"Wir sparen deine Miete"

Das unseriöse Geschäft mit der Mietpreisbremse

Die Diskussion um die Mietpreisbremse spitzt sich weiter zu. Von Eigentümer-Seite hagelt es Kritik an einem Start-up, das die Bremse für Mieter durchsetzt – mit nicht immer ganz lauteren Mitteln.


placeholder

Der Vermieterverband Haus & Grund Deutschland warnt vor den unseriösen Praktiken eines Berliner Start-ups, das Mietern auf Provisionsbasis dabei hilft, die Mietpreisbremse gegen ihre Vermieter durchzusetzen.

Start-up verteilt gefakte Briefe


Das Unternehmen Rental Rights Technology UG, besser bekannt als wirsparendeinemiete.de, verteilt in Städten, in denen die Mietpreisbremse gilt, laut Haus & Grund gefälschte Briefe. In den Briefen fordert  ein fiktiver Nachbar mit Namen Mark die Mieter dazu auf, gegen ihren Vermieter vorzugehen und mit der Mietpreisbremse „eins reinzudrücken“.

Mark verweist in dem Schreiben auf das Portal wirsparendeinemiete.de, das ihm bei der Durchsetzung seiner Mietminderung helfe. Auf seiner Website behauptet das Unternehmen: „Die Mietpreisbremse funktioniert. Sie muss nur richtig angewendet werden. Und dabei helfen wir.“ Haus & Grund Deutschland verurteilt dieses Vorgehen und fordert Bundesjustizminister Haiko Maas dazu auf, sich öffentlich von derartigen Praktiken zu distanzieren.



Kritik von allen Seiten


Bereits zuvor hatte es von zahlreichen Vermieter-, aber auch Mieterverbänden Kritik an den Geschäften mit der Mietpreisbremse gehagelt. Mehrere Unternehmen bieten an, Vermieter für ihre Klienten auf Einhaltung der Mietpreisbremse zu verklagen. Nur im Fall einer erfolgreichen Klage steht dem Unternehmen die Miet-Ersparnis der ersten drei Monate zu – davor entstehen den Mietern keinerlei Kosten.

Während Vermieterverbände kritisieren, die Unternehmen lockten mit falschen Versprechen und säten Unmut zwischen Mietern und Vermietern, betonen Mieter-Verbände, dass ihre Mitglieder denselben Service erhielten. Dieser sei jedoch bereits mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten, sodass auch im Fall einer Klage keine zusätzlichen Kosten entstehen.


Diese Artikel könnten Sie interessieren: