Wohnungsbau

Sonder-Afa für Mietwohnungsbau

Die Regierung hat befristete Sonderabschreibungen zur Förderung des bezahlbaren Wohnungsbaus durch private Investoren beschlossen. Der Referentenentwurf plant eine Sonderabschreibung für Bauanträge, die zwischen dem 31. August 2018 (rückwirkend) und dem 31. Dezember 2021 eingehen.


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Befristete Sonderabschreibungen

  1. Fünf Prozent Abschreibung
  2. Kritik

Der Entwurf sieht vor, dass Investoren, die Mietwohnungen neu bauen oder kaufen zusätzlich zur bisher bestehenden linearen AfA von zwei Prozent über vier Jahre jeweils weitere fünf Prozent ansetzen können. Voraussetzung: Die Herstellungs- und Anschaffungskosten sind nicht höher als 3.000 Euro pro Quadratmeter. Die Bemessungsgrundlage liegt bei 2.000 Euro. Darüber hinaus müssen die Wohnungen zehn Jahre als Mietwohnungen genutzt werden. Von der Sonderabschreibung ausgenommen sind Investoren, die bereits eine öffentliche Förderung beziehen.

Die Förderung wird nach Berechnungen des Finanzministeriums bis 2022 insgesamt 310 Millionen Euro kosten.

Verbände sehen Sonder-Afa kritisch


Das Thema Sonderabschreibung für den bezahlbaren Wohnungsbau ist nicht neu. Bereits vor zwei Jahren wurde darüber diskutiert. Das Projekt wurde dann jedoch wieder ad acta gelegt Der nun vorliegende Entwurf nimmt die Vorschläge von damals unverändert auf.

Verbände sehen die Befristung der Afa-Abschreibung kritisch. So befürchtet der Präsident des Verbandes der Wohnungswirtschaft GdW Axel Gedaschko, dass eine befristete Sonder-Afa angesichts der überhitzten Baukonjunktur die Gefahr berge, dass sie durch höhere Preise kompensiert werde und dann verpuffe.

Der Chef des Bundesverbandes Freier Wohnungs- und Immobilienunternehmen BFW Andreas Ibel kritisiert die geplanten Grenzen der Sonderabschreibung. Es seien gerade die großen Projekte in neuen Baugebieten, die kostengünstiger gebaut werden und noch am ehesten die Obergrenze der Sonder-AfA einhalten könnten. Bei der innerstädtischen Nachverdichtung sei kostengünstiges Bauen kaum möglich. Wie viele Projekte die Förderkriterien erfüllen werden, sei kaum absehbar. Damit gebe es weiterhin keinen Masterplan für bezahlbaren Neubau in Ballungszentren.

Der Referentenentwurf wird nun in den Ministerien beraten. Ziel ist es, das Gesetz bis zum Wohnungsgipfel am 21. September zu beschließen.


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