Sondereigentum

Mangelhafte Sanierung im Souterrain

Eine Eigentümerin fordert von der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) Schadenersatz, weil sie eine Ersatzwohnung anmieten und ihre Möbel einlagern musste. Ihre eigene Wohnung war aufgrund von Sanierungsarbeiten nicht nutzbar. Muss die WEG dafür haften?



Mangelhafte Sanierung: Wer haftet?

  1. Der Fall
  2. Sanierungsverlauf
  3. Das Urteil

Bei einer Zwangsversteigerung am 17. Dezember 2008 hatte die Eigentümerin ihre im Souterrain gelegene Wohnung erworben. Zuvor, am 8. Dezember war auf einer Eigentümerversammlung beschlossen worden, eine Feuchtigkeitssanierung u. a. in der Wohnung im Souterrain durchführen zu lassen. Infolge einer schadhaften Abdichtung war es zu seitlich eindringender und aufsteigender Feuchtigkeit gekommen. Nach einer erneuten Beschlussfassung im November 2009 wurden die Sanierungsarbeiten ausgeführt.

Diverse Mängel nach Sanierung

Als die Arbeiten im September 2011 abgenommen wurden, stellten sich diverse Mängel im Bereich der Wohnung heraus, darunter feuchte Stellen und weitere Unzulänglichkeiten am frisch verlegten Parkett. Die Wohnung konnte also weiterhin nicht bewohnt werden. Daher verklagte die Eigentümerin die WEG auf Schadenersatz in Höhe von 60.000 Euro für die Anmietung einer Ersatzwohnung sowie die Einlagerung von Möbeln. Sie berief sich darauf, dass sie wegen der Sanierungsarbeiten die Wohnung in den Jahren 2009 bis 2012 nicht nutzen konnte.

WEG muss keinen Schadenersatz leisten

Das Gericht wies die Klage ab, da die Eigentümerin keinen Anspruch auf Schadensersatz gegen die Gemeinschaft hat. Begründung: Da der Beschluss zur Sanierung gefasst wurde – auch wenn seine Ausführung nur unvollständig erfolgte – , scheidet sowohl eine Haftung der übrigen Wohnungseigentümer als auch eine Haftung der Gemeinschaft aus. Es kann sich nur eine Ersatzpflicht des Verwalters ergeben, denn der ist gemäß § 27 Abs. 1 Nr. 1 WEG gegenüber den Wohnungseigentümern und der Gemeinschaft berechtigt und verpflichtet, die Beschlüsse der Wohnungseigentümer umzusetzen.

(BGH, Urteil v. 16.11.2018, V ZR 171/17)

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