Ferienhaus oder Zweitwohnsitz

Beim Hausverkauf Steuern sparen

Beim Verkauf eines Hauses oder einer Wohnung entscheidet die Nutzung darüber, ob Sie Steuern zahlen müssen oder nicht.


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Wer seine Immobilie verkaufen will, wird vom Finanzamt zur Kasse gebeten, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Verkauf weniger als zehn Jahre beträgt. Anders verhält es sich, wenn die Wohnung zwischen Anschaffung und Verkauf oder in den zwei Jahren vor der Veräußerung ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde. Wie aber ist die Rechtslage, wenn es sich um eine Zweitwohnung oder ein Ferienhaus handelt? Mit einem solchen Fall beschäftigte sich der Bundesfinanzhof in einem Urteil vom 27.06.2017 (Az. IX R 37/16).

Finanzamt verlangte Einkommensteuer


Eine Eigentümerin hatte ihre Immobilie zunächst an den Vater vermietet. Später, nachdem das Mietverhältnis beendet war, nutzte sie die Immobilie rund zwei Jahre selbst für Ferienzwecke. Danach verkaufte sie sie.  Ihr Finanzamt und dem folgend auch das Finanzgericht besteuerten den Veräußerungsgewinn. Eine begünstigte Eigennutzung liege nicht vor, da die (ehemalige) Eigentümerin ihren Hauptwohnsitz in einer anderen Stadt hatte. Zudem handelte es sich bei der Immobilie um eine Zweitwohnung, die nur zu Ferienaufenthalten genutzt worden war. Das Finanzgericht vertrat die Auffassung: Der Gesetzgeber wolle mit der Ausnahmeregelung nur beruflich genutzte Wohnungen begünstigen. 


Bundesfinanzhof widersprach


Dem wiedersprach der Bundesfinanzhof. Ein Gebäude würde auch dann zu eigenen Wohnzwecken genutzt, wenn es von der (ehemaligen) Eigentümerin nur zeitweilig bewohnt werde, ihr jedoch in der übrigen Zeit als Wohnung zur Verfügung stehe. Dabei müsse es sich weder um die Hauptwohnung handeln, noch müsse sich dort der persönliche Lebensschwerpunkt befinden. Nicht zur Vermietung bestimmte Zweitwohnungen, die im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung genutzt werden, fallen somit unter die Begünstigungsregelung. Unter diesen Voraussetzungen unterliegt der beim Verkauf erzielte Veräußerungsgewinn nicht der Einkommensteuer.


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