Bodenrichtwert Frankfurt

In der Bankenmetropole gibt es große Unterschiede bei den Bodenrichtwerten, in den Toplagen können sie über 20.000 Euro ausweisen. Auch die Zuwächse bei der Wertsteigerung liegen weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Die Bodenrichtwerte für Frankfurt sind für die Besteuerung von Grund und Boden von hoher Bedeutung. Diese können jedoch gleichermaßen zur Wertermittlung eines Grundstückes herangezogen werden, wenn sich der Wert nicht mittels eines Vergleichswertverfahrens aus den Kaufpreissammlungen ermitteln lässt.

Der Gutachterausschuss der Stadt Frankfurt ermittelt die Bodenrichtwerte in einer Bodenrichtwertzone. Diese bildet den durchschnittlichen Lagewert von Immobilien ab, die sich in vielen Grundstücksmerkmalen ähneln. Die Bodenrichtwerte werden alle zwei Jahre erhoben und durch den Gutachterausschuss auf Bodenrichtwertkarten bereitgestellt.

Für Grundstücke wird der Bodenrichtwert stets unter der Annahme errechnet, dass das Grundstück unbebaut ist. So ergibt sich für Frankfurt innerhalb der Stadt ein starkes Wertgefälle hinsichtlich der Bodenrichtwerte.

Frankfurts Zentrum mit Bodenrichtwerten von über 15.000 Euro

Frankfurt als der bundesdeutsche Finanzstandort weist im Innenstadtbereich Bodenrichtwertzonen auf, deren Werte je Quadratmeter 15.000 Euro übersteigen. Teilweise sind sogar Bodenrichtwerte von über 20.000 Euro erkennbar, wie beispielsweise im Bereich der U-Bahnhöfe Hauptwache und Konstabler Wache. Diese sehr hohen Bodenrichtwerte werden jedoch nur für einzelne Bodenrichtwertzonen erreicht.

Der Gutachterausschuss der Stadt Frankfurt hat im Grundstücksmarktbericht angegeben, dass die Bodenrichtwerte für Frankfurt im Durchschnitt bei leicht über 1.000 Euro liegen. Diese Angabe bezieht sich auf den Geschosswohnungsbau. Für Eigenheimgebiete hingegen sind Bodenrichtwerte von circa 500 Euro üblich. Darüber hinaus zeigt sich, dass seit dem Jahr 2001 die Bodenrichtwerte für Eigenheimgebiete nicht gestiegen sind.

Für den Geschosswohnungsbau gab es ab dem Jahr 2006 innerhalb von drei Jahren einen deutlichen Anstieg der Bodenrichtwerte von fast 100 Prozent. Seit wiederum etwa drei Jahren bleiben die Bodenrichtwerte auf dem gleichen Niveau.



Bodenrichtwerte und Verkehrswerte von Immobilien

Nach § 196 Baugesetzbuch (BauGB) ist festgelegt, dass auf Grundlage von Kaufpreissammlungen flächendeckend durchschnittliche Lagewerte für Boden ermittelt werden müssen. Dies erfolgt, um Entwicklungstendenzen ausmachen zu können, die bei der adäquaten Besteuerung von Grund und Boden relevant sind. Gegebenenfalls kann der Verkehrswert einer Immobilie, also der Marktwert des Grundstücks einschließlich der Bebauung, der zu einem bestimmten Zeitpunkt erzielt werden kann, aus dem Bodenwert abgeleitet werden.

Das Vergleichswertverfahren sollte jedoch stets durch einen Bausachverständigen erfolgen, da diese mit ihrem Fachwissen sämtliche relevanten Aspekte berücksichtigen können. Beispielsweise kann der Gutachterausschuss für Immobilienwerte der Stadt Frankfurt beauftragt werden. Auch können öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für eine Verkehrswertermittlung engagiert werden.