Heizkostenprognose für Öl und Gas

München freut sich über hohe Rückzahlungen

Mieter und Selbstnutzer, die im vergangenen Jahr mit Heizöl heizten, können sich laut dem Energiedienstleister Techem auf stark gesunkene Heizkosten freuen. Anders sieht es für die Gasverbraucher aus.

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Der Energiedienstleister Techem hat die voraussichtliche Heizkostenrückzahlung für das Jahr 2015 prognostiziert. Die Prognose basiert auf dem Vergleich von Gradtagszahlen, die auf Basis von Temperaturdaten des Deutschen Wetterdienstes der Jahre 2014 und 2015 ermittelt wurden sowie auf einer Auswertung der Brennstoffpreise für Erdgas und Heizöl aus dem Vorjahr. Sie geben Mietern und Vermietern eine Orientierung über die zu erwartende Rückzahlungshöhe.

Hohe Rückerstattung bei Heizöl zu erwarten

Mieter und Wohnungseigentümer, deren Wohnungen im letzten Jahr mit Heizöl beheizt wurden, können sich voraussichtlich auf eine Heizkostenrückzahlung freuen. Nach der Prognose sind die Heizkosten beim Energieträger Öl in 2015 um 18,6 Prozent gesunken. Der Ölpreis ist im Vergleich zu 2014 im Jahr 2015 sogar um 23,9 Prozent gesunken. Die Witterung während der Heizmonate Januar bis April und Oktober bis Dezember war im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich sieben Prozent kälter, was automatisch Mehrverbrauch nach sich zieht. Beim Heizöl liegt der Preisrückgang aber über dem Effekt des Mehrverbrauchs, sodass Heizölnutzer potenziell niedrigere Kosten haben werden. Wer von den sinkenden Öl-Preisen tatsächlich in diesem Maße profitiert, lässt sich allerdings kaum zuverlässig vorhersagen. Bei den für eine Prognose verwertbaren Heizölpreisen handelt es sich um die allgemeinen Handelspreise 2015 und nicht um jene, zu denen das Heizöl im Einzelfall eingekauft wurde. Letztere bilden aber die Basis für die spätere Heizkostenabrechnung. Bereits im Jahr 2014 gab es einen Rückgang der Handelspreise von etwa acht Prozent, bei den Abrechnungen kam jedoch nur ein Rückgang von knapp fünf Prozent zum Tragen.

Bei Gas kaum eine Rückerstattung zu erwarten

Wurde hingegen mit Erdgas geheizt, war das im vergangenen Jahr eher schlecht fürs Portemonnaie: Nach einer Prognose des Energiedienstleisters Techem sind die Heizkosten für Erdgas um sechs Prozent angestiegen. Im Gegensatz zum Ölpreis stagnierte der Gaspreis in 2015 gegenüber 2014 mit einem Minus von einem Prozent nahezu. Da der Mehrverbrauch beim Erdgas den Preisrückgang überwiegt, steigen dort voraussichtlich die Kosten. Da es bei den Gaspreisen kaum einen Unterschied zwischen Handels- und Verbrauchspreis gibt, können die Gasverbraucher damit rechnen, dass die Techem Prognose für sie relativ zuverlässig eintrifft.

Regionale Unterschiede

Da es beim Wetter und den Preisen durchaus regionale Unterschiede gibt, kann es auch, je nach Region, zu unterschiedlichen Rückerstattungen kommen. Zu den Regionen mit dem geringsten Verbrauchsanstieg an Heizenergie gegenüber 2014 zählen laut Techem:  Fürstenzell (Verbrauchsanstieg der Raumheizwärme: 3,5 Prozent),  Freudenstadt (3,6 Prozent), Görlitz (3,9 Prozent), München (4,0 Prozent), Bamberg (4,1 Prozent), Hof, Kempten (jeweils 4,2 Prozent) und Angermünde (4,5 Prozent). Die Raumheizwärme ist witterungsbedingt dagegen am stärksten in Rheinstetten (13,9 Prozent), Düsseldorf (13,4 Prozent), Frankfurt am Main (13,4 Prozent), Lahr (12,3 Prozent) und Saarbrücken (12,1 Prozent) angestiegen. Wie hoch der tatsächliche Energieverbrauch und damit die Kosten sein werden, lässt sich allerdings erst nach Erstellung aller Abrechnungen sagen.