Energieeffizienz

Heizkosten steigen, Klimaschutz stagniert

Nach vier Jahren, in denen die Heizkosten sanken, müssen Mieter wieder mit höheren Ausgaben rechnen. Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gehen davon aus, dass sich die gestiegenen Preise für Heizöl bald bei den Betriebskosten bemerkbar machen werden.


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Nach den DIW-Berechnungen lagen die Heizkosten im vergangenen Jahr um rund 6,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Allerdings gibt es bei den Kosten erhebliche regionale Unterschiede. Während in Bayern die Heizkosten mit durchschnittlich 5,60 Euro je Quadratmeter und Jahr am niedrigsten ausfallen, müssen Mieter in Hamburg mit 11,18 Euro den höchsten Betrag zahlen. Der Bundesdurchschnitt liegt laut DIW bei 7,56 Euro je Quadratmeter.

Wer mit Öl heizt, muss mit zehn Prozent Mehrkosten für 2017 rechnen. So schätzen es der Deutsche Mieterbund und die Beratungsgesellschaft co2online ein. Auch bei Erdgas und Fernwärme werden Steigerungen erwartet. 24 Grundversorger sollen bereits Erhöhungen im Schnitt um 7,3 Prozent angekündigt haben.

Keine Fortschritte beim Klimaschutz


Je nachdem wie gut ein Haus gedämmt ist, gibt es große Unterschiede beim Verbrauch und damit bei den Kosten. Auch wenn die Mieter weniger für ihr warmes Zuhause ausgeben mussten, so wurde doch keinerlei Energie beim Heizen eingespart. Der Verbrauch liegt laut DIW-Bericht immer noch auf dem Niveau von 2010. Das von der Bundesregierung gesteckte Ziel, den Wärmebedarf von Gebäuden bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 2008 zu senken, werde damit deutlich verfehlt. Es ist wenig wahrscheinlich, dass der notwendige Rückgang von 16,5 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand noch erreicht werden kann.

DIW-Immobilienökonom Claus Michelsen warnte bereits, dass ohne deutliche Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden die Klimaziele nicht zu erreichen seien. Auf keinen Fall sollten die Vorgaben für Energieeinsparungen bei Neubauten aufgeweicht werden. Vielmehr sollte es darüber hinaus für bestehende Gebäude zusätzliche Maßnahmen geben.  


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