Schutz vor Einbruch während des Urlaubs

Rat der Polizei und Tipps von Sicherheitsexperten

Längere Abwesenheit der Bewohner kann Diebe auf den Plan rufen. Wie Haus- und Wohnungseigentümer das Einbruchrisiko während des Urlaubs senken können.

Die Diebe kommen meist, wenn sie sich ungestört fühlen. In 80 Prozent der Fälle waren die Bewohner während des Einbruchs nicht anwesend – entweder weil sie tagsüber bei der Arbeit (am häufigsten zwischen 12 Uhr und 14 Uhr sowie von 16 Uhr bis 18 Uhr) oder sogar mehrere Tage im Urlaub sind. Das ergab die im Mai 2016 veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für 2015. Die Haus- und Wohnungsbesitzer können jedoch durch Maßnahmen vor dem Urlaub das Einbruchrisiko senken.

Abwesenheit nicht erkennen lassen

In der Urlaubszeit stehen viele Wohnungen und Häuser leer. Dies stellt für Einbrecher eine regelrechte Einladung dar. Präventivvorschläge der Polizei oder der Versicherungswirtschaft helfen Urlaubern, eine böse Überraschung bei der Heimkehr zu vermeiden. Die Experten raten, die Abwesenheit den potenziellen Einbrechern nicht bereits durch äußere Anzeichen zu verraten. Dabei helfen einfache, aber oft wirksame Maßnahmen: der Briefkasten sollte laufend durch Freunde oder Nachbarn geleert, die Rollläden – wenn möglich – tagsüber hochgezogen und nachts geschlossen sein. Für die Abholung von Päckchen oder Paketen kann zudem eine schriftliche Vollmacht an Freunde, Familienmitglieder oder Bekannte ausgestellt werden – die Vorlagen dazu sind bei der Post erhältlich. Für die Urlaubszeit kann zudem die Tageszeitung abbestellt werden.

Durch den Einsatz von Bewegungsmeldern oder die Steuerung von Licht über eine Zeitschaltuhr lässt sich die Anwesenheit vortäuschen. Es gibt mittlerweile ausgefeilte Lichtsysteme, die über Zufallsgeneratoren auch eine stereotype Beleuchtungsänderung vermeiden. Schließlich sollte der Urlaub nicht durch eine entsprechende Meldung („Wir sind zwei Wochen verreist“) auf dem Anrufbeantworter oder durch eine entsprechende Ankündigung auf Social Media Kanälen verraten werden.

Sicherung der häufigsten Einbruchstellen


In Mehrfamilienhäusern wird meist über die Eingangstür eingebrochen.

Der Einbruch-Report des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 2015 gibt Auskunft, an welchen Stellen Einbrecher am häufigsten in den Wohnraum gelangen. In Einfamilienhäusern wurde vorwiegend über Fenster (40,4 Prozent) beziehungsweise Fenstertüren (40,7 Prozent) eingebrochen, der Zugang zur Wohnung von Mehrfamilienhäusern erfolgte dagegen meist über die Eingangs- (55,8 Prozent) und die Fenstertür (23,2 Prozent). Dementsprechend ist das Aufhebeln bzw. das Einschlagen von Glasscheiben die häufigste Zugangsweise in die Wohnung.

Bereits einfache Maßnahmen und technische Sicherungen helfen, diese Einbruchstellen sicherer zu machen. So laden immer wieder Fahrlässigkeiten zum Einbruch ein. Vor der Abreise sollten jedes Fenster und alle Ein- oder Ausgänge überprüft werden, um den Einbrechern nicht etwa durch ein gekipptes Fenster den Einstieg zu erleichtern. Ersatzschlüssel sollten nicht im Außenbereich versteckt und eventuelle Kletterhilfen, wie herumliegende Leitern oder Gartenstühle, weggeräumt werden.

Auch wenn sich ein absoluter Einbruchschutz kaum herstellen lässt, so kann die Anbringung technischer Sicherungen die Einbruchwahrscheinlichkeit deutlich senken. Anlässlich der Veranstaltung „Sicherungsexpo 2016“, die im Juni in München stattfand, verwies das Landeskriminalamt Bayern darauf, dass die Einbrecher schnell zum Erfolg kommen wollen. Werden für das Aufstemmen einer Tür mehr als drei Minuten benötigt, verlassen die meisten Einbrecher ohne Erfolg den Tatort. Oft genügt bereits ein zweites Schloss an der Wohnungstür oder ein Sicherheitsfenster, damit die Einbrecher es lieber anderswo versuchen. Weil jedes Haus besondere Schwachstellen aufweist, empfiehlt es sich, eine Beratung von Experten in Anspruch zu nehmen. In einigen Bundesländern und Städten lässt sich auch ein Begehungstermin mit der Polizei vereinbaren, die vor Ort professionellen Rat für eine geeignete Sicherungsausrüstung geben. Diese Begehungstermine sind allerdings oft bereits über Wochen im Voraus ausgebucht.

Smarthome – mehr Sicherheit oder störanfällige Spielerei?

Das große Sicherheitsbedürfnis vieler Eigentümer lässt auch neue Geschäftsmodelle florieren. So ist über das Start-up-Unternehmen Homefort eine Alarmanlage mit Smarthome-Vernetzung für Eigenheime zu mieten. Die Sicherheitssysteme können über das Smartphone gesteuert und die Immobilie aus der Ferne per App, etwa vom Urlaubsort, digital überwacht werden. Die Monatsmiete für die ferngesteuerte Alarmanlage liegt je nach Sicherheitspaket zwischen rund 40 Euro und 80 Euro. Bei anderen Smarthome-Sicherheitssystemen kann ein Sensor am Fenster ein elektronisches Hundegebell aus Lautsprechern auslösen. Doch Experten der Polizeilichen Kriminalprävention des Bundes und der Länder weisen auf die Störanfälligkeit solcher Smarthome-Systeme hin. Die Technologie sei gegenüber Hackern nicht vollends sicher. Zwar handele es sich bei der Mehrheit der Einbrecher um sogenannte primitive Kriminelle, die bislang kaum in der Lage seien, diese Systeme zu hacken. Doch auch die Einbrecher rüsteten auf.