November 2015 - News

Berlin weltweit günstigste Studenten-Metropole

Starker Anstieg in privaten Studentenwohnungen erwartet

09.11.2015 - Das Immobilienunternehmen Savills hat weltweit die Lebenshaltungskosten für internationale Studenten untersucht. Berlin lockt mit den niedrigsten Lebenshaltungskosten.

Berlin ist die weltweit günstigste Metropole, Bosten die teuerste Stadt im Ranking der Lebenshaltungskosten für internationale Studenten laut der Analyse „World Student Housing” des Immobilien-Dienstleistungsunternehmens Savills.

Extreme Kostenunterschiede für internationale Studenten

Ein internationaler Student kann in Berlin damit rechnen, etwas mehr als 1000 US-Dollar pro Monat für Lebenshaltung, Unterkunft und Studentengebühren auszugeben, während ein Student in Boston etwa das Fünffache investieren muss:  5446 US-Dollar. US-Städte belegen die drei Spitzenplätze der teuersten Studienorte für Studenten weltweit. Nach Boston folgen demnach New York und San Francisco. London liegt auf dem sechsten Platz der teuersten Städte, mit monatlichen Kosten von knapp unter 4000 US-Dollar.

Geringe Studiengebühren macht Deutschland attraktiv für internationale Studenten

Die Studie von Savills analysiert auch die einzelnen Kostenpunkte für Studenten. Danach bestehen in den 22 untersuchten internationalen Hochschulstandorten nicht nur große Unterschiede bei den Unterkunftskosten, sondern vor allem bei den Studiengebühren. Diese tragen sehr dazu bei, ob das Studium in der jeweiligen Stadt bezahlbar ist. „Während ein Student in den USA damit rechnen muss, zwischen 3100 und 3700 US-Dollar pro Monat an Studiengebühren auszugeben, zahlt ein Student in Deutschland umgerechnet lediglich 20 bis 30 US-Dollar,” sagt Matthias Pink, Direktor und Head of Research Germany bei Savills. In London sind die Studiengebühren der größte Kostenfaktor. Zudem hat die britische Metropole mit 754 US-Dollar auch die höchsten monatlichen Lebenshaltungskosten – gefolgt von New York mit 734 US-Dollar und Paris mit 729 US-Dollar.

Nicht Kosten, sondern Sprache und Ruf der Hochschule sind für die Ortswahl ausschlaggebend

Aufgrund der geringen Lebenshaltungskosten und dem Anstieg der Zahlen internationaler Studenten müssten günstige europäische Hochschulstandort wie Berlin mit einem Andrang rechnen. Europäische Universitäten haben laut der Studie einen klaren Vorteil im Vergleich zu anderen Zielorten, wenn der Student seinen Studienort nach dem Kostenfaktor aussucht. „Allerdings sind der Ruf eines Instituts, die Berufsaussichten nach dem Abschluss und die Sprache, in der unterrichtet wird, wichtiger bei der Auswahl, weshalb wir nach wie vor eine große Anzahl von Studenten sehen, die sich für eher traditionelle – wenn auch teure – Standorte entscheiden“, so die Autoren der Analyse.

Dennoch gebe es Anzeichen dafür, dass sich dies bald ändern könnte: Einige der führenden europäischen Institutionen planen, sich dem Bachelor-System anzugleichen und mehr Kurse in Englisch anzubieten. Bei derzeit rund 1,5 Millionen Studierenden in den 30 größten deutschen Hochschulstädten wird laut der Prognose von Savills die Zahl der Studentenwohnplätze auf voraussichtlich rund 178,000 im Jahr 2020 ansteigen.

Internationale Anlage in Studentenwohnungen

Aufgrund der weltweit steigenden Zahlen an Studenten und der Zunahme des Anteils internationaler Studenten investieren zunehmend internationale Großinvestoren in dieses Wohnimmobiliensegment. In Großbritannien verzeichnete der Studentenwohnungsmarkt in den ersten drei Quartalen des Jahres 2015 Rekord-Investitionssummen: 6,5 Milliarden US-Dollar wurden dort in Studentenwohnanlagen investiert, in den USA waren es insgesamt dagegen nur etwas über drei Milliarden US-Dollar. Grund dafür ist, dass die Anlageklasse der Studentenwohnungen in den vergangenen zehn Jahren unter institutionellen Investoren zur Streuung ihrer Vermögen sehr beliebt geworden ist. Investitionen in andere Studentenwohnungsmärkte wie Deutschland, den Niederlanden und Australien sind ebenfalls in den letzten Jahren angestiegen, obwohl diese Märkte aus Sicht dieser professionellen Großinvestoren noch nicht den Reifegrad wie die Märkte in den USA und in Großbritannien aufweisen. Bis 2020 wird der private Sektor an Studentenwohnungen laut Einschätzung der Studie bis 2020 voraussichtlich mehr als 40.000 zusätzliche Wohnungen stellen. Dessen Marktanteil würde sich damit von sechs Prozent im Jahr 2000 auf 22 Prozent im Jahr 2020 erhöhen. Internationale Studierende machen derzeit elf Prozent aller Einschreibungen in Deutschland aus, im Vergleich zu 17 Prozent in Großbritannien. Aufgrund der geringen Kosten wird der Anteil jedoch steigen, zumal vor allem die Zahl internationaler und kostenbewusster Studenten aus China und Indien sehr stark steigt.

Folge für private Anbieter von Studentenwohnungen

An international renommierten deutschen Hochschulstandorten wird die Anzahl internationaler Studenten ansteigen. Vermieter, die sich an dieses Klientel ausrichten, können mit einer steigenden Nachfrage rechnen, werden jedoch auch zunehmend Konkurrenz durch professionelle Anbieter kommerziell angebotener Studentenwohnungen erhalten.

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