Schadenersatzanspruch des Vermieters

Schimmelbefall und Kalkschäden

Stellt sich beim Auszug eines Mieters heraus, dass er Schäden in der Wohnung hinterlässt, hat der Vermieter sofort Anspruch auf Schadenersatz. Er muss keine Frist zur Beseitigung setzen. So hat der Bundesgerichtshof (BGH) kürzlich entschieden.


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Ein Mieter in Hohenroth hatte sieben Jahre in einer Mietwohnung gelebt und in dieser Zeit offenbar selten gelüftet. Auch mit der Pflege der Badezimmerarmaturen und dem sorgfältigen Umgang der Heizkörper nahm er es nicht so genau. Beim Auszug stellte der Vermieter Schimmelbefall in mehreren Räumen fest, die Armaturen im Bad waren verkalkt und der Heizkörper hatte einen Lackschaden.

Vermieter verlangt Schadenersatz

Nachdem der Mieter ausgezogen war und der Vermieter die Schäden entdeckt hatte, verlangte er Schadenersatz. Der Mieter wollte aber nicht zahlen. Vielmehr war er der Meinung, der Vermieter müsse ihm zunächst eine Frist setzen, innerhalb derer er die Schäden selbst beseitigen könne. Der Fall landete vor Gericht.

Sowohl das Amtsgericht Bad Neustadt an der Saale als auch das Landgericht Schweinfurt gaben dem Vermieter recht. Mit der vom Berufungsgericht zugelassenen Revision wollte der Mieter dennoch erreichen, dass die Klage abgewiesen wird.


BGH-Urteil stärkt Vermieterrechte

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der Vermieter sofort Schadenersatz fordern kann, wenn der Mieter in der Wohnung Schäden verursacht hat und einfach auszieht. Eine Frist zur Behebung der Schäden müsse er dem Mieter nicht setzen. Denn mit dem vertragswidrigen Gebrauch der Mietsache verletze der Mieter eine Nebenpflicht, für die der Vermieter einen Anspruch auf Schadensersatz habe, ohne eine vorherige Frist zur Behebung zu setzen.

(BGH-Urteil vom 28. Februar 2018 - VIII ZR 157/17)


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