Energieeffizienz wichtiges Kriterium bei Kaufentscheidung

Nur wenige Immobilienkäufer schenken dem Energieausweis ihr volles Vertrauen

Laut Umfrage stufen rund 63 Prozent der Deutschen den energetischen Zustand beim Immobilienkauf als wichtig ein - solange die Kosten stimmen.

Die aktuelle Quartalsumfrage "Immobilienbarometer" von Interhyp und ImmobilienScout24 hat 1.952 Immobilieninteressenten befragt, was ihnen beim Kauf besonders wichtig ist. Das Ergebnis: Rund 63 Prozent der potenziellen Käufer achten auf moderne Heizungsanlagen, Fenster mit Doppelverglasung sowie Dach- und Außenwanddämmung. Wie sie allerdings Ihre Kaufentscheidung treffen, scheint eher von der Erfahrung und dem Bauchgefühl geprägt zu sein. Denn durch den Energieausweis fühlen sich nur 14,1 Prozent der Immobilienkäufer gut informiert. Woran liegt das?

36,6 Prozent der Befragten meinen, der Energieausweis informiere sie über den tatsächlichen Energieverbrauch und nicht über den energetischen Zustand des Objektes. Für 36 Prozent ist der Energieausweis nicht gleich Energieausweis. Und da ist natürlich etwas dran: Es gibt den verbrauchsorientierten und den bedarfsorientierten Energieausweis.

Welcher Energieausweis sagt mehr aus?

Bei Häusern, die 2008 oder später gebaut wurden, wird ein bedarfsorientierter Energieausweis gefordert. Er gibt Auskunft über den Primärenergiebedarf eines Hauses. Dazu prüft ein Fachmann die Gebäudehülle. Wie gut ist die Außenwand gedämmt? Sind Energiesparfenster vorhanden? Aber auch die Heizungsanlage oder die Warmwasserbereitung werden genau analysiert. Die ermittelten Werte sind nicht vom individuellen Verbrauch abhängig. Daher ist ein bedarfsorientierter Energieausweis aussagekräftiger.

Der verbrauchsorientierte Energieausweis hingegen spiegelt den durchschnittlichen Energieverbrauch in einem Gebäude meist über den Zeitraum der drei zurückliegenden Jahre wieder. Er enthält Angaben zum Energieverbrauch für Heizung und Warmwasserbereitung in Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter Gebäudenutzfläche. Das Ergebnis ist sehr stark vom Nutzerverhalten, z.B. der Raumtemperatur oder dem Lüftungsverhalten der Mieter abhängig. Im Vergleich zum Bedarfsausweis besitzt der Verbrauchsausweis eine geringere Aussagekraft.

Liegt es nun an unzureichenden Informationen oder ist der allgemeine energetische Zustand der Immobilien unzureichend? Rund 50 Prozent der Befragten rechnen nach dem Kauf mit Folgeinvestitionen in den energetischen Zustand ihrer Immobilie. Dennoch bezeichnen rund zwei Drittel die Situation, zum jetzigen Zeitpunkt eine Immobilie zu kaufen, als „gut“ oder „mittel“.