Rauchwarnmelderpflicht ruft Betrüger auf den Plan

Mehrere Betrugsfälle in Nordrhein-Westfalen

In nahezu allen Bundesländern gilt die Pflicht zur Installation von Rauchwarnmeldern. Dies ruft Betrüger auf den Plan: So werden billige und nicht zugelassene Geräte zu teuren Preisen verkauft.

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Vor einer neuen Betrugsmasche warnen derzeit Anwohner und die Polizei. Vor allem in Nordrhein-Westfalen gaben falsche Feuerwehrleute vor, Rauchmelder kontrollieren zu wollen, um in die Häuser älterer Menschen zu gelangen. Aber auch andere Betrugsfälle mit der Rauchmelder-Masche wurden bekannt: Auch der BfW Landesverband Niedersachsen/Bremen warnt vor Betrugsversuchen im Zusammenhang mit der Rauchwarnmelderpflicht. Die Initiative "Rauchmelder retten Leben" rät bundesweit zur Vorsicht vor Trickbetrügern, die die gesetzliche Rauchmelderpflicht und die Ahnungslosigkeit vieler Mitmenschen ausnutzen. Darauf sollten Eigentümer achten.

1. Trick: Falsche Kontrolleure wollen in Haus oder Wohnung gelangen

Laut Meldungen in sozialen Netzwerken gaben in Recklinghausen angebliche Kontrolleure vor, im Auftrag der Feuerwehr die Einhaltung der Rauchmelderpflicht zu überprüfen. Falsche Feuerwehrleute sollen nach Warnung der örtlichen Polizei auch in Olfen und Ascheberg sowie in Senden-Bösensell im Kreis Coesfeld unterwegs sein. Klingelt jemand unangekündigt an der Haustür, der angeblich die Aufgabe hat, zu überprüfen, ob die Räume tatsächlich mit Rauchmeldern ausgestattet sind, handelt es sich möglicherweise um einen Betrüger, der sich Zutritt zur Wohnung verschaffen möchte, um diese auszurauben. Zwar gibt es in allen Bundesländern außer in Berlin und Brandenburg eine Rauchmelderpflicht, doch in keinem dieser Bundesländer gibt es staatliche Rauchmelderkontrolleure. In Nordrhein-Westfalen, wo vermehrt solche Betrugsfälle auftraten, besteht eine Einbaupflicht bislang nur für Wohnungen, die nach dem 1. April 2013 errichtet oder genehmigt wurden. Für länger bestehende Wohnungen gibt es die Pflicht, Rauchmelder in Schlaf- und Kinderzimmer anzubringen, erst ab dem 31.12.2016.

2. Trick: Abzocke mit überteuerten Rauchmeldern

In Bundesländern mit einer Rauchmeldergesetzgebung (außer Mecklenburg-Vorpommern) ist der Bauherr beziehungsweise der Eigentümer/Vermieter für die Installation der Rauchmelder verantwortlich. Betrüger nutzen die bestehende Rauchmelderpflicht, um gutgläubigen Mitmenschen einfache Rauchmelder zu stark überhöhten Preisen an der Haustür zu verkaufen. Rauchmelder sollten möglichst im Fachhandel erworben werden und qualitativ hochwertig sein. Verbraucher, die besonderen Wert auf einen zuverlässigen und langlebigen Rauchmelder legen, sollten sich daher an dem unabhängigen Qualitätszeichen "Q" orientieren.

3. Trick: Teure Rauchmelder-Wartungsverträge

Für die jährliche Wartung hingegen gibt es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Regelungen. In einigen Bundesländern ist auch hierfür der Eigentümer/Vermieter zuständig. Er kann die Wartungsaufgaben selbst übernehmen oder an einen Hausmeister bzw. ein Dienstleistungsunternehmen der Wohnungswirtschaft, einen Brandschutzfachbetrieb delegieren. In einigen Bundesländern ist jedoch der Mieter selbst für die Wartung verantwortlich oder dem Mieter kann die Wartung auch per Mietvertrag übergeben werden. Auch solche Wartungsverträge für Rauchmelder können von nicht immer seriösen Anbietern an der Haustür angeboten werden. Solche Verträge sollten genau geprüft werden: Handelt es sich tatsächlich um eine seriöse Firma oder sind Betrüger am Werk? Das Unternehmen muss über eine nachprüfbare Adresse verfügen und Kontaktdaten zur Verfügung stellen, damit im Zweifelsfall eine Gewährleistung in Anspruch genommen werden kann. Wer bei Installation und Wartung auf Nummer sicher gehen will, sollte einen Dienstleister beauftragen, der über entsprechende Qualifikationen verfügt und beispielsweise den bundesweiten Standard "Q-Geprüfte Fachkraft für Rauchwarnmelder" erfüllt.