Gebäudeenergiegesetz verpflichtet Makler zu Energieangaben

Neues Gesetz macht sich auf den Weg

Ein neuer Gesetzentwurf macht gerade die Runde im Bundesrat und Bundestag. Er soll langfristig zu einer Standardisierung von klimaneutralen Gebäuden führen. Dafür müssen nicht nur Makler neue Verpflichtungen eingehen, auch die energetischen Anforderungen an Neubauten werden verschärft.


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Die Bundesregierung plant ein neues Gesetz, das den Energieverbrauch von Gebäuden deckelt: das „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden“, kurz Gebäudeenergiegesetz (GEG). Dieses setzt sich aus den bereits bestehenden Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und der Energieeinsparungsverordnung (EnEV) zusammen. Darüber hinaus enthält es einige neue Verordnungen.

Makler müssen Energieangaben machen


Zu den Neuerungen des Gesetzentwurfes gehört die Vorgabe, dass Makler in Immobilienanzeigen Angaben zu der Energieeffizienz des Gebäudes machen müssen. Darunter fallen unter anderem Informationen zur Brennstoffart des Heizsystems, zum Alter des Gebäudes und zum Energieverbrauch. Bisher schrieb die Energieeinsparverordnung die Informationspflicht lediglich für Verkäufer und für Vermieter vor. Diese müssen Kauf-, Pacht- oder Mietinteressenten den Energieausweis der betreffenden Immobilie vorlegen. Makler bewegten sich hier bisher in einer Grauzone. Diese rechtliche Unsicherheit soll die neue Verordnung nun beseitigen.



Zweck eines Energieausweises


Die EnEV schreibt vor, dass der Energieverbrauch jedes Hauses durch einen Energieausweis belegt werden muss. Der Ausweis enthält steckbriefartig aufgelistete Informationen, anhand derer ein Kauf- oder Mietinteressent auf einen Blick erkennen kann, wie hoch die Nebenkosten durch den Energieverbrauch in etwa ausfallen. Insbesondere bei alten Gebäuden mit schlecht gedämmter Gebäudehülle und veralteten Heizsystemen fallen diese Kosten als monatliche finanzielle Belastung erheblich ins Gewicht.

Abhängig von der Höhe ihres Energieverbrauches werden die Gebäude einer Energieeffizienzklasse zugeordnet. Diese geben neuere Energieausweise ebenfalls an. Die Klassen reichen von der höchst energieeffizienten Klasse A+ bis zur Klasse H mit sehr hohem Energieverbrauch.



Energetische Anforderungen an Neubauten werden verschärft


Neben den Pflichtangaben für Makler zur Energieeffizienz eines Gebäudes treibt das Gebäudeenergiegesetz die Pflicht zur Energieeinsparung voran. So sieht es vor, dass Neubauten, in denen Behörden untergebracht werden, ab 2019 dem Niedrigstenergiegebäudestandard angehören müssen. Das heißt, die Gebäude müssen dem KfW-Effizienzhausstandard 55 entsprechen. Energieeffizienter ist zurzeit lediglich die der KfW-Effizienzhausstandard 40.



Mehr Möglichkeiten zum Energiesparen


Darüber hinaus gibt das GEG Privathaushalten mehr Möglichkeiten an die Hand, um Energie einzusparen, erneuerbare Energien zu nutzen und so die geltenden Energiestandards zu erfüllen. So soll der der Einsatz von erneuerbaren Energiequellen wie Biogas für den Endverbraucher besser zugänglich gemacht werden. Außerdem soll bei Neubauten der maximale Verbrauch von Primärenergie – also die Menge an Energie, die der Haushalt zur Deckung seines Heizwärmebedarfs benötigt – durch eine Berechnungsvorschrift geregelt werden. Gemeinsames Ziel der verschiedenen Maßnahmen ist es, den Bau von klimaneutralen Gebäuden anzukurbeln und den CO2-Ausstoß zurückzufahren, um den Klimaschutz zu verbessern.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) haben den gemeinsamen Gesetzentwurf am 24. Januar vorgelegt. Er soll im Februar durch das Bundeskabinett verabschiedet werden und am 1. Januar 2018 in Kraft treten.


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