Neuer Betriebskostenspiegel gibt Orientierung

Für Abrechnungsjahr 2015 weitere Kostenrückgänge erwartet

Die Preise für Öl und Gas haben die Betriebskosten für Mieter in Deutschland weiter sinken lassen. Der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds (DMB) zeigt nun die Durchschnittswerte der Kostenarten auf.


Die Kosten für Heizung und Warmwasser sind erstmals seit langer Zeit gesunken.

Durchschnittlich lagen die Nebenkosten bei 2,17 Euro pro Quadratmeter und Monat und damit zwei Cent unter den Kosten von 2013. Rechnet man alle denkbaren Betriebskostenarten mit den jeweiligen Einzelbeträgen zusammen, kann die zweite Miete bis zu 3,18 Euro pro Quadratmeter im Monat betragen. Die genannten Vergleichswerte des aktuellen Betriebskostenspiegels hat der Mieterbund aus dem Abrechnungsjahr 2014 ermittelt. Die Daten aus diesen Abrechnungen beziehen sich auf fast elf Millionen Quadratmeter Mietwohnungsfläche. Insbesondere bei den Betriebskostenpositionen Grundsteuer, Wasser/Abwasser oder Müllbeseitigung ergeben sich regional bzw. lokal teilweise erhebliche Preisunterschiede. Die Werte beziehen sich auf Quadratmeter und Monat.

Heizkosten: 1,10 Euro

Heizkosten müssen immer dann, wenn eine Heizungsanlage mindestens zwei Wohnungen versorgt, verbrauchsabhängig abgerechnet werden. Bei der Heizkostenabrechnung müssen Mieter nicht nur die reinen Brennstoffkosten für Gas, Öl oder Fernwärme zahlen, sondern auch so genannte Heizungsnebenkosten, wie Betriebsstrom, Heizungswartung und Kosten für Wärmemessdienstfirmen. Die Kosten für Heizung und Warmwasser sind im Abrechnungsjahr 2014 erstmals seit langer Zeit gesunken und liegen jetzt im Durchschnitt bei 1,39 Euro. Das sind rund acht Prozent weniger als noch 2013. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung ergeben sich somit durchschnittliche Heiz- und Warmwasserkosten in Höhe von 1.334,40 Euro im Jahr, 115 Euro weniger als 2013. Letztlich entfallen 64 Prozent der tatsächlich gezahlten Betriebskosten auf Heizung und Warmwasser.

Wasser / Abwasser: 0,34 Euro

Zu den Wasserkosten gehören neben dem reinen Wassergeld auch die Kosten einer Wasseruhr inklusive regelmäßiger Eichkosten, Kosten der Berechnung und Aufteilung, unter Umständen auch Kosten für eine Wasseraufbereitungs- oder eine Wasserhebeanlage. In den meisten Fällen erfolgt die Abrechnung der Wasserkosten nach dem Verteilerschlüssel „Kopfzahl“ oder „Wohnfläche“. Nur im Neubaubereich muss zwingend verbrauchsabhängig  anhand von Wasseruhren in den Wohnungen abgerechnet werden. Zu den Entwässerungskosten gehören die städtischen Kanalgebühren. Hierzu können aber auch die Kosten für eine private Anlage bzw. die Kosten für Abfuhr und Reinigung einer eigenen Klär- und Sickergrube gezählt werden. Auch von der Gemeinde per Abgabenbescheid erhobene Kosten wie Sielgebühren, Oberflächenentwässerung, Regenwasser oder Niederschlagswasser gehören zu den Entwässerungskosten.

Warmwasser: 0,29 Euro

Die Kosten für die zentrale Warmwasserversorgung werden in aller Regel ebenfalls verbrauchsabhängig abgerechnet. Hier gelten die gleichen Grundsätze wie bei der Heizkostenabrechnung. Seit 2014 fallen auch die Kosten für die Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellenbefall unter die Position „Warmwasser“.

Hauswart: 0,21 Euro

Zu den typischen Hausmeister- oder Hauswartaufgaben gehören Arbeiten wie Haus-, Treppen- und Straßenreinigung, Gartenpflege, Bedienung und Überwachung der Sammelheizung, der Warmwasserversorgung und des Fahrstuhls. Soweit der Hausmeister auch für Reparaturen oder Verwaltungsarbeiten im Haus zuständig ist, gehört dies nicht in die Betriebskostenabrechnung.

Ist der Hausmeister auch für Gartenpflegearbeiten oder die Hausreinigung verantwortlich, dürfen diese Betriebskostenpositionen in der Regel nicht mehr eigenständig abgerechnet werden.

Grundsteuer: 0,19 Euro

In der Betriebskostenverordnung ist von „laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks“ die Rede, gemeint ist die Grundsteuer.

Müllbeseitigung: 0,17 Euro

Hierunter fallen die Kosten der Müllabfuhr, auch die laufenden Kosten für einen Müllschlucker, eine Müllschleuse oder andere Systeme zur Erfassung der Müllmengen.

Aufzug: 0,16 Euro

Hierzu gehören die Kosten des Betriebsstroms, der Beaufsichtigung, Bedienung, Überwachung und Pflege der Aufzugsanlage, der regelmäßigen Prüfung der Betriebsbereitschaft und -sicherheit sowie die Reinigungskosten der Anlage und die Kosten einer Notrufbereitschaft. Reparaturkosten für den Aufzug sind keine Betriebskosten.

Gebäudereinigung: 0,16 Euro

Das sind Kosten für die Säuberung der gemeinsam benutzten Gebäudeteile, wie Zugänge, Flure, Treppen, Keller, Bodenräume, Waschküchen oder Aufzug.

Sach- und Haftpflichtversicherungen: 0,17 Euro

Gemeint sind Kosten der Versicherung des Gebäudes gegen Feuer-, Sturm- und Wasserschäden, Kosten der Glasversicherung, der Haftpflichtversicherung für Gebäude, Öltank und Aufzug. Auch Kosten für eine Versicherung gegen Elementarschäden, wie Überschwemmungen oder Erdbeben, zählen hierzu. Beiträge für die Rechtsschutzversicherung oder die Hausratversicherung sind keine Betriebskosten.

Gemeinschaftsantenne und Kabelfernsehen: 0,13 Euro

Die Kosten des Betriebs der Gemeinschaftsantennenanlage oder des Breitbandkabelnetzes sind umlagefähige Betriebskostenpositionen.

Gartenpflege: 0,10 Euro

Das sind Kosten der Pflege gärtnerisch angelegter Flächen, einschließlich der Erneuerung von Pflanzen und Gehölzen sowie der Neuanlegung des Rasens.

Allgemeinstrom: 0,05 Euro

Das sind die Stromkosten für die Außenbeleuchtung und die Beleuchtung der gemeinsam genutzten Gebäudeteile, wie Zugänge, Flur, Treppen, Keller, Bodenräume und Waschküche.

Straßenreinigung: 0,04 Euro

Hierzu gehören die von der Gemeinde erhobenen Gebühren und die Kosten, die für die Säuberung der Straßen und Fußwege aufgewendet werden müssen. Auch die Kosten des Winterdienstes können hierunter fallen.

Schornsteinreinigung: 0,03 Euro

Hierunter fallen die Schornsteinfegerkosten und die Kosten der Immissionsmessungen.

Sonstige Kosten: 0,04 Euro

Hierunter können die Kosten für ein Schwimmbad, eine Sauna oder andere Gemeinschaftseinrichtungen im Haus fallen. Voraussetzung ist immer, dass im Mietvertrag ausdrücklich geregelt ist, welche Kosten unter „Sonstiges“ abgerechnet werden dürfen.