Studentenwohnungen zum Wintersemester

Höchste Mieten in München, stärkster Mietanstieg in Berlin

Zum Wintersemester informieren zwei Studien über die Wohnkosten an Hochschulstandorten – wie viel Studentenwohnungen und WG-Zimmer im Durchschnitt kosten und wie sich dort die Mieten entwickeln.


Als Studentin eine Wohnung zu finden? Gar nicht so einfach, wie eine neue Studie zeigt.

Eine bezahlbare Wohnung zu finden, wird für Studierende immer schwieriger. Das zeigen Erhebungen zum Beginn des Wintersemesters 2016/2017. Am stärksten sind die Mieten für typische Studentenwohnungen in Berlin gestiegen. Zwar sind Zimmer in Wohngemeinschaften (WG) oft noch günstiger als eine Studentenwohnung, doch die Mieten entwickeln sich ähnlich.

Aktuelle Durchschnittsmieten für Studentenwohnungen

Deutschlandweit bleibt München das teuerste Pflaster: Studierende müssen in der bayerischen Landeshauptstadt für eine typische Studentenwohnung – 30 Quadratmeter, Einbauküche und nah an der Uni – durchschnittlich 615 Euro Warmmiete zahlen. Das zeigt der Mietpreisindex, der vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag der Deutschen Real Estate Funds auf der Datengrundlage von ImmobilienScout 24 ermittelt wird.

Die zu diesem Zweck definierte Musterwohnung besitzt eine Wohnfläche von 30 Quadratmetern bei einer normalen Ausstattungsqualität und einer Entfernung zur nächstgelegenen Hochschule von 1,5 Kilometern. Der monatliche Mietpreis enthält neben den eigentlichen Mietkosten auch Wohnnebenkosten für Strom, Rundfunkbeiträge, Telefon sowie Internet und sonstige Kosten.

Für die untersuchten größeren Hochschulstandorte ergaben sich für besagte Musterwohnung in alphabetischer Reihenfolge der Städte folgende monatliche Mieten: Berlin 407 Euro, Bochum 338 Euro, Bonn 458 Euro, Bremen 400 Euro, Frankfurt am Main 517 Euro, Hamburg 466 Euro, Heidelberg 488 Euro, Jena 380 Euro, Kiel 364 Euro, Köln 462 Euro, Leipzig 316 Euro, Osnabrück 397 Euro, Siegen 366 Euro und Stuttgart 488 Euro.

Mieten für Studentenwohnungen steigen oft überdurchschnittlich

Die Mieten für Studentenwohnungen sind seit 2010 nirgends so stark gestiegen wie in Berlin, nämlich um 37 Prozent. Auf Platz zwei liegt mit Osnabrück – plus 25 Prozent – eine der kleineren Studentenstädte. In kleineren Städten schlägt die hohe Nachfrage – aufgrund steigender Studentenzahlen und Zuwanderung – tendenziell stärker auf die Mieten durch als in Metropolen. Doch auch München (plus 25 Prozent) und Stuttgart (plus 21 Prozent) haben stark zugelegt. In Frankfurt, Bonn und Heidelberg fiel der Anstieg mit acht bis 14 Prozent moderat aus.

Ein Ergebnis der Studie ist, dass die Preise für Studentenwohnungen oft stärker als der lokale Gesamtmarkt steigen. In Berlin und München beträgt die Differenz rund zehn Prozentpunkte.

Wohngemeinschaften kaum günstiger

Wie eine Studie des Berliner Empirica Instituts zeigt, ist das Leben in Wohngemeinschaften kaum günstiger. Auch hier ist München für Studienanfänger zum WS 2016/2016 mit einer Warmmiete von 503 Euro für ein Standard-WG-Zimmer (unmöbliert, 10 bis 30 Quadratmeter) am teuersten. Es folgen Stuttgart (440 Euro pro Quadratmeter), Frankfurt am Main (425 Euro pro Quadratmeter), Köln (405 Euro pro Quadratmeter), Hamburg (400 Euro pro Quadratmeter) und Tübingen (395 Euro pro Quadratmeter).

Die günstigsten Angebote gibt es vor allem in den ostdeutschen Hochschulstädten, und zwar in Greifswald, Halle und Magdeburg (je 250 Euro pro Quadratmeter) und in Chemnitz (220 Euro pro Quadratmeter).

Städte müssen für Wohnungsbau mehr Bauland ausweisen

Studenten konkurrieren mit jungen Berufstätigen und Rentnern um bezahlbare, kleine Wohnungen – und die Studierenden drohen aufgrund geringerer Einkommen zu verlieren, wie der Studentenwohnpreisindex zeigt. „Die studentischen Einkommen können da kaum noch mithalten“, warnt Professor Michael Voigtländer vom IW Köln. Dafür ist nach Ansicht der Immobilienökonomen des IW Köln vor allem die zu geringe Bautätigkeit verantwortlich. „Die Kommunen müssen endlich handeln und vor allem mehr Bauland ausweisen.“ Auch sollte das Baurecht dereguliert werden, damit Investoren leichter in den Wohnungsmarkt einsteigen können. Nur wenn die Zahl der Wohnungen steigt, wird sich der Markt zumindest etwas entspannen.

Folgen für private Vermieter

Wer Studentenwohnungen anbieten kann, trägt zur Entspannung an den Hochschulstandorten bei. Die meisten Wohnungen erhalten Studierende über den freien Wohnungsmarkt. Die Anbieter von WG-tauglichen oder kleineren Wohnungen haben an den meisten Hochschulstandorten daher eine gute Chance, relativ gute Mieteinnahmen zu erzielen, zumal sich an diesen Standorten so schnell die Wohnungssituation nicht ändern wird. Die Anbieter von Studentenwohnungen rechnen jedoch auch mit häufigeren Mietwechseln, was aufgrund des etwas höheren Aufwands eine etwas höhere Miete als die Durchschnittsmiete erklärt.