Mieterhöhung privater Vermieter

Wie sich die Mieten verändern

Die privaten Kleinvermieter haben die Mieten im vergangenen halben Jahr im Durchschnitt mit Ausnahme des unteren Bereichs nicht erhöht. Das geht aus einer Umfrage von Haus & Grund Deutschland hervor.

Der Immobilieneigentümerverband Haus & Grund Deutschland hat unter seinen Mitgliedern eine Umfrage zu Mieterhöhungen, der Nutzung regenerativer Energien und zum Modernisierungsverhalten durchgeführt.  In die Auswertung sind Angaben zu 6355 Wohnungen von 2200 privaten Vermietern eingegangen. Die Befragung wurde schriftlich in neun Regionen durchgeführt, die den bundesweiten Wohnungsmarkt bezüglich Einwohnerdichte, Einwohnerentwicklung und Wirtschaftskraft repräsentieren: München, Düsseldorf, Tübingen, Osnabrück, Kassel, Lübeck, Gelsenkirchen, Magdeburg, Pirmasens.

Mietererhöhungen privater Vermieter

Die privaten Kleinvermieter haben die Mieten im vergangenen halben Jahr im Durchschnitt nicht erhöht. Nur im unteren Preissegment ist laut der Umfrage noch ein Mietanstieg zu beobachten. Lediglich 9,4 Prozent der befragten privaten Vermieter gaben an, innerhalb des vergangenen Jahres die Miete erhöht zu haben. Im Durchschnitt aller Vermieter wurde seit 5,1 Jahren keine Mieterhöhung ausgesprochen. Dass Vermieter bei bestehende Mietverträgen eher zögerlich die Miete anpassen, deckt sich auch mit einem weiteren Umfrageergebnis: Mit der Länge der Mietdauer liegt auch die Bestandsmiete umso deutlicher unter der ortsüblichen Vergleichsmiete.

Nutzung regenerativer Energien


In 91 Prozent aller Haushalte werden nicht-regenerative Energieträger eingesetzt.

Laut der Umfrage werden in gut 91 Prozent aller Haushalte nicht-regenerative Energieträger eingesetzt: Mehr als zwei Drittel davon (67,9 Prozent) setzen Gas ein, in einem Sechstel (17,8 Prozent) der Mieter-Haushalte ist Heizöl der Energieträger. Es folgen Fernwärme (9,4 Prozent), elektrische Speicherheizsysteme und Nachspeicher (2,1 Prozent) und zu einem verschwindend kleinen Anteil Briketts, Braunkohle, Koks und Steinkohle (0,1 Prozent), 2,1 Prozent der Befragten machten keine Angabe über den hauptsächlichen Energieträger. Im Vergleich zu der Haushaltsbefragung im Rahmen der Mikrozensus-Zusatzerhebung aus dem Jahre 2010 setzen die Mieter-Haushalte der privaten Vermieter überdurchschnittlich viel Gas und unterdurchschnittlich Heizöl als Hauptenergieträger ein.

In 8,9 Prozent der Wohnungen werden regenerative Energien genutzt. Dabei überwiegt mit 55,4 Prozent deutlich der Einsatz von Sonnenenergie. Es folgen der Einsatz von Holz oder Holzpellets (32,1 Prozent) und Wärmepumpe (10,8 Prozent). Biogas nimmt mit 1,7 Prozent einen nur sehr geringen Anteil ein, Biomasse außer Holz wurde unter den Befragten überhaupt nicht eingesetzt.

Wohnungen, in denen regenerative Energien genutzt werden, haben durchschnittliche Heizkosten pro Quadratmeter in Höhe von 1,21 Euro. Werden keine regenerativen Energien genutzt, liegen die entsprechenden Kosten 0,12 Euro beziehungsweise zehn Prozent darüber.

Modernisierungsverhalten der privaten Vermieter

Die Befragung der privaten Vermieter ergab zudem, dass weiter auf hohem Niveau modernisiert wurde. Sieben Prozent der befragten Vermieter gaben an, 2015 die letzte Modernisierung durchgeführt zu haben. Im Jahr davor (2014) waren es mit 7,4 Prozent zwar etwas mehr, doch ist bis dahin seit 2011 (3,5 Prozent Modernisierungen) der Anteil an Modernisierungen deutlich angestiegen.

Bei der Art der Modernisierungen halten sich der Austausch der Fenster (24,7 Prozent) und der Heizung (23,3 Prozent) in etwa die Waage. Es folgen „sonstige  Modernisierungsmaßnahmen" (23,7 Prozent), die Modernisierung von Dach (17,3 Prozent) und der Fassade (elf Prozent).

Beurteilung des Verbandes

„Entgegen unseren Erwartungen im Herbst vergangenen Jahres haben die Modernisierungen nur leicht nachgelassen“, erläuterte Kai Warnecke, Präsident von Haus & Grund. Eindeutige Modernisierungsschwerpunkte seien nicht auszumachen. Die Eigentümer investierten gleichermaßen in neue Fenster, in eine neue Heizung und in das Dach. Lediglich die Fassaden würden deutlich seltener erneuert.

Bezüglich der Mieterhöhungen zog Werneke die Schlussfolgerung, dass die Mietsteigerungen der vergangenen drei Jahre – zumindest bei den privaten Vermietern – vorbei seien. „Das ist weniger auf die Mietpreisbremse zurückzuführen, als vielmehr darauf, dass der normale Mieterhöhungszyklus endet“, so Warnecke.

Wie der Verband weiter berichtete, ist im unteren Preissegment noch ein Mietanstieg zu beobachten. Bei den im unteren Preissegment noch zu beobachtende Mietsteigerungen verspreche der Neubau langfristig Linderung, wenn Mieter in die teureren Neubauten umzögen und die günstigeren Wohnungen frei machten. Nach Auffassung von Haus & Grund bedarf es jedoch einer Liberalisierung der wohnungspolitischen Rahmenbedingungen, um die nach wie vor hohe Nachfrage in zahlreichen Städten befriedigen zu können. „Die energetischen Standards an Gebäude müssen gelockert werden. Das Mietrecht muss an einigen Stellen liberalisiert werden, ohne dass sein sozialer Kern berührt wird. Vermieter und Bauwillige müssen von unnötigen bürokratischen Lasten befreit werden“, fasste Warnecke zusammen. Auf eine hohe Wohnungsnachfrage mit Preisbremsen und teuren baulichen Anforderungen zu reagieren, verschärfe das Problem, statt es zu lösen.