Ferienwohnungen

Vandalismus in den eigenen vier Wänden

Die temporäre Vermietung der eigenen Wohnung an Feriengäste ist zeitgemäß und kann durchaus lukrativ sein. Sie kann aber ebenso gut ins komplette Gegenteil umschlagen. Genau dann, wenn die Gäste erhebliche Schäden hinterlassen.


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Ferienwohnung zerstört?

  1. Wer zahlt?
  2. Versicherungen
  3. Haften Portale?

Schäden durch Vandalismus sind in den meisten Versicherungsverträgen nicht abgesichert, es sei denn, sie waren Folge eines Einbruchs. Wenn aber eine Horde Feierlustiger die kurzzeitig vermietete Wohnung wie nach einem Tornado verlassen hat, stellt sich nach überwundenem Schock die Frage: Wer übernimmt die Wiederherstellungskosten?

Die Hausratsversicherung zahlt meist nicht…

Versicherungsmakler warnen vor Sorglosigkeit. Denn in Deutschland zahlen Versicherungen für Schäden, die ein Gast in einer gewerblich untervermieteten Wohnung angerichtet hat, in der Regel nicht. Gleiches gilt, wenn Feriengäste „Souvenirs“ aller Art aus der Wohnung mitgehen lassen. Denn in Hausratspolicen ist zumeist einfacher Diebstahl von Gegenständen innerhalb der Wohnung nicht versichert.

Kommt es zu einem Schaden durch Feriengäste, ist meist der erste Schritt, sich an das Vermietungsportal zu wenden. Wie kooperativ die sich allerdings zeigen, wird von Geschädigten sehr unterschiedlich beurteilt.

Da eine gewerbliche Vermietung immer das Risiko verändert, raten Portale wie Airbnb, Wimdu, 9Flats und Co. Vermietern den Hausrat- und Wohngebäudeversicherer zu informieren, bevor sie ihre Wohnung Fremden gegen Entgelt zur Verfügung stellen. Der Haken: Viele Versicherungen schließen einen Versicherungsschutz bei einer gewerblichen Vermietung kategorisch aus.


Portale werben, aber zahlen sie auch?

Als Alternative zu einer Versicherung und zur Beruhigung ihrer Nutzer werben viele Vermittlungsplattformen mit speziellen Sicherheiten durch eigene Schadenschutzprogramme. Sie wollen dann zahlen, wenn über eine Kaution, die Haftpflicht des Mieters oder die eigene Versicherung der Schaden nicht abgedeckt wird. „Sorgenfreiheit. Garantiert“ – damit wirbt beispielsweise Marktführer Airbnb für seine „Gastgebergarantie“. Die Deckungssumme der Portale klingt gut: 800.000 Euro bei Airbnb, bei 9Flats und Wimdu sind es je 500.000. Wimdu und 9Flats verlangen allerdings einen Selbstbehalt von 250 Euro. Bei kleineren Schäden lohnt sich daher die Anzeige gar nicht erst.

Und wie immer im Leben sollte das Kleingedruckte gelesen werden. Denn die Fristen zum Reagieren sind verdammt sportlich. Bei 9Flats haben Geschädigte nur fünf Tage nach Abreise Zeit, ihren Fall zu melden. Airbnb verlangt eine Schadensmeldung innerhalb von 14 Tagen. Werden weitere Unterlagen angefordert, hat der Vermieter sehr enge Fristen zum Reagieren. Selbst wer alles fristgerecht einreicht, darf sich offenbar nicht sicher fühlen. So lassen es zumindest Forenbeiträge befürchten, in denen Geschädigte ihrem Ärgere Luft machen.



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