Was sich 2017 für Eigentümer ändert

Steuern, Kredite und Mieten

Im neuen Jahr gibt es zahlreiche Änderungen, die Eigentümer von Wohnungen betreffen: die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

2017

Was bringt das jahr 2017 Neues für Immobilieneigentümer?

Über einige Änderungen im neuen Jahr können sich Eigentümer, Vermieter oder Bauherren freuen: ein höherer Grundfreibetrag, Vorteile durch Mieterstrommodelle sowie voraussichtlich mehr Vertragsrechte der Bauherren. Änderungen bei der Grundsteuer und bei der Rauchmelderpflicht in einigen Regionen sind dagegen für Eigentümer eher mit Belastungen verbunden.

Rauchmelderpflicht für Bestandsgebäude in Nordrhein-Westfalen

Mit Ausnahme der Bundesländer Berlin und Sachsen gilt in allen Bundesländern für Neubauten die Rauchmelderpflicht für Wohnungen. In den meisten Bundesländern gilt diese Pflicht mittlerweile auch für Wohnungen in Bestandsbauten. Zum 1. Januar 2017 müssen nun auch in Bestandswohnungen in Nordrhein-Westfalen Rauchmelder angebracht sein. In Bayern tritt die Rauchmelderpflicht für Bestandsgebäude ein Jahr später in Kraft. Zuständig für die Anbringung sind die Besitzer.

Höhere Grunderwerbsteuer in Thüringen

Ab 1. Januar 2017 erhöht sich in Thüringen die Grunderwerbsteuer von fünf Prozent auf 6,5 Prozent. Vor allem in den ländlichen Gegenden Thüringens mit geringer Kaufnachfrage werden Eigentümer die ihre Immobilie verkaufen voraussichtlich einen geringeren Nettoerlös erzielen.

Höherer Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag steigt 2017 um 170 Euro auf  8.822 Euro für Ledige und 17.644 Euro für Verheiratete. Bis zu diesem Betrag erhebt der Staat keine Steuern auf Einkommen. Dies betrifft auch Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Ab 2018 wird der Freibetrag um weitere 200 Euro für Ledige und 400 Euro für Eheleute steigen.

Verbraucherpreisanstieg erhöht Indexmiete

Weil Mieterhöhungen entsprechend der ortsüblichen Vergleichsmiete oft zu Streit zwischen Mieter und Vermieter führt, bieten einige Vermieter im Mietvertrag lieber Indexmieten an. Bezugsgrundlage ist der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte und monatlich angepasste Verbraucherpreisindex für Deutschland (VPI). In den vielen Großstädten stieg in den vergangenen Jahren die  ortsübliche Vergleichsmiete aber deutlich stärker als der VPI. Zum Jahresende 2016 zeichnet sich nun mit plus 0,8 Prozent (Stand November 2016 gegenüber Vorjahr) ein etwas stärkerer Anstieg des VPI als 2015 (plus 0,4 Prozent) und 2014 (plus 0,6 Prozent) ab. Sofern die Indexmiete mindestens ein Jahr unverändert blieb, kann sie entsprechend der Veränderung der VPI ohne Einverständniserklärung des Mieters erhöht werden.

Mieterstrommodelle bei Solarstromanlagen

Wer eine Immobilie mit eigener Stromerzeugung – in der Regel mit Photovoltaik oder einem Blochheizkraftwerk in einer Wohnanlage – erwirbt oder erbaut, kann ab 2017 den Strom günstig an seine Mieter verkaufen. Wird der Mieterstrom in „unmittelbarer räumlicher Nähe“ zu dem Miet-Objekt produziert, muss er nicht über die öffentlichen Netze geleitet werden. Ab 2017 entfallen bei solchen Mieterstrommodellen die Nutzungsentgelte, die Konzessionsabgabe und auch weitgehend die EEG-Umlage. Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen unterstützen auch die lokale Stromversorgung von Mietwohnungen durch Hilfen bei der Zählerinfrastruktur, Beratung oder der Installation.

Änderungen bei Immobilienkrediten

Nachdem der Gesetzgeber 2016 mit der Umsetzung der EU-Richtlinien zu Wohnimmobilien zum Teil die Darlehensvergabe für ältere Kreditnehmer verschärft hat und dies kritisiert wurde, beschloss das Bundeskabinett nun am 21. Dezember dieses Gesetz wieder zu überarbeiten, um die Kreditvergabe wieder zu erleichtern. Zugleich beschloss die Regierung aber, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Instrumente in die Hand zu geben, mit der die Kreditvergabe der Banken an Immobilienkäufer eingeschränkt werden können, wenn die Gefahr einer Immobilienpreisblase besteht. Das Gesetz, das voraussichtlich im Sommer 2017 in Kraft treten wird, sieht beispielsweise im Fall einer Warnung vor einer Immobilienblase durch die Bundesbank Kreditobergrenzen und Mindesttilgungshöhen vor.

Ausnahmeregelung zur Umkehrhypothek

Die Bundesregierung will zudem sogenannte Umkehrhypotheken von den strengen Vorschriften für Verbraucher-Darlehensverträge ausnehmen. Dadurch soll älteren Menschen die Kreditaufnahme – die Voraussetzung für dieses Modell – erleichtert werden. Bei der Umkehrhypothek nehmen Senioren einen Kredit auf, um damit ihren Ruhestand zu finanzieren. Am Ende der Laufzeit oder bei Tod des Kreditnehmers muss der Kredit mit aufgelaufenen Zinsen zurückgezahlt werden. Dafür dient die Immobilie als Sicherheit, die bei fehlendem Tilgungskapital in den Besitz der Bank wechselt. Es ist allerdings kaum zu erwarten, dass die neue Regelung für eine stärkere Verbreitung der Umkehrhypothek sorgt. Hauptgrund für die geringe Akzeptanz sind die geringen Zuflüsse aus der Umkehrhypothek aufgrund hoher Sicherheitsaufschläge der Banken sowie der wahrscheinliche Verlust des Eigenheims nach Ablauf der Kreditlaufzeit. 

Mehr Verbraucherrechte für Bauherren

Die Bundesregierung will die Rechte privater Bauherren stärken und hat dem Bundestag und dem Bundesrat einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt. Er wird voraussichtlich 2017 in Kraft treten. So sollen Bauunternehmer künftig den privaten Bauherren vor Vertragsschluss eine Baubeschreibung zur Verfügung stellen und die Verträge verbindliche Angaben enthalten, wann der Bau fertig gestellt sein wird.