WEG-Streit

Verwalter muss WEG-Konto einrichten

Verlangt ein WEG-Verwalter die Zahlung von Hausgeldern auf ein offenes Treuhandkonto, kann der Wohnungseigentümer die Zahlung verweigern.


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Verwalterpflichten

  1. Der Fall
  2. Das Urteil
  3. Fazit

Ein Eigentümer wurde von der Wohnungseigentümer-Gemeinschaft verklagt, eine Nachzahlung aus der Jahresabrechnung zu begleichen. Der Eigentümer weigerte sich zu zahlen u. a. mit der Begründung, dass das Hausgeldkonto des Verwalters auf den Namen des Verwalters laufe und als offenes Treuhandkonto geführt werde. Diese Tatsache berechtige ihn, den Eigentümer, seine Zahlung zurückzubehalten.

Konto muss auf WEG lauten

Das Gericht gibt dem Eigentümer insoweit recht und weist die Zahlungsklage als derzeit unbegründet ab. Nach inzwischen fast einhelliger Auffassung der Gerichte ist der WEG-Verwalter verpflichtet, eingenommene Gelder von seinem Vermögen getrennt zu halten. Die Führung eines offenen Treuhandkontos mit dem Verwalter als Kontoinhaber ist wegen der Pflicht zur Vermögenssonderung nicht zulässig. Korrekterweise muss der Verwalter ein Konto auf den Namen der Wohnungseigentümergemeinschaft einrichten und damit die eingenommenen Gelder dem Zugriff Dritter entziehen.

Ein offenes Fremdkonto hat darüber hinaus den Vorteil, dass bei einem Wechsel des Verwalters nur die Verfügungsbefugnis des bisherigen Verwalters widerrufen und dem neuen Verwalter eingeräumt werden muss.


Fazit

Wenn die Zahlung auf ein anderes als das Eigenkonto der WEG verlangt wird, ist der Anspruch auf Hausgeldzahlung solange nicht fällig, bis ein entsprechendes Konto der Gemeinschaft eingerichtet ist. Allerdings darf ein Wohnungseigentümer die Wohngeldzahlung auf ein offenes Treuhandkonto nur verweigern, wenn dadurch die Zahlungsfähigkeit der Gemeinschaft nicht gefährdet ist.

(LG Saarbrücken, Urteil v. 4.5.2018, 5 S 44/17)


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