Maklergebühr für Immobilien-Reservierung unzulässig

Alternative Reservierung rechtfertigt Gebühren nicht

Für die Reservierung einer Immobilie verlangen manche Makler eine Gebühr. Das Landgericht Berlin jedoch erklärte diese Praxis nun für unzulässig.


Das Erheben einer Gebühr allein für die Reservierung einer Immobilie ist nicht zulässig, urteilte ein Berliner Gericht.

Viele Kaufinteressenten möchten nach der Besichtigung gerne noch etwas Bedenkzeit haben, bevor sie eine Immobilie tatsächlich kaufen. Es ist meistens auch sinnvoll, noch einmal in Ruhe abzuwägen, ob die Wohnung wirklich bedarfsgerecht ist oder ob sich der Kauf auch finanziell durch einen entsprechenden Kredit schultern lässt. Während dieser Bedenkzeit sollte die Immobilie reserviert sein, damit sie nicht ein anderer Interessent kauft. Wird das Objekt über einen Makler offeriert, kann es sein, dass er eine sogenannte Reservierungsgebühr verlangt. Einige Makler erheben eine solche Gebühr dafür, dass sie für eine bestimmte Zeit nicht versuchen, die Immobilie anderweitig zu veräußern. Als angemessen für diese Reservierungsgebühr wird laut Maklerkreisen eine Gebühr in Höhe von maximal zehn bis 15 Prozent der Maklerprovision gezahlt. Entscheidet der Interessent sich letztlich für die reservierte Immobilie, wird die Reservierungsgebühr mit der Maklerprovision verrechnet. Verzichtet er auf den Kauf, kann es aber sein, dass der Makler die Rückzahlung der Gebühr verweigert.

Interessentin überlegt es sich anders

Eine Kaufinteressentin in Berlin unterzeichnete für eine vierwöchige Reservierung einen Reservierungsauftrag, der eine Gebühr in Höhe von 932,40 Euro vorsah. Daneben beinhaltete der Auftrag auch noch die Möglichkeit, innerhalb von 24 Monaten auf eine andere Immobilie umreservieren zu können. Nach einer Beratung sah sie sich jedoch durch den Maklervertrag getäuscht. Sie empfand die Gebühren als unangemessene Benachteiligung und verklagte den Makler mit Unterstützung der Verbraucherzentrale Berlin.

Landgericht Berlin: Reservierungsgebühr unzulässig

Das Landgericht gab in seinem Urteil der Verbraucherzentrale Recht (Urteil 15 O 152/16 des LG Berlin vom 08.11.2016). Verbraucher würden durch die Gebühren unangemessen benachteiligt. Sie erhielten durch die Reservierungsvereinbarung keinen nennenswerten Vorteil, denn auch mit Reservierung sei nicht sichergestellt, dass sie das reservierte Objekt auch erwerben könnten. Der Immobilieneigentümer könne immer noch mit einem anderen Interessenten den Kaufvertrag abschließen. Auch die Möglichkeit, in einem Zeitraum von 24 Monaten eine Umreservierung zu verlangen, sah das Landgericht nicht als Vorteil an. Denn in der Regel interessierten sich die Kaufinteressenten nur für eine ganz bestimmte Immobilie.

Tipp für Käufer

Noch klarer ist die Rechtsprechung hinsichtlich einer vorformulierten Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Dann gibt es gute Chancen, die Zahlung zu vermeiden. In einem Urteil hat der Bundesgerichtshof entschieden: Reservierungsgebühren müssen auf jeden Fall zurückgezahlt werden, wenn ihnen eine serienmäßige Vorformulierung zugrunde liegt und keine weiteren, über die Reservierung hinausreichenden Vorteile für den potenziellen Käufer erkennbar sind (Urteil vom 23.09.2010, Az III ZR 21/10). Das bedeutet: Wird die Gebühr nicht individuell vereinbart, hat der Makler juristisch schlechte Chancen, seine Forderung einzutreiben.