Vermieterbefragung 2018

Bestnoten für private Einzelvermieter

Private Einzelvermieter bieten rund zwei Drittel aller Mietwohnungen in Deutschland an. Sie sorgen für eine hohe Zufriedenheit bei ihren Mietern und halten sich mit Mieterhöhungen zurück. Der Eigentümerverband Haus & Grund hat die Ergebnisse seiner aktuellen Vermieterbefragung veröffentlicht.


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Für Schlagzeilen sorgen zumeist die großen Wohnungsbaugesellschaften. Dabei spielen gerade die 3,9 Millionen private Vermieter eine große Rolle für den deutschen Mietwohnungsmarkt. Die meisten ihrer Mieter sind sehr zufrieden. Das belegen die Zahlen und Fakten der diesjährigen Vermieterbefragung, die von Haus & Grund initiiert wurde.

Werden Mieter gefragt, ob sie mit ihrem privaten Vermieter zufrieden sind, werden in der Regel die Kategorien „sehr zufrieden“ und „zufrieden“ angekreuzt. Und auch andersherum läuft es so. Drei Viertel aller privaten Vermieter haben bei der Frage, ob sie mit dem laufenden Mietverhältnis/den laufenden Mietverhältnissen zufrieden sind und mit den Mietern gut auskommen „trifft voll zu“ angekreuzt. Bei nur 1,3 Prozent trifft das überhaupt nicht zu.

Miete und Nebenkosten sowie Mietdauer


Die Nettokaltmiete stieg im vergangenen Jahr im Schnitt um rund 0,8 Prozent.

Zwei Beispiele:

Die Nettokaltmiete pro m² für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern beträgt durchschnittlich 7,63 Euro/Vorjahr: 7,64 Euro, die Betriebskosten 1,37 Euro/Vorjahr: 1,36 Euro und die Heizkosten 1,19 Euro/Vorjahr: 1,16 Euro.

Die Nettokaltmiete pro m² für ein Einfamilienhaus beträgt durchschnittlich 8,01 Euro/Vorjahr: 7,94 Euro, die Betriebskosten 0,94 Euro/Vorjahr: 1,15 Euro und die Heizkosten 1,13 Euro/Vorjahr: 1,17 Euro.

Die durchschnittliche Mietdauer beträgt 8 Jahre, wobei in 45 Prozent der erfassten Wohnungsmietverhältnisse die Mieter erst nach 5 Jahren wechselten. In 13, 9 Prozent der erfassten Mietverhältnisse beträgt die Mietdauer bis zu 20 Jahren.


Abweichungen von der Vergleichsmiete


Im Durchschnitt liegt die Miethöhe pro m² 2,76 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Zwei Beispiele:

Läuft ein Mietverhältnis zwischen 5 und 10 Jahre, dann unterschreitet die tatsächliche Miete die ortsübliche Vergleichsmiete um 3,97 Prozent.

Läuft ein Mietverhältnis zwischen 5 und 30 Jahre, dann unterschreitet die tatsächliche Miete die ortsübliche Vergleichsmiete um 6,89 Prozent.


Mietsteigerungen


In 63,6 Prozent der erfassten Mietverhältnisse gab es im Mietzeitraum keine Mieterhöhung. Es wurde durchschnittlich seit 5,6 Jahren keine Mieterhöhung mehr ausgesprochen.

In 36,4 Prozent der erfassten Mietverhältnisse gab es im aktuellen Mietzeitraum eine Mieterhöhung. Die letzte Mieterhöhung wurde durchschnittlich vor 2,8 Jahren ausgesprochen.

22,6 Prozent der Vermieter erhöhen ausschließlich bei einem Mieterwechsel die Miete. Im Vorjahr waren es noch 23,3 Prozent und 2016 sogar noch 25,2 Prozent.


Investitionshemmnisse und Modernisierung


Die privaten Vermieter wurden gefragt, was sie daran hindert, zusätzlich in ihre Immobilie zu investieren. Stärkstes Investitionshemmnis ist die Mietpreisbremse, gefolgt von einer zu hohen Steuerbelastung. Weitere Faktoren sind mangelnde staatliche Förderungen und die zeitraubende Bürokratie.

Dennoch wurde natürlich modernisiert. 43,6 Prozent aller Modernisierungsmaßnahmen fanden in den vergangenen 5 Jahren statt. Rund die Hälfte aller Modernisierungsmaßnahmen betrafen dabei die Fenster und Heizungsanlagen.

Ein Blick auf die Energieträger zur Wärmeversorgung: 68,4 Prozent der Heizungen werden mit Gas betrieben, 18,9 Prozent mit Heizöl; 9,4 Prozent der Mietwohnungen werden durch Fernwärme versorgt und 3 Prozent durch elektrische Speicherheizsysteme/Nachtspeicher. – Von den zusätzlich genutzten regenerativen Energien spielt die Sonnenenergie die größte Rolle.

In 13,7 Prozent der Wohnungen befragter Haus & Grund-Mitglieder werden regenerative Energien genutzt.


Wer sind die privaten Einzelvermieter?


Private Kleinvermieter finden sich in allen gesellschaftlichen Gruppen. Mit jeweils mehr als 30 Prozent stellen Rentner und Angestellte die größten Gruppen. Freiberufler und Selbständige sind mit knapp 14 Prozent vertreten. Wird das Einkommens betrachtet, so gibt es eine breite Streuung. 6 Prozent der einkommensschwächsten Haushalte vermieten Wohneigentum, unter den 20 Prozent der einkommensstärksten Haushalte sind es 21 Prozent.

Private Vermieter sind deutlich älter als die Gesamtbevölkerung. So sind 28 Prozent der Kleinvermieter über 65 Jahre alt.

Auffällig ist, dass die Zahl der Vermieter trotz bester Voraussetzungen – aufgrund des Niedrigzinsumfelds, der Konjunktur und der starken Wohnungsnachfrage – stagniert. Das kann daran liegen, dass u. a. die Belastungen aus energetischen Modernisierungen für private Kleinvermieter zunehmen. Aber auch Regulierungen wie etwa die Mietpreisbremse oder Erhaltungssatzungen (Milieuschutz) tragen dazu bei. 


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