Was Mieter wissen wollen

Nebenkostenabrechnung und Wohnungsmängel wichtigste Themen

Jedes Jahr wertet der Mieterbund die Beratungsfälle seiner Mitglieder aus. Auch für Vermieter ist es hilfreich zu wissen, wo ihre Mieter den häufigsten Beratungsbedarf haben.

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Die Rechtsberatung ist eine der beliebtesten Dienstleistungen des Mieterbundes und der Mietervereine vor Ort. Mehr als 1,1 Millionen Rechtsberatungen haben die Juristen der 320 örtlichen Mietervereine im vorletzten Jahr (2014) durchgeführt. Obwohl diese Beratungsleistungen von Mietern genutzt werden, ist die Auswertung auch für Vermieter interessant, da sich daran die wichtigsten Themen des Mietverhältnisses erkennen lassen.

Betriebskosten liegen vorn

Mehr als ein Drittel aller Beratungen drehen (34,1 Prozent) sich um die so genannte zweite Miete, die Betriebskosten. Dabei stieg das Interesse gemessen an der Beratung zu den Betriebskosten gegenüber dem Jahr zuvor (2013) sogar um 1,9 Prozentpunkte. Ein Grund dafür stellt wohl der starke Anstieg der Nebenkosten in den vergangenen Jahren sowie die zum Teil komplizierte Kostenaufschlüsselung dar. In Großstädten fiel der Beratungsbedarf mit 32,3 Prozent zu diesem Thema im Vergleich zum bundesweiten Anteil etwas geringer aus. Heizkosten und Nebenkosten sind somit nach wie vor das dominierende Rechtsberatungsthema in den Mietervereinen.

Wohnungsmängel bleiben relevant

Auch der Informationsbedarf zum Thema Wohnungsmängel war nach wie vor groß. Mit einem Anteil von 18,8 Prozent an allen Rechtsberatungen entsprach dies nahezu konstant dem Anteil im Jahr zuvor (18,9 Prozent). In den Großstädten ließen sich die Mieter sogar noch etwas häufiger (20,2 Prozent) zu diesem Thema beraten.

Platz drei belegen die „Allgemeine Vertragsangelegenheiten“. Darunter fallen alle Rechtsberatungen, die Rechte und Pflichten aus dem Mietverhältnis behandeln sowie Beratungen im Vorfeld bzw. beim Abschluss des Mietvertrages. Die Bandbreite an Themen ist groß: Dazu gehören Fragen zur Angemessenheit der Miete, ob die Vereinbarung einer Staffelmiete anzuraten ist, welche Informationen der Vermieter bei der Wohnungsbesichtigung abfragen darf, ob Tierhaltung erlaubt ist oder wie laut gefeiert werden darf. Mit einem Anteil von 13,3 Prozent lagen diese Themen 2014 in der Statistik nahezu unverändert wie im Jahr zuvor.

Beratungsbedarf zur Mieterhöhung im Mittelfeld

Das vierthäufigste Beratungsthema im Jahr 2014 war das Thema der Mieterhöhungen auf die ortsübliche Vergleichsmiete (9,5 Prozent). Auch in Großstädten mit tendenziell höheren und stärker steigenden Mieten wurden Beratungen zur Mieterhöhung mit einem Anteil von 9,9 Prozent nur etwas mehr als im Bundesdurchschnitt nachgefragt. Entgegen dem Medienecho und der vom Mieterbund veröffentlichten Stellungnahmen kann also nicht davon die Rede sein, dass dies für die Mieter das Hauptthema gewesen wäre.

Einen Anstieg auf niedrigem Niveau gab es bei Modernisierungsberatungen und Vermieterkündigungen. Die Mietpreisverschlechterungen 2013 wirken sich in erster Linie bei Modernisierungen aus und rufen demzufolge hier einen höheren Beratungsbedarf hervor. Die Zahl der Vermieterkündigungen zieht in den Städten wieder an und damit wächst auch hier die Nachfrage nach Beratungen.

Fazit für Vermieter

Die Auswertung der Beratungen der Mietervereine legt den Schluss nahe, dass Mieter sich 2014 vorrangig rund um das Thema Nebenkosten informierten. Interessant ist dabei, dass diese in den vergangenen Jahren auch einen überdurchschnittlich starken Anstieg erfuhren, der aus der Erhöhung kommunaler Gebühren und Abgaben (etwa Müll und Abwasser), Steuern (Grundsteuer) sowie höheren Heiz- und Stromkosten resultiert.