenannten Immobilienrichtwerte. Diese werden von den Gutachterausschüssen der Länder ermittelt und bereitgestellt. Diese Richtwerte sind durchschnittliche Lagewerte. Die Besonderheit ist, dass der Richtwert für ein typisches Objekt für diese Lage gilt. Die Ermittlung der Richtwerte erfolgt durch Sachverständige und auf Basis der Kaufpreissammlung.

Der Immobilienrichtwert wird georeferenziert und stichtagsbezogen als ein Wert in Euro je Quadratmeter Grundfläche angegeben. Sollte eine Immobilie von diesem Normobjekt abweichen, lassen sich bestimmte Merkmale durch einen Umrechnungskoeffizienten auf die jeweilige Immobilie anwenden. Die Immobilienrichtwerte bilden für die Verkehrswertermittlung im Vergleichswertverfahren die Grundlage. Grundsätzlich eignen sich die Immobilienrichtwerte dazu, das Preisgefüge von Eigentumswohnungen oder Häusern in einer Stadt darzustellen.

Bodenrichtwert

Bodenrichtwerte sind Richtwerte, die sich auf unbebauten Boden beziehen. Sie geben den Wert des unbebauten Bodens je Quadratmeter an und dienen als Hilfestellung bei der Wertermittlung von Immobilien. Je nach den Rechtsvorschriften der Länder ist der Bodenrichtwert nach § 196 Baugesetzbuch (BauGB) zum Ende jedes zweiten Kalenderjahres zu ermitteln. Wie der Immobilienrichtwert wird der Bodenrichtwert durch die Gutachterausschüsse aus den Kaufpreissammlungen abgeleitet.