Studie: Wohnatlas 2018

Immobilienwerte weiter im Aufwind

Besonders Großstädte und angrenzende Kreise werden wohl auch in Zukunft zu den Regionen mit relativ hoher Wertsteigerung gehören. Das ergab die Postbank Studie Wohnatlas 2018, in der die Immobilienmärkte bundesweit genau betrachtet werden.


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Eins ist unstrittig: In Deutschland sind Wohnungen knapp. Das trifft ganz besonders für die Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart zu, aber auch für viele Universitätsstädte und regionale Ballungszentren. Seit Jahren steigen die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser. Dass dieser Trend auf ewig anhält, bezweifelte erst kürzlich sowohl der F+B-Wohn-Index Deutschland als auch der Europace-Hauspreis-Index.

Die Postbank Studie Wohnatlas 2017 prognostiziert nun aber bundesweit: Immobilienpreise steigen mindestens bis 2030.

München bleibt Spitzenreiter

Dass im Vergleich deutscher Großstädte München bei Immobilienpreisen ganz vorn liegt, wird niemanden verwundern. In der bayerischen Landeshauptstadt sollen die Preise laut Prognose der Postbank Studie bis 2030 jährlich durchschnittlich um 1,3 Prozent steigen. Gleich dahinter eine Stadt aus den neuen Bundesländern anzutreffen, überrascht schon eher. Mit einer Steigerungsrate von einem Prozent folgt Dresden. Der Chefvolkswirt der Postbank, Dr. Marco Bargel, macht dafür die sehr gute Infrastruktur verantwortlich und eine stabile demografische Entwicklung als Immobilienstandort.

Mit einem jährlichen Preiswachstum von 0,9 Prozent folgen Hamburg und Düsseldorf und auch der sächsischen Stadt Leipzig wird ein Preistrend von 0,6 Prozent zugetraut. Käufer in Dortmund und Essen hingegen müssen mit leichten Werteinbußen rechnen.


Prognose für kreisfreie Städte und Landkreise

Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) übernahm für die Postbank die Berechnungen der Kaufpreisprognose für 402 kreisfreie Städte und Landkreise. Gleich sieben bayerische Kreise finden sich in den zehn Regionen mit der stärksten Preissteigerung. Wobei Erding, Landkreis München und Ebersberg zum Speckgürtel der Landeshauptstadt gehören. Für Heilbronn in Baden-Württemberg werden mit Abstand die höchsten Preissteigerungen erwartet.

Bei den kreisfreien Städten und Landkreisen schaffte es Potsdam mit einer prognostizierten Steigerungsrate von 1,6 Prozent auf einen Platz unter den Top Ten. Insgesamt ist die Situation in den östlichen Bundesländern allerdings deutlich angespannter. Die Kreise dort verheißen angesichts sinkender Einwohnerzahlen relativ geringe Chancen auf Wertzuwächse. Ausnahmen bilden der Großraum Berlin sowie Leipzig und Dresden.

Aber auch im Ruhrgebiet und im Saarland muss in einigen Kreisen mit Wertverlusten gerechnet werden. „Wer an Wohneigentum in diesen Regionen interessiert ist, sollte die jeweiligen Gegebenheiten sorgfältig abklopfen“, rät Chefvolkswirt Bargel. Denn es gebe auch hier die Chance, Häuser und Wohnungen mit Potenzial zu entdecken.


Attraktive Regionen außerhalb der Großstädte

Die Studie zeigt, dass Kaufinteressierte bei der Suche nach Immobilien vor allem außerhalb von Großstädten fündig werden. Im Umkreis der Metropolen lässt sich Wohneigentum zu moderaten Preisen mit guter Renditeaussicht erwerben. Speziell in den Landkreisen um die Großstädte Hamburg und Berlin sieht Georg Hoogendijk, Geschäftsführer der Postbank Immobilien GmbH, hohe Ertragschancen. Über großes Potenzial verfügen darüber hinaus die kreisfreien Städte Heilbronn, Mainz, Bonn, Speyer und Landau in der Pfalz.


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