Sachkundenachweis für Makler und Verwalter

Neues Gesetz verschärft die Voraussetzungen zur Berufsausübung

Der Gesetzesentwurf zur Neuregelung der Berufszulassung für Makler und Verwalter liegt nun dem Bundestag vor. Ende 2017 könnte das Gesetz bereits in Kraft treten. Was ändert sich für Eigentümer und Verwalter?

Makler vor dem Abgeordnetenhaus in Berlin

Nach der geplanten Neuregelung müssen Makler und Verwalter einen Sachkundenachweis erbringen.

Die Bundesregierung will mit einem Gesetz die Qualität der von Immobilienmaklern und Wohnungseigentumsverwaltern erbrachten Dienstleistungen verbessern. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde Mitte Oktober vom Bundesrat verabschiedet und liegt nun dem Bundestag vor.

Wann wird das Gesetz in Kraft treten?

Der von der Bundesregierung vorgelegte Gesetzentwurf zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für WEG-Verwalter und Makler wurde Mitte Oktober vom Bundesrat verabschiedet. Am 10. November nun war die erste Lesung im Bundestag. Es wird davon ausgegangen, dass es allenfalls noch geringe Änderungen durch Vorschläge der zuständigen Bundestagsausschüsse gibt, sodass das Gesetzgebungsverfahren im ersten Quartal 2017 abgeschlossen und das Gesetz dann verkündet wird. Ende 2017 könnte die Neuregelung in Kraft treten.

Änderungen für Immobilienmakler

Immobilienmakler dürfen schon jetzt nur mit behördlicher Erlaubnis tätig werden. Die Voraussetzungen für die Erlaubnis sollen nun jedoch noch einmal verschärft werden: Um eine gewerberechtliche Erlaubnis zu erhalten, müssen Immobilienakler nach Änderung des Paragraphen 34c einen Sachkundenachweis erbringen. Im Referentenentwurf war auch noch der obligatorische Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung vorgesehen, die im aktuellen Entwurf jedoch entfallen ist.

Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Immobilienmakler, die vor dem Inkrafttreten des Gesetzes bereits im Besitz der Erlaubnis nach Paragraph 34 c der Gewerbeordnung sind, spätestens innerhalb von zwölf Monaten den erforderlichen Sachkundenachweis bei der zuständigen Behörde vorzulegen haben. Sofern bis dahin der Sachkundenachweis nicht erbracht wird, erlischt die Erlaubnis automatisch.

Immobilienmakler jedoch, die vor Inkrafttreten des Gesetzes nachweislich ununterbrochen mindestens sechs Jahre mit einer Erlaubnis nach § 34 c der Gewerbeordnung als Immobilienmakler tätig waren, sind vom Nachweis der Sachkunde befreit (Alte-Hasen-Regelung). Wie der Nachweis der ununterbrochenen selbständigen Tätigkeit der vergangenen sechs Jahre gegenüber der zuständigen Behörde zu erbringen ist, wird noch im Einzelnen geregelt. Denkbar wären zum Beispiel die Vorlage von Provisionsabrechnungen, die Bestätigung des Steuerberaters, (geschwärzte) Vertragskopien oder die nach Paragraph 10 der Makler- und Bauträgerverordnung zu führenden Aufzeichnungen sein. Kurzfristige Unterbrechungen von bis zu sechs Monaten wie zum Beispiel wegen Krankheit, Fortbildungen usw. sollen keinen Einfluss auf die Dauer haben. Nach Ablauf der zwölf Monate nach Inkrafttreten des Gesetzes kann sich der Immobilienmakler nicht mehr auf diese Übergangsregelung berufen, wenn er den erforderlichen Nachweis nicht erbringt.

Personen, die nach dem Inkrafttreten des Gesetzes als Immobilienmakler tätig sein wollen, haben gleich bei Beantragung der Gewerbeerlaubnis nach § 34c der Gewerbeordnung der zuständigen Behörde den Sachkundenachweis vorzulegen.

Änderungen für Wohnungsverwalter

Für Wohnungsverwalter gilt dies in gleicher Weise, jedoch haben diese zusätzlich noch, da ihre Tätigkeit bisher erlaubnisfrei war, die Gewerbeerlaubnis nach § 34 c der Gewerbeordnung zu beantragen. Wohnungsverwalter haben außerdem das Bestehen einer Berufshaftpflicht- und/oder Vermögensschadenhaftpflichtversicherung (der Gesetzentwurf ist hier zurzeit noch unpräzise) nachzuweisen.

Wer die Sachkunde überprüftüberprüft die Sachkunde?

Die Sachkundeprüfung wird von den Industrie- und Handelskammern (IHK) abgenommen. Welche Inhalte sie hat, wird noch vom Dachverband DIHK ausgearbeitet. Eine entsprechende Ausbildung bieten die Fachverbände wie BVFI (Bundesverband für die Immobilienwirtschaft) an. In der Ausbildung zum „Fachmakler der Immobilienwirtschaft BVFI®“ sind voraussichtlich schon wesentliche Teile der Sachkundeprüfung enthalten. Sobald Näheres über die Inhalte der Prüfung bekannt ist, wird eine Feinjustierung vorgenommen. Wie die Erfahrungen aus den Sachkundeprüfungen für Versicherungsvermittler, Finanzdienstleister und Baufinanzierungsvermittler zeigen, ist die Prüfung ohne Vorbereitung kaum zu bestehen.

Welche Kosten kommen auf Makler und Verwalter zu?

Bereits tätige Immobilienmakler haben für ihre Gewerbeerlaubnis bereits eine Gebühr bezahlt. Es wird allenfalls noch eine Gebühr für die Bestätigung, dass die Bedingungen für die „Alte-Hasen-Regelung“ erfüllt sind, fällig. Für Wohnungsverwalter wird es aufwändiger und teuer. Sie zahlen zusätzlich für die erstmalige Genehmigung nach § 34c.

Die IHK-Prüfungsgebühren für Immobilienmakler und Wohnungsverwalter dürften zwischen 300 und 500 Euro liegen. Hinzu kommen noch die Kosten der Prüfungsvorbereitung. Beträge zwischen 700 und 1.500 Euro sollten eingeplant werden.

Folgen für Eigentümer

Die mit dem Sachkundenachweis verbundene bessere Qualifizierung der Makler und Wohnungsverwalter wird sich tendenziell zum Vorteil ihrer Kunden, der Wohnungseigentümer, auswirken.  Der Eigentümerschutzgemeinschaft Wohnen im Eigentum e.V. gehen die Maßnahmen jedoch nicht weit genug. Von einer Light-Version des Gesetzes spricht der Verein wegen der sogenannten Alten-Hasen-Regelung. Aufgrund der höheren Hürden wird aber auch damit gerechnet, dass es in Zukunft weniger Makler geben wird, was zu steigenden Gebühren führen könnte.