September 2015 - News

Wie schütze ich mich vor Mietnomaden?

Vorbeugen und im Ernstfall schell reagieren

31.08.2015 - Im Durchschnitt verursachen zahlungsunwillige Einmietbetrüger laut einer Studie der Universität Bielefeld Schäden von 5.000 bis 10.000 Euro. In schweren Fällen belaufen sich die Kosten auf bis zu 20.000 Euro. So können Vermieter das Risiko mindern.

Der Mieterbund betont, dass die Wahrscheinlichkeit, einem Mietnomaden aufzusitzen, relativ gering ist. Doch für die betroffenen Vermieter ist dies kaum ein Trost. Denn die Schäden reichen im Durchschnitt von 5000 bis 10.000 Euro, wie eine Studie der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bielefeld durch die Professoren Markus Artz und Florian Jacoby ergeben hat. In schweren Fällen belaufen sich die Kosten auf bis zu 20.000 Euro. Kaum messbar ist der damit verbundene Ärger. Die Betroffenheit vieler Vermieter kommt dadurch zum Ausdruck, dass rund ein Viertel der Befragten angaben, sie wollten angesichts der Erfahrungen von weiteren Vermietungen Abstand nehmen oder hätten dies sogar schon gemacht.

Typisches Vorgehen von Mietnomaden

Bei Mietnomaden handelt es sich laut der Definition der Studie „um Personen, die in betrügerischer Absicht Mietverhältnisse begründen, keine Miete zahlen und die Wohnung verwahrlost zurücklassen (Nomaden) oder sich herausklagen lassen. Die Nichtzahlung der Miete ist also mit einer betrügerischen Absicht dieser Personen verbunden.

Mietnomaden gelingt es in der Regel, die Vermieter bei der Wohnungsbesichtigung zu blenden: Sie legen gute Manieren an den Tag, wirken sympathisch und sind oft gut gekleidet und fahren nicht selten mit einem teuren Auto vor. Dem ersten Eindruck nach wirkt es meist nicht so, dass sie dann monatelang keine Miete zahlen, das Inventar zerstören, die Wohnung in sanierungsreifem Zustand hinterlassen und mit allen rechtlichen Tricks bewandert sind.

Was Vermieter mit Mietnomaden tun können

Wenn Mieter offensichtlich ihre Miete nicht zahlen und dies offenbar auch nicht wollen,  sollten Vermieter das Mietverhältnis so schnell wie möglich kündigen und den Bewohner zur Räumung auffordern. Denn der sich anschließende Prozess kann bis zur schlussendlichen Räumung ein halbes bis ein ganzes Jahr dauern. Ist der Bewohner mit zwei Monatsmieten im Verzug, haben Vermieter ein außerordentliches Kündigungsrecht und können ihm fristlos kündigen. Richtige Mietnomaden reagieren auch meist gar nicht auf die Kündigung, weil sie bewusst auf die lange Dauer bis zum Räumungsprozess setzen. Je früher Vermieter reagieren, desto schneller bekommen sie aber ihren Mietnomaden aus ihrer Wohnung. Verlässt der Bewohner die Wohnung nicht von sich aus, sollten Eigentümer möglichst schnell auf Räumung und auf Zahlung der ausstehenden Miete klagen.

Seit dem Jahr 2013 hat der Vermieter auch die Möglichkeit, bei Gericht eine sogenannte Sicherheitsanordnung zu erwirken. Das bedeutet, dass der Mieter zu einer festgesetzten Frist eine Sicherheit in bestimmter Höhe bei der Gerichtsstelle hinterlegen muss. Dies kann beispielsweise eine Bürgschaft, eine Geldleistung oder eine Garantie des Jobcenters sein. Damit können die Kosten für den Geschädigten zumindest ein wenig verringert werden. Wenn der Mieter diese Zahlung nicht innerhalb dieser Frist leistet, kann der Eigentümer eine beschleunigte Zwangsräumung per einstweiliger Verfügung durchführen. Allerdings ordnet das Gericht so etwas nur an, wenn die Chancen sehr groß sind, dass der Vermieter den Prozess gewinnt. Außerdem muss er nach Ansicht des Gerichts von den Mietausfällen besonders hart betroffen sein, etwa weil seine eigene Existenz bedroht ist.

Wie Vermieter bei der Mieterauswahl das Risiko von Mietnomaden mindern können

Besser ist es, bereits bei der Auswahl des Mieters sich nicht nur auf den ersten Eindruck zu verlassen. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Dabei helfen die Anforderung von aussagekräftige Unterlagen des Mietinteressenten und kritische Fragen. Geprüft werden sollte auf jeden Fall, ob der Mieter über ein regelmäßiges Einkommen verfügt und sich die Mietwohnung leisten kann. Dazu sollten Vermieter die drei jüngsten Gehaltsbescheinigungen, Belege über eventuell vorhandene Jobcenterleistungen oder Kontoauszüge anfordern. Auch empfiehlt es sich die Solvenz des Mieters über eine Schufa-Auskunft zu prüfen. Zudem sollte man sich den Personalausweis zeigen lassen und die angegebene Adresse notieren. Zusätzlich sollte der Mietinteressent eine Selbstauskunft ausfüllen. Fragen über eventuelle Mietschulden oder die Anzahl der Personen, die in den Haushalt einziehen wollen, aber auch über Haustiere des Mietinteressenten, helfen den Vermieter, den Interessenten einzuschätzen. Kaltblütige Mietnomaden machen dann zwar oft falsche Angaben, aber dies ist dann ein Kündigungsgrund und kann bei einer Räumungsklage für den Vermieter hilfreich sein. Auf jeden Fall ist es auch sinnvoll, den vorherigen Vermieter zu erfragen und diesen zu kontaktieren. Ergeben sich aus den Reaktionen oder Angaben des Mieters Zweifel über seine Fähigkeit oder Willen, die Miete regelmäßig zu zahlen, sollte man besser Ausschau nach einem anderen Mieter halten.

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