Immobilienrente: Zusatzrente für Hauseigentümer

Per Umkehrhypothek die Rente aufpolieren

Das Haus ist abbezahlt, doch die Nebenkosten fressen fast die gesamte Rente auf? Vielleicht ist eine Immobilienverrentung ein geeigneter Weg, um der finanziellen Misere zu entfliehen und trotzdem ein Wohnrecht auf Lebenszeit in den vertrauten vier Wänden zu genießen.


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Die lang ersehnte Kreuzfahrt, altersgerechte Umbauten im Haus oder auch teure Medikamente – um die Lebensqualität im Alter zu erhalten, benötigen Senioren häufig mehr Geld, als die eigene Rente hergibt. Eigenheimbesitzer können ihre Rente durch eine monatliche Finanzspritze einer Bank aufstocken. Die sogenannte „Immobilienrente“ oder auch „Umkehrhypothek“ bezeichnet einen Ratenkredit, der auf einem einfachen Prinzip beruht.

Um eine Immobilienrente zu erhalteneinzustreichen, nimmt der Haus- oder Wohnungseigentümer bei einem Finanzinstitut eine Hypothek auf seine Immobilie auf. Als Sicherheit dient dem Kreditgeber die Immobilie, die er in Form einer verbrieften Grundschuld einfordert.

Lebensqualität im Alter durch Zusatzrente sichern


Solange der Rentner die Raten des Kredits erhält, muss er weder Zinsen noch Tilgung zahlen. Er bleibt weiterhin Eigentümer seiner Immobilie und darf auf Lebzeiten in seinen eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Das einzige, was sich spürbar an seiner Lebenssituation ändert: Er verfügt über ein höheres monatliches Guthaben.  

Erst nach dem Ableben des Kreditnehmers oder seinem Umzug in ein Pflegeheim fordert die Bank die aufgelaufenen Kreditschulden zuzüglich Zinsen zurück. Entweder tilgen die Erben diese aus eigener Tasche oder aber die Bank verkauft die beliehene Immobilie. Der Verkauf von Grund und Gebäude bringt ausreichend Geld ein, um den Kredit abzulösen. Verstirbt der Kreditnehmer unerwartet früh oder der Kaufpreis übersteigt die Kalkulation, geht das überschüssige Geld nach Abzug der Darlehensschuld an die Erben des Kreditnehmers.



Voraussetzung für eine Immobilienrente


Banken prüfen vor Vertragsabschluss genau den Wert der angebotenen Immobilie. Nur wenn sich ein späterer Verkauf lohnt und die Bank mit ausreichend Kaufinteressenten rechnet, gibt sie auch den Zuschlag für eine Umkehrhypothek. Aus diesem Grund kommen lediglich abbezahlte Immobilien dafür infrage. Sie sollten zudem einen gepflegten Zustand aufweisen und bestenfalls durch eine Top-Lage überzeugen. Diese Vorzüge erhöhen den Wiederverkaufswert der Immobilie und damit den möglichen Kreditrahmen bei einer Verrentung.

Neben dem Immobilienwert wirkt sich auch die voraussichtliche Lebenszeit des Kreditnehmers auf die Höhe der ausgeschütteten Monatsrate aus. Je länger der Kredit wahrscheinlich voraussichtlich ausgezahlt wird, desto geringer fällt die Höhe der monatlichen Zahlung aus. Als Mindestalter, um eine Immobilienrente in Anspruch nehmen zu können, gelten in der Regel 65 Jahre.

Nachteile der vertraglichen Vereinbarung im Überblick

Möchten Sie die Vorteile einer Immobilienrente genießen, sollten Sie sich vor Abschluss des Vertrages auch die Schattenseiten einer solchen vertraglichen Vereinbarung vor Augen führen. So fallen die Konditionen des Kreditvertrages eher ungünstig aus. Die monatlichen Darlehensauszahlungen liegen in der Regel deutlich unter dem Betrag, den der aktuelle Verkehrswert der Immobilie hergeben würde. Darüber hinaus fallen relativ hohe Zinsen an. Auch Ihren Nachlass schmälert die Hypothek erheblich, frisst diesen vielleicht sogar vollständig auf. Im Vordergrund sollte beim Aufnehmen einer Umkehrhypothek deswegen der unbedingte Wille stehen, den Lebensabend in den vertrauten eigenen vier Wänden zu genießen.

Tipp: Holen Sie sich vor der Unterzeichnung des Vertrages auf jeden Fall einen unabhängigen Sachverständigen an die Seite. Auch Verbraucherzentralen beraten Interessenten zu diesem Thema kompetent.


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