Wasserschaden

Welche Versicherungen helfen?

Starker Regen, ein Rohrbruch oder der abgerissene Schlauch der Waschmaschine können Räume blitzschnell überfluten – oft mit gravierenden Folgen. Welche Versicherung hilft Eigentümern und Vermietern wirklich?


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Eigentümer und Vermieter kommen um eine Wohngebäude-, eine Hausrat- und eine Haftpflichtversicherung nicht herum; empfehlenswert ist es, optional Elementarschäden mitzuversichern.

Bei diesen Schäden haftet die Wohngebäudeversicherung



Die Wohngebäudeversicherung springt ein, wenn es um Schäden am Gebäude geht; bewegliche Gegenstände bleiben dabei außen vor.

Leitungswasser: Meist handelt es sich um einen Rohrbruch, einen geplatzten Verbindungsschlauch oder eine ausgelaufene Geschirrspülmaschine. – Bei manchen Versicherungen können auch Wasserschäden durch fahrlässiges Verhalten abgedeckt sein.

Sturm und Hagel: Bei Witterungseinflüssen ist zu beachten, dass der Sturm erheblich sein muss, genauer gesagt, die Versicherung zahlt erst ab Windstärke 8.

Elementarschäden (Zusatzversicherung): Es werden Schäden aus Wetterextremen wie Flut, starke Regenfälle und Überschwemmungen sowie Rückstau in der Kanalisation versichert.

Wofür zahlt die Wohngebäudeversicherung?



Jeder Vertrag wird individuell abgeschlossen. Oft werden auch Obergrenzen festgesetzt für die Höhe der Kosten oder die Dauer der Leistungen. Daher lässt sich keine allgemeingültige Aussage treffen. Bei den aufgeführten Beispielen zahlt in der Regel – je nach Vereinbarung – die Gebäudeversicherung:

  • Aufräum- und Abbruchkosten (Abtransport von Schutt etc.)
  • Wiederherstellung oder Wiederbeschaffung (Wiederaufbau bei vollständiger Zerstörung)
  • Bewegungs- und Schutzkosten (wenn Gebäudebestandteile während der Sanierung bewegt oder geschützt werden müssen)
  • Schadensgutachten (abhängig von der Schadenshöhe)
  • Mietausfälle (bei berechtigter Mietminderung)
  • Hotelkosten (Grundkosten des Hotelaufenthalts, wenn die Wohnung des Mieters unbewohnbar ist)


Bei diesen Wasserschäden haftet die Hausratversicherung

Die Hausratversicherung haftet ebenfalls bei Schäden durch Leitungswasser, Sturm (ab Windstärke 8) und Hagel sowie – wenn zusätzlich vereinbart – für Elementarschäden. Dabei kommt die Versicherung für Wasserschäden an beweglichen Gegenständen auf. Vom Versicherungsschutz ausgenommen sind u.a.: Schmuck, Musikinstrumente, Kunstgegenstände, Kraftfahrzeuge und elektronische Daten.



Wofür zahlt die Hausratsversicherung?

  • Reparaturkosten oder Wiederbeschaffung (in der Regel auch bei Nässeschäden an Bodenbelägen, Wandfarbe oder Tapete)
  • Aufräumarbeiten
  • Bewegungs- und Schutzkosten (wenn Gebäudebestandteile während der Renovierung bewegt oder geschützt werden müssen)
  • Hotelkosten
  • Lager- und Transportkosten (wenn Gegenstände bis nach der Renovierung ausgelagert werden müssen)
  • Bewachung (wenn die Wohnung unbewohnbar und das Haus nicht sicher verschlossen ist)


… und wenn der Nachbar betroffen ist?

Vor finanziellen Risiken bei Schäden in der Nachbarwohnung bewahrt die Haftpflichtversicherung.

Für Eigentümer eines Eigenheims kommt die normale Privathaftpflichtversicherung für den Wasserschaden beim Nachbarn auf.

Vermieter sollten eine Haus- und Grundbesitzer Haftpflichtversicherung abschließen. Denn auch wenn der Vermieter den Wasserschaden nicht selbst verursacht hat, haftet er dennoch für die Sicherheit seiner Wohnung. Er muss dafür sorgen, dass niemand anderes durch sein Eigentum zu Schaden kommt.

Wurde der Wasserschaden grob fahrlässig durch den Mieter verursacht, muss er dafür geradestehen. Daher ist eine Haftpflichtversicherung auch für den Mieter mehr als nur eine Option. Denn im selbst verursachten Schadensfall kann die Rechnung sehr hoch ausfallen.

Tipp für Vermieter: Die Haftpflicht gilt als die wichtigste Versicherung für jeden Erwachsenen. Sollte ihr Mieter noch nicht davon überzeugt sein, reden Sie mit ihm über das Risiko.

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