Wie Hauseigentümer auf gestiegene Heizölpreise reagieren können

Seit Ende 2015 steigt der Ölpreis wieder

Im vergangenen Jahr gab es eine Preissteigerung von über 40 Prozent beim Heizöl. Sollen Hauseigentümer jetzt nachtanken? Und müssen Vermieter den günstigsten Anbieter wählen?


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Nachdem der Ölpreis seit Mitte 2014 stark eingebrochen ist, war das vergangene Jahr wieder von einem Preisanstieg geprägt. Dies hat sich auch auf den Heizölpreis ausgewirkt. Welche Folgen hat das für Eigentümer und Vermieter und worauf sollten sie achten?

Entwicklung des Heizölpreises


Aktuell (Anfang Januar 2017) müssen Verbraucher laut Angaben des Vergleichsportals Check24 bei einer Abnahme von rund 3.000 Liter mit Kosten von gut 1.700 Euro rechnen. Dies ist deutlich weniger als in dem Zeitraum zwischen Ende 2010 und Sommer 2014, als die Kosten für diese Abnahmemenge Heizöl bei über 2400 Euro lagen. Danach kam es nach dem Einbruch auf dem Weltölmarkt auch beim Heizöl zu einem drastischen Preisrückgang, sodass Ende 2015 die Kosten für eine Abnahmemenge von 3.000 Litern Heizöl einen Tiefstand von 1.200 Euro erreichten. Die Nebenkostenabrechnungen der Abrechnungsjahre 2014 und 2015 waren dann auch im Falle der Versorgung mit Heizöl von deutlichen Rückzahlungen an die Mieter gekennzeichnet.

Doch seither sind die Heizölpreise wieder spürbar gestiegen. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr eine Preissteigerung um 44 Prozent von 1.205 Euro (Januar 2016) auf 1.738 Euro (Dezember 2016). Die Nebenkostenabrechnungen für das Abrechnungsjahr werden daher deutlich anders ausfallen als in den Vorjahren. Sollten Vermieter aufgrund der gesunkenen Heizölpreise die Vorauszahlungen gesenkt haben, müssen die Mieter mit deutlich geringeren Rückzahlungen oder gar Nachzahlungen rechnen.



Wie sollten Eigentümer auf die Preisentwicklung reagieren?


Die langfristige Entwicklung des Ölpreises hängt von vielen Faktoren ab. Kurzfristig wirkt sich vor allem das weltweite Wirtschaftswachstum aus. Weil mit den USA die weltweit größte Volkswirtschaft relativ stark wächst und aufgrund der vom neuen US-Präsidenten angekündigten Infrastrukturmaßnahmen sich das Wachstum dort nach Ansicht vieler Ökonomen kurzfristig eher beschleunigen wird, ist in Nordamerika eher von einer höheren Nachfrage auszugehen. Auch der für China befürchtete stärkere Rückgang des Wirtschaftswachstums ist nicht eingetroffen. Das Wachstum in Europa ist relativ niedrig, doch gibt es aktuell keine Anzeichen für eine europaweite Rezession.

Auch die Angebotssituation ist beim Öl nach dem Überangebot der Jahre 2015 bis 2016 relativ stabil. Die in der OPEC organisierten Ölförderländer haben angekündigt, das Angebot zu drosseln, um damit die Preise zu stabilisieren oder zu erhöhen. Unklar ist jedoch, ob sich alle Anbieter daran halten werden. Viele Experten gehen kurzfristig eher noch von weiter steigenden Ölpreisen aus. „Aufgrund der Entwicklungen am Rohölmarkt wird der Heizölpreis mittelfristig weiter steigen“, sagt Oliver Bohr, Geschäftsführer im Bereich Energie vom Vergleichsportal Check24. Verbraucher, die ihren Heizöltank nicht bereits weitgehend gefüllt haben, rät er deshalb jetzt zum Kauf. Auch die Experten von dem Heizölmesstechnikanbieter Tecson sind der Meinung, dass ein leichter Preisrückgang seit Anfang 2017 eine gute Gelegenheit sein könnte, Heizöl einzukaufen: „Vielleicht ist der Preistiefpunkt noch nicht erreicht, aber für denjenigen, der mit seinem Heizölvorrat nicht bis zum Frühjahr hinreicht, ist der aktuelle Kaufzeitpunkt sicherlich kein schlechter“, so der Tecson Marktkommentar zum 20. Januar 2017.

Mittelfristig lässt sich jedoch der Heizölpreis kaum verlässlich voraussagen. Auch verfügen die meisten Eigentümer ohnehin mit ihrem Tank nur über begrenzte Lagermöglichkeiten.



Müssen Vermieter beim günstigsten Heizölanbieter bestellen?


Vermieter unterliegen bei den Nebenkosten gegenüber ihrem Mieter dem Wirtschaftlichkeitsgebot. Dies bedeutet, dass sie auch beim Heizöl die Preise der Anbieter vergleichen sollten. Dies bedeutet aber nach einem Urteil des Landgerichts Berlin (LG Berlin, Urteil v. 30.7.2014, 65 S 12/14) nicht, dass Vermieter das Heizöl zum bestmöglichsten Preis einkaufen müssen. Es reicht dabei, dass beim Heizöleinkauf keine unnötigen Kosten verursacht werden und ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis gewahrt wird. Eine Verletzung dieser Pflicht kann nicht angenommen werden, wenn der Einkaufspreis wie in dem betreffenden Streitfall nur sechs Prozent über dem besten Einkaufspreis liegt.


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