Immobilienbewertung und Umweltschutz

Auf den ersten Blick haben die Bewertung von Immobilien und der Schutz der Umwelt wenig miteinander gemein. Doch es gibt Bereiche, in denen Auflagen des Umweltschutzes den Wert einer Immobilie erheblich beeinflussen können.

Eigentum verpflichtet – diese Tatsache ist insbesondere Eigentümern einer Immobilie nicht neu, deren Häuschen umgeben von schützenswertem Grün liegt. Es ist nicht ratsam, einen Baum ohne eine entsprechende Genehmigung vom zuständigen Grünflächenamt zu fällen. Gründe wie eine versperrte Sicht auf einen parkähnlich angelegten Garten oder der Kummer darüber, dass dichtes Laubwerk einen ausreichenden Lichteinfall in ein angrenzendes Haus verhindert, reichen nicht immer aus, nach eigenem Ermessen die Axt zu nutzen.

Selbst wenn sich Bäume auf der eigenen Scholle befinden, gilt es gesetzliche Regelungen zu beachten, die in der Baumschutzsatzung definiert sind. Diese, auch als Baumschutzordnung oder Gehölzschutzsatzung bezeichnet, wird in der Regel von einer Gemeinde oder Stadt erlassen. Grundstückseigentümer unterliegen der Verpflichtung, für die Erhaltung des Stadtbildes und des Klimas für einen entsprechenden Schutz der Bäume und Gehölze zu sorgen. Insbesondere ein ausgewachsener Baumbestand unterliegt speziellen Anwendungen, die in der Baumschutzsatzung detailliert festgeschrieben sind.



Baumschutzsatzung – einschränkende Nutzungsmöglichkeiten

Die Baumschutzsatzung gehört zu den rechtlichen Instrumenten, die unmittelbar in den Bereich allgemein verpflichtender Bauleitplanungen gehören. Möchten Immobilien- und Grundstücksbesitzer in ihrem Garten einen Baum fällen, müssen sie unter Umständen bei unterschiedlichen Behörden anfragen, die auf der Basis verschiedener Rechtsgrundlagen im Einzelfall darüber entscheiden.

Die Baumschutzsatzung legt nicht nur Schutzkriterien für Baumbestand fest, sondern gibt auch Richtlinien für eine Ersatzpflanzung vor. Jedoch geht heute in Zeiten des gestiegenen Umweltschutzbewusstseins die Zahl der Städte und Gemeinden zurück, die eine spezielle Baumschutzsatzung führen. An ihre Stelle sind besondere Baumschutzregelungen getreten, bei denen ähnliche Regelungen für Eigentümer von Grundstücken zu beachten sind.

Der Schutz von Baumbestand ist übergeordnet im Gesetz für Naturschutz und Landschaftspflege geregelt und wird auch als Bundesnaturschutzgesetz bezeichnet. Auf rechtlicher Basis werden Landschaft und Natur als Schutzgüter bewertet und entsprechende Maßnahmen für die Landschaftspflege und den Naturschutz geregelt. Eigentümer eines mit Bäumen bestandenen Grundstücks sind dazu verpflichtet, diese pfleglich zu behandeln und schädigende Maßnahmen wie Asphaltierungen in Wurzelnähe zu vermeiden. Bei Zuwiderhandlungen drohen Bußgelder in empfindlicher Höhe.

Immobilienbewertung: Wertminderung durch Baumschutz?

Eine Immobilienbewertung basiert auf der Einschätzung und objektiven Bewertung verschiedener Merkmale. Dazu gehören der Verkehrs- oder Marktwert, der auf der Grundlage gesetzlicher Vorschriften ermittelt wird, die Größe, der Zustand der Bausubstanz, Renovierungsmaßnahmen, die Lage und spezifische Besonderheiten.

Auch schützenswerter Baumbestand kann den Wert einer Immobilie beeinflussen. Ist der Eigentümer aufgrund einer in der Gemeinde bestehenden Baumschutzsatzung dazu verpflichtet, den Baumbestand zu schützen, kann sich diese Tatsache negativ auf den Nutzwert auswirken und dazu beitragen, dass der Wert der Immobilie sinkt.